
Washington verhängt neue Strafzölle gegen Kolumbien, Uruguay und Indien
Die USA belegen Importe aus mehreren Ländern mit Zusatzzöllen von 10 oder 12,5 Prozent, nachdem sie Defizite bei der Bekämpfung von Zwangsarbeit festgestellt hatten.
Die Vereinigten Staaten haben am 23. Juli die Einführung neuer Einfuhrzölle auf Waren aus rund 60 Handelspartnern bekanntgegeben. Für Kolumbien und Uruguay steigt der Satz auf 12,5 Prozent, für Indien auf 10 Prozent. Grundlage sind Untersuchungen des Handelsbeauftragten der USA (USTR) nach Section 301, die zu dem Schluss kamen, dass die betroffenen Staaten nicht ausreichend gegen die Einfuhr von mit Zwangsarbeit hergestellten Gütern vorgehen. Die Maßnahmen treffen jedoch nicht alle Exporte gleichermaßen: Nach Angaben des uruguayischen Wirtschaftsministeriums bleiben 77,5 Prozent der Ausfuhren des Landes, darunter Rindfleisch, Zellstoff und Orangen, von der neuen Abgabe verschont. Für Indien beziffert das Handelsministerium den ausgenommenen Anteil auf 45 Prozent, wozu Generika, Smartphones sowie Stahl- und Aluminiumprodukte zählen.
Aus Sicht der scheidenden kolumbianischen Regierung ist die eigene Verantwortung begrenzt. Präsident Gustavo Petro erklärte, er sei „nicht verantwortlich für die Zollpolitik der USA“ und warf Washington vor, mit einseitigen Zöllen das Freihandelsabkommen zu brechen. Außenministerin Rosa Villavicencio führte die Zölle auf ein übermäßiges US-Haushaltsdefizit und die Kriegsausgaben im Iran-Konflikt zurück. Der designierte Vizepräsident José Manuel Restrepo hingegen macht die amtierende Regierung für die Belastung verantwortlich: Die USA hätten Kolumbien bereits seit dem 12. März 2026 aufgefordert, Maßnahmen gegen Zwangsarbeit in Importen zu ergreifen, doch die Regierung sei „unfähig“ gewesen, rechtzeitig zu handeln. Das künftige Kabinett des gewählten Präsidenten Abelardo de la Espriella werde ab kommendem Dienstag Gespräche mit US-Vertretern aufnehmen, um eine Lösung zu erarbeiten.
Die wirtschaftlichen Folgen sind je nach Land und Branche unterschiedlich. In Kolumbien warnt der Handelsverband Analdex, dass der Zoll 30 Prozent der Exporte in die USA betrifft und zusätzliche Abgaben von 125 Millionen Dollar verursachen könnte. Besonders betroffen ist der Blumensektor, der 80 Prozent seiner Ausfuhren in die USA liefert und dort 60 Prozent des Marktes hält. Auch Textilien, Glas, Aluminium und Kosmetika sind belastet, während Kaffee, Öl, Kohle und Gold ausgenommen bleiben. Die uruguayische Regierung betont, dass lediglich ein Fünftel der Güterausfuhren betroffen sei, darunter Talg, Chemikalien, Soja und Honig. Indien wiederum verweist darauf, dass der endgültige Zollsatz von 10 Prozent unter dem ursprünglich erwogenen Satz von 12,5 Prozent liegt und niedriger ist als die Abgaben für 38 andere untersuchte Volkswirtschaften.
Die neuen Zölle sind Teil einer breiter angelegten handelspolitischen Offensive Washingtons, die mit der Bekämpfung von Zwangsarbeit begründet wird. Die kolumbianisch-amerikanische Handelskammer AmCham stellt klar, dass nicht die kolumbianische Produktion selbst unter Zwangsarbeit leidet, sondern das institutionelle System zur Kontrolle von Importen aus Drittstaaten bemängelt wird. Uruguay hat unterdessen ein Gesetz verabschiedet, das die Einfuhr von Zwangsarbeitsprodukten verbietet. Indien setzt auf laufende Verhandlungen über ein bilaterales Handelsabkommen und strebt eine Quotenregelung für Textilexporte an. Die nächsten konkreten Schritte sind die für Dienstag angekündigten Gespräche zwischen dem designierten kolumbianischen Handelsminister und US-Beamten sowie die Fortsetzung der indisch-amerikanischen Konsultationen.
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
The new US tariffs on Colombia are seen as a protectionist move reflecting global trade tensions, but not a direct threat to India. The focus is on possible spillovers for emerging economies, with a pragmatic tone urging bilateral negotiations.
The US tariffs are an economic aggression that directly hits Colombian workers and businesses, echoing centuries of US imperialism. The mood is defiant and resistant, with calls for national sovereignty.
The US tariffs on Colombia are a piece of Washington's hegemonic strategy to stifle any resistance in the western hemisphere. They are read as a warning for all countries challenging US dominance, including Iran and its allies.
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