
Washingtons handelspolitischer Doppelangriff: Neue Forderungen an Mexiko und Indien
Die USA drängen Mexiko zu höheren US-Autoteilen und schließen Kanada aus. Parallel steht ein Handelsabkommen mit Indien kurz vor dem Abschluss. Die protektionistische Wende gewinnt an Kontur.
Die handelspolitische Offensive der Trump-Administration nimmt immer schärfere Konturen an. Wie aus Regierungskreisen verlautet, fordern die Vereinigten Staaten von Mexiko eine deutliche Anhebung des regionalen Wertschöpfungsanteils bei nordamerikanischen Fahrzeugen auf 82 Prozent – wobei mindestens die Hälfte davon in den USA erbracht werden müsse. Dies wäre ein radikaler Bruch mit dem bisherigen USMCA-Abkommen, das eine regionale Quote von 75 Prozent vorsieht und die Hochlohnländer USA und Kanada gemeinsam mit 40 Prozent berücksichtigt. Kanada wurde von den bilateralen Gesprächen in Mexiko-Stadt ausgeschlossen; eine kanadische Komponente ist in den neuen Berechnungen nicht vorgesehen.
Die mexikanische Seite unter Leitung von Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard sprach dennoch von einer „positiven“ ersten Verhandlungsrunde und einem konstruktiven Dialog. Aus Washingtoner Sicht steht indes die Reduzierung des Handelsbilanzdefizits mit dem südlichen Nachbarn im Vordergrund, ebenso die Stärkung heimischer Lieferketten. Beobachter in Mexiko-Stadt zeigten sich alarmiert: Ein derart protektionistischer Vorstoß könnte die tief integrierte nordamerikanische Automobilindustrie erschüttern, die auf grenzüberschreitende Produktionsnetzwerke angewiesen ist. Für die mexikanische Volkswirtschaft, deren Exporte zu 80 Prozent in die USA fließen, steht viel auf dem Spiel.
Zeitgleich mehren sich die Signale, dass die USA ihre Handelspolitik auch gegenüber anderen Partnern bilateral zuspitzen. So berichtete US-Botschafter Sergio Gor in Neu-Delhi, dass ein Handelsabkommen mit Indien kurz vor dem Abschluss stehe – nur noch „ein Prozent“ der Verhandlungen sei offen. Eine indische Delegation reiste kürzlich nach Washington, eine amerikanische wird in der kommenden Woche in Indien erwartet. Das geplante Abkommen soll Washington einen verbesserten Marktzugang sichern und zugleich die strategische Partnerschaft gegen den Einfluss Chinas festigen.
Aus europäischer Perspektive sind diese Entwicklungen ein Warnsignal. Die USA demonstrieren eine systematische Abkehr von multilateralen Regeln und setzen auf bilaterale Abkommen, die einseitige Vorteile maximieren. Für die deutsche Automobilindustrie, die stark in Mexiko und in den USA produziert, könnten solche neuen Ursprungsregeln die globalen Wertschöpfungsketten erheblich stören. Auch die Schweiz und Österreich, deren Exportwirtschaften eng mit dem amerikanischen Markt verbunden sind, dürften die protektionistische Wende mit Sorge beobachten. Die Biden-Ära hatte auf Wiederannäherung gesetzt, doch der neue Kurs signalisiert eine dauerhafte Verschiebung hin zu transaktionaler Wirtschaftsdiplomatie.
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Japanisch-koreanische Presse | 0.00 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | +0.70 | aligned |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.10 | neutral |
Trumps Forderung nach 50 Prozent US-Anteil an nordamerikanischen Autos stößt auf Skepsis. Man befürchtet einen Rückschritt für die regionale Integration, auch wenn die Gespräche als offen und konstruktiv beschrieben werden. Die mexikanische Seite bemüht sich um eine Verteidigung der eigenen Autoindustrie bei gleichzeitig pragmatischem Auftreten.
Das Weiße Haus fordert strengere Ursprungsregeln für Autos: 82 Prozent nordamerikanischer Anteil, die Hälfte davon aus den Vereinigten Staaten. Die Forderungen wurden den Herstellern in bilateralen Gesprächen ohne Kanada mitgeteilt. Ein technischer Vorstoß, der die neuen Verhandlungsparameter setzt.
Das Handelsabkommen zwischen Indien und den USA ist auf die Zielgerade eingebogen. Nur noch ein Prozent der Fragen ist offen, eine US-Delegation reist jetzt nach Neu-Delhi, um die Gespräche abzuschließen. Der Botschafter spricht von einem entscheidenden Moment und erwartet die Unterzeichnung in wenigen Wochen.
Die erste Gesprächsrunde zwischen Washington und Mexiko-Stadt endete in positiver Atmosphäre. Erörtert wurden Ursprungsregeln, die Autobranche und die asiatische Konkurrenz. Trotz Trumps wiederholter Rückzugsdrohungen bewerteten beide Seiten den Dialog als konstruktiv.
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