
USA bieten afghanischen Verbündeten nur Wahl zwischen Kongo und Taliban-Herrschaft
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verhandelt mit der Demokratischen Republik Kongo über die Umsiedlung von rund 1.100 afghanischen Bürgern, die während des langjährigen Krieges den amerikanischen Streitkräften dienten. Aus Washingtoner Sicht handelt es sich um eine direkte Konsequenz der Aussetzung des speziellen Einwanderungsprogramms für diese Afghanen, die seit über einem Jahr in einem Transitzentrum auf einer ehemaligen US-Basis in Katar festsitzen. Ihnen wird laut dem Aktivisten und Veteran Shawn VanDiver nun die kaum tragfähige Alternative gestellt, entweder in den von einem schweren humanitären Krisen und internen Konflikten zerrütteten Kongo zu gehen oder unter die Herrschaft der Taliban in ihre Heimat zurückzukehren, wo ihnen Verfolgung droht.
Die Gruppe umfasst ehemalige Dolmetscher, Angehörige afghanischer Spezialeinheiten sowie deren Familien, darunter mehr als 400 Kinder. Ihre geplante Verlegung in ein Land, das selbst bereits über 600.000 Flüchtende beherbergt, stößt bei Menschenrechtsorganisationen auf scharfe Kritik und wird als unzumutbar bewertet. Diese Entwicklung unterstreicht die gravierenden rechtlichen und politischen Hürden, vor denen jene Afghanen stehen, die nach dem chaotischen US-Abzug 2021 und der Machtübernahme der Taliban um ihr Leben fürchten mussten.
Aus europäischer, und insbesondere deutschsprachiger Perspektive, wirft dieser Vorgang ein grelles Schlaglicht auf die anhaltenden Folgen des gescheiterten Afghanistan-Einsatzes des Westens. Deutschland, Österreich und die Schweiz hatten sich zwar an Aufnahmeprogrammen beteiligt, sehen sich jedoch mit einer restriktiven US-Einwanderungspolitik konfrontiert, die die Lastenverteilung weiter verkompliziert. Beobachter in Peking und anderen globalen Machtzentren dürften die Situation als weiteres Zeichen amerikanischer Unzuverlässigkeit gegenüber verbündeten Kräften werten und die Glaubwürdigkeit westlicher Versprechen in Frage stellen.
Vorausschauend betrachtet, stellt der Plan nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine geopolitische Hypothek dar. Sollte er umgesetzt werden, könnte dies das Vertrauen lokaler Partner in künftigen internationalen Missionen nachhaltig erschüttern. Für die betroffenen Afghanen bedeutet dies eine Fortsetzung der Unsicherheit, während die internationale Gemeinschaft mit den langfristigen Konsequenzen einer unvollendeten Evakuierung und dem moralischen Erbe des Afghanistan-Krieges ringen muss.
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