
Apples 250-Millionen-Dollar-Vergleich: Irreführende KI-Werbung hat ihren Preis
Apple zahlt 250 Millionen Dollar, um eine Klage wegen irreführender KI-Werbung für das iPhone 16 beizulegen. Betroffene Nutzer in den USA können bis zu 95 Dollar erhalten.
Apple hat sich in einem der größten Fälle irreführender Werbung im Bereich künstlicher Intelligenz zu einem Vergleich in Höhe von rund 250 Millionen Dollar bereit erklärt. Die Einigung, die noch der richterlichen Zustimmung im Juni bedarf, beendet eine Sammelklage, die dem Konzern vorwirft, mit nicht existenten KI-Funktionen für den Sprachassistenten Siri den Absatz der iPhone-15-Pro- und iPhone-16-Modelle angekurbelt zu haben. Aus US-amerikanischer Sicht ist der Fall ein Präzedenzfall: Er zeigt, dass die aggressive Vermarktung von KI-Features, die technisch noch nicht ausgereift sind, rechtliche Konsequenzen haben kann. Anspruchsberechtigt sind rund 36 Millionen Kunden, die zwischen Juni 2024 und März 2025 ein entsprechendes Gerät erworben haben; sie können mit Zahlungen zwischen 25 und 95 Dollar rechnen. Apple selbst betont, man habe kein Fehlverhalten eingeräumt, doch der finanzielle und reputative Schaden ist bereits eingetreten.
Die Klage, im Dezember 2024 vor einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht, stützt sich auf einen Befund der nationalen Werbeabteilung der USA. Diese hatte festgestellt, dass Apples Kampagne für „Apple Intelligence“ – eine Suite von KI-Funktionen, die Siri kontextbezogener machen und eine Integration mit ChatGPT versprach – den Eindruck erweckte, die Funktionen seien sofort nutzbar. Tatsächlich blieb die Aktualisierung aus; mehr als zwei Jahre nach der Ankündigung ist die versprochene Siri-Überholung noch nicht vollständig ausgerollt. Beobachter in Peking verfolgen den Fall mit besonderem Interesse, da chinesische Technologiekonzerne wie Huawei und Xiaomi ähnliche KI-Versprechen machen, aber in einem weniger regulierten Werberecht agieren. In Europa, wo Verbraucherschutzorganisationen bereits die Transparenz von KI- Produktankündigungen prüfen, könnte der Fall als Blaupause für künftige Klagen dienen.
Der Vergleich kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Apple seine KI-Strategie grundlegend überdenkt. Wie aus Branchenkreisen durchsickert, plant der Konzern mit iOS 27 eine Öffnung seines Assistenten für Drittanbieter-KI-Modelle; Siri könnte dann auf Systeme von Google, OpenAI oder anderen zurückgreifen. Dies wäre eine Kehrtwende nach Jahren der vertikalen Integration. Analysten sehen darin das Eingeständnis, dass Apples hauseigene KI-Entwicklung nicht mit der Konkurrenz Schritt hält. Aus Sicht der Zürcher Wettbewerbsbehörde könnte dieser Schritt den Markt für Sprachassistenten beleben, aber auch neue Fragen der Datenhoheit aufwerfen. Der Vergleich hingegen sendet ein klares Signal an die gesamte Branche: Wer KI als Verkaufsargument nutzt, muss liefern – oder zahlen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Einigung nur ein teurer Ausrutscher war oder den Beginn einer strengeren Regulierung von KI-Werbemarken markiert.
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