
United-Maschine streift Lastwagen bei Landung in Newark – Ermittlungen eingeleitet
Ein United-Airlines-Flugzeug berührt bei der Landung in Newark einen Lastwagen und einen Laternenmast. Der Fahrer wird leicht verletzt, die Passagiere bleiben unversehrt.
Am Sonntagmittag hat sich am Newark Liberty International Airport ein Zwischenfall ereignet, der die Diskussion um die Flugsicherheit in den Vereinigten Staaten neu entfacht. Eine Boeing 767-400 der United Airlines, die als Flug 169 von Venedig nach New Jersey unterwegs war, streifte während des Endanflugs einen Lastwagen der Bäckerei Schmidt und einen Laternenmast auf dem New Jersey Turnpike. Der Fahrer des Lastwagens erlitt nach Angaben der Polizei von New Jersey leichte Verletzungen durch Glassplitter und wurde aus dem Krankenhaus entlassen. Die 231 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord blieben unverletzt; die Maschine setzte sicher auf der Landebahn auf. Dashcam-Aufnahmen aus dem Lastwagen zeigen den Moment des Aufpralls, bei dem ein Reifen des Fahrwerks die Windschutzscheibe durchschlug und der Unterboden der Maschine das Fahrzeug traf.
Aus Washingtoner Sicht reiht sich der Vorfall in eine Serie von Beinahe-Unfällen ein, die die Luftfahrtbehörden in den USA in Atem halten. Erst im vergangenen Jahr hatte es am selben Ort ähnlich besorgniserregende Szenen gegeben, als ein Flugzeug knapp über die Autobahn hinwegsetzte. Die Federal Aviation Administration und das National Transportation Safety Board haben Ermittlungen eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte ein Fehler in der Flughöhe während des Anflugs oder eine unerwartete Böe eine Rolle gespielt haben. Die Behörden prüfen zudem, ob die Infrastruktur auf dem stark befahrenen Highway den Sicherheitsanforderungen genügt – der Laternenmast traf nach dem Aufprall einen jeep, der jedoch nicht beschädigt wurde.
Für Beobachter in Europa, insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die regelmäßig Verbindungen über Newark nutzen, wirft der Zwischenfall Fragen nach der Zuverlässigkeit der amerikanischen Flugsicherung auf. Die Maschine kam aus Venedig, einem wichtigen Drehkreuz für den Tourismus aus dem Alpenraum. Dass die Piloten den Anflug trotz des Zusammenstoßes fortsetzten und sicher landeten, wird als Beleg für die Robustheit der Boeing 767 gewertet, doch die Nähe des Flughafens zu dicht besiedelten Gebieten bleibt ein Risikofaktor. Die NTSB-Untersuchung könnte zu verschärften Anflugverfahren oder baulichen Veränderungen an der Autobahn führen – etwa höheren Schutzzäunen oder veränderten Anflugwinkeln.
In der Perspektive des weiteren Jahresverlaufs ist abzusehen, dass die Federal Aviation Administration ihre Sicherheitsstandards überprüfen wird. Die Branche verweist darauf, dass die Zahl der Vorfälle pro Flugbewegung statistisch gering sei, doch die öffentliche Wahrnehmung, verstärkt durch die veröffentlichten Dashcam-Bilder, schafft Druck. Aus europäischer Sicht könnte der Fall als Präzedenzfall für eine engere Zusammenarbeit zwischen Flughafenbetreibern und Straßenverkehrsbehörden dienen. Die Entscheidung, ob die NTSB ihre Empfehlungen zügig umsetzt, wird nicht zuletzt in Genf und Wien aufmerksam verfolgt, wo man ähnliche Konstellationen – Flughäfen an Autobahnen – kennt.
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