
Waldbrände in Ontario: Über 2800 Evakuierte und der Vorwurf der Vernachlässigung indigener Gemeinschaften
Nach der Zerstörung ganzer Siedlungen fordern die Anführer der First Nations eine öffentliche Untersuchung der Provinzregierung unter Premier Doug Ford.
Die Zahl der aufgrund der Waldbrände im Nordwesten Ontarios evakuierten Personen ist auf über 2800 gestiegen. Wie eine Sprecherin des Ministeriums für Zivilschutz und Notfallmanagement, Julia Facca, am 23. Juli mitteilte, wurden rund 2885 Menschen aus zehn Gemeinden der First Nations in andere Teile der Provinz gebracht. Die Siedlungen Namaygoosisagagun und Whitewater Lake wurden von den Flammen vollständig zerstört. Nach Angaben des Ministeriums für natürliche Ressourcen sind derzeit 180 Feuer aktiv.
Indigene Anführer erheben schwere Vorwürfe gegen die Provinzregierung. Wilfred King, Häuptling der Gull Bay First Nation, berichtete, dass die offiziellen Lageberichte mit drei Tagen Verspätung eintrafen, während sich das Feuer in einer einzigen Nacht um 30 bis 40 Kilometer ausbreitete. „Wir erhielten keinerlei Warnung vom Ministerium“, sagte King und forderte eine öffentliche Untersuchung zur Koordination der Notfallmaßnahmen, Kommunikation und Evakuierungsplanung. Helen Paavola, Häuptlingin von Namaygoosisagagun, erklärte gegenüber Radio France Internationale, das Ministerium habe die Gefahr zunächst als unbedenklich eingestuft; die Gemeinde floh schließlich nur mit der Kleidung am Leib, nachdem ein Bahnarbeiter sie gewarnt hatte. Solomon Atlookan von der Eabametoong First Nation ergänzte, seine Gemeinde habe die Brandbekämpfung selbst organisieren müssen, da keine Hilfe kam.
Die Evakuierungen selbst bringen zusätzliche Belastungen mit sich. Janet Gordon, Vizepräsidentin der Gesundheitsbehörde der Sioux Lookout First Nations, berichtete von Fällen von Rassismus in den Aufnahmegemeinden sowie von psychischen Belastungen, Sprachbarrieren und eingeschränktem Zugang zu traditionellen Lebensmitteln. Die Eabametoong First Nation, eine „trockene“ Gemeinde, in der Alkohol und Drogen verboten sind, rief ihre über 940 nach Niagara Falls evakuierten Mitglieder dazu auf, während des Aufenthalts auf Substanzen zu verzichten. Abram Benedict, ein weiterer indigener Anführer, forderte Investitionen des Bundes, um abgelegene Flughäfen für größere Flugzeuge zu ertüchtigen, damit Evakuierungen schneller und ohne gestaffelte Auswahl der Schutzbedürftigsten erfolgen können.
Premier Doug Ford verteidigte das Vorgehen seiner Regierung und erklärte, es sei ein Wunder, dass keine Menschenleben zu beklagen seien. Wie das Magazin Ricochet berichtet, hatte die Provinz im Vorjahr 135 Millionen Dollar für die Waldbrandbekämpfung veranschlagt, tatsächlich aber 271 Millionen ausgegeben; für das laufende Jahr waren lediglich 150 Millionen Dollar vorgesehen. Die Provinzpolizei kündigte unterdessen an, dass Personen, die in gesperrten Gebieten angetroffen werden, mit Geldstrafen und Punkten in der Fahrerlaubnis rechnen müssen. Die Forderung der First Nations nach einer öffentlichen Untersuchung steht weiter im Raum; eine Entscheidung der Provinzregierung ist bislang nicht bekannt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
The Ontario provincial government has ignored years of warnings from firefighters and Indigenous communities, leading to an unprecedented emergency. Coverage highlights accusations of neglect and inadequate fire management, resulting in mass evacuations and environmental damage.
This bloc did not report the Ontario wildfire story, focusing instead on regional topics such as politics and entertainment.
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