
Zur Weltstillwoche 2026 melden mehrere Länder sinkende Raten ausschließlichen Stillens
Daten aus Bangladesch, Indonesien, Argentinien, Ghana und Nigeria zeigen teils deutliche Rückgänge beim ausschließlichen Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten.
Der auffälligste Rückgang kommt aus Bangladesch. Nach Angaben der Bangladesh Breastfeeding Foundation (BBF) erhielten 2017/18 noch 65 Prozent der Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich Muttermilch, heute sind es 55 Prozent; 45 Prozent der Kinder werden demnach nicht ausreichend gestillt. Damit fiel das Land, das 2020 unter den Entwicklungsländern an erster Stelle rangierte, auf Platz sechs zurück. Auf einem Seminar zum Auftakt der Weltstillwoche (1.–7. August), das die BBF gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium veranstaltete, machten Kinderärzte neben unzureichender Nachsorge nach Kaiserschnitten auch die Missachtung des Gesetzes gegen Muttermilchersatzprodukte in Krankenhäusern für die Entwicklung verantwortlich.
In Indonesien ist die Quote laut WHO- und UNICEF-Daten zwar von 52 Prozent (2017) auf rund 66 Prozent (2024) gestiegen, doch nach Einschätzung der indonesischen Kinderärztevereinigung IDAI erhält weiterhin jedes dritte Kind keine ausschließliche Muttermilch. Als zentrale Hürde nennt die Vereinigung berufstätige Mütter: Rund 45 Prozent der Abbrüche des ausschließlichen Stillens gehen auf ihre Situation zurück, weil viele Arbeitsplätze weder Räume noch Zeit zum Abpumpen böten. In Argentinien zeigt ein Bericht des Thinktanks CIPPEC, dass die Hälfte aller Beschäftigten keinerlei Elternzeit nach der Geburt in Anspruch nehmen kann; die gesetzliche Vaterschaftszeit beträgt lediglich zwei Tage – die kürzeste in Südamerika. Zwischen dem zweiten und sechsten Lebensmonat sinkt die Quote ausschließlichen Stillens dort von 54 auf 45 Prozent.
In Ghana fällt der Anteil ausschließlich gestillter Säuglinge bis zum Alter von vier bis fünf Monaten auf etwa die Hälfte. In Nigeria liegt der Bundesstaat Niger mit 49 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt von 56 Prozent; mit Unterstützung von UNICEF und der US-Regierung fanden dort Straßenmärsche und Aufklärungskampagnen statt. Im Bundesstaat Benue wurde im Rahmen der Weltstillwoche die Kampagne „First 1,000 Days“ gestartet, die die Ernährung von der Empfängnis bis zum zweiten Lebensjahr verbessern soll.
Als nächster Schritt steht die Umsetzung der „First 1,000 Days“-Kampagne in Benue an; Bangladesch hat sich zum Ziel gesetzt, die Quote ausschließlichen Stillens bis 2030 auf 60 Prozent anzuheben.
| Subsaharisch-afrikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | −0.60 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.70 | critical |
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
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