
18-jährige US-Amerikanerin plante Anschlag auf Synagoge in Houston – wachsende Bedrohung jüdischer Einrichtungen
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist ein Anschlag auf eine jüdische Gemeinde in den Vereinigten Staaten vereitelt worden. Die achtzehnjährige Angelina Han Hicks aus Lexington im Bundesstaat North Carolina wurde festgenommen, weil sie gemeinsam mit zwei weiteren Männern geplant haben soll, mit einem Fahrzeug in die Kongregation Beth Israel in Houston zu rasen, um „so viele Juden wie möglich zu töten“. Die Kaution wurde auf zehn Millionen Dollar festgesetzt, die Anklage lautet auf Verschwörung zum Mord und zu tätlichem Angriff. Aus Washingtoner Sicht reiht sich der Fall in eine Serie von Gewaltdrohungen ein, die nach dem Beginn der Militäraktion der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar sprunghaft zugenommen haben. Erst vor einem Monat hatte ein bewaffneter Mann seinen Pickup in eine Synagoge im Großraum Detroit gesteuert – ein Angriff, der bei Sicherheitsbehörden die Alarmbereitschaft erheblich erhöhte. Das noch junge Alter der Verdächtigen in Houston gibt Anlass zur Sorge vor einer Radikalisierung unter Jugendlichen, die durch Online-Propaganda und soziale Netzwerke befeuert wird.
In Houston selbst reagierten jüdische Gemeinden mit sofortigen Sicherheitsvorkehrungen. Die Kongregation Beth Israel, eine der ältesten Reformgemeinden der Stadt, verstärkte ihre Schutzmaßnahmen bereits vor der Festnahme, nachdem das FBI Hinweise auf die Verschwörung erhalten hatte. Beobachter in Jerusalem verweisen auf die globale Dimension solcher Anschlagspläne: Weltweit – von Europa über Nordamerika bis nach Australien – haben Synagogen ihre Sicherheitsprotokolle verschärft, oft in enger Abstimmung mit örtlichen Polizeibehörden. Die beiden mutmaßlichen Mittäter von Hicks sind bislang nicht gefasst, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Anklageschrift zeigt eine erschreckende Detailversessenheit: Die Gruppe soll konkrete Fluchtwege, Zeitpunkte des Gottesdienstes und Schwachstellen des Gebäudes ausgekundschaftet haben.
Für deutschsprachige Länder stellt sich die Frage, ob ähnliche Netzwerke auch in Europa existieren. Deutschlands Innenministerium hat die Sicherheitslage für jüdische Einrichtungen bereits als „angespannt“ bezeichnet, in Österreich und der Schweiz wurden Präventionsmaßnahmen verstärkt. Die Bedrohung durch islamistischen sowie rechtsextremen Terror bleibt allgegenwärtig, doch die jüngsten Fälle in den USA zeigen eine neue Qualität: Die Täter handeln nicht als Teil großer Organisationen, sondern in kleinen, schwer zu durchschauenden Zellen. Der Fall Hicks könnte deshalb als Warnsignal für Sicherheitsbehörden dienen, die ihre Analyse von Radikalisierungsmustern bei sehr jungen Erwachsenen schärfen müssen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Anschläge in Detroit und Houston Einzeltaten bleiben oder den Auftakt einer Serie markieren.
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