
Barclays übertrifft Gewinnerwartungen, Aktie fällt trotzdem
Der britische Bankkonzern Barclays steigerte im zweiten Quartal den Vorsteuergewinn um 31 Prozent, enttäuschte aber mit einer nur moderaten Anhebung der Jahresprognose.
Der britische Bankkonzern Barclays hat im zweiten Quartal 2026 einen Vorsteuergewinn von 3,25 Milliarden Pfund erzielt, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und leicht über den Analystenerwartungen von 3,12 Milliarden Pfund. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 8,34 Milliarden Pfund. Trotz dieser starken Zahlen gab die Aktie an der Londoner Börse um mehr als fünf Prozent nach. Grund war die verhaltene Anhebung der Jahresumsatzprognose von 31 auf 31,5 Milliarden Pfund, die von Beobachtern als enttäuschend bewertet wurde. Richard Hunter, Marktanalyst bei Interactive Investor, sprach von einem „Hauch von Enttäuschung“.
Der Gewinnsprung wurde vor allem von der Investmentbank getragen, deren Erlöse um 20 Prozent auf knapp vier Milliarden Pfund zulegten. Treiber waren nach Angaben des Konzerns die Aktiensparte mit einem Plus von 45 Prozent im zweiten Quartal sowie höhere Gebühren. Die Finanzmärkte waren zeitweise stark volatil infolge des Nahostkonflikts und der US-Handelspolitik, was zu höheren Handelsvolumina führte. Das US-Verbrauchergeschäft von Barclays steigerte die Erlöse um 38 Prozent im Jahresvergleich. Die Risikovorsorge für faule Kredite stieg im ersten Halbjahr auf 1,4 Milliarden Pfund (Vorjahr: 1,1 Milliarden), was das Institut unter anderem auf den Zusammenbruch des britischen Immobilienkreditgebers Market Financial Solutions im ersten Quartal zurückführte, der eine einmalige Belastung von 228 Millionen Pfund verursachte.
Konzernchef C. S. Venkatakrishnan bekräftigte die Finanz- und Ausschüttungsziele für 2026 und 2028. Zugleich kündigte Barclays ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde Pfund an, das die Erwartungen der Analysten übertraf. Zudem erwarb die Bank ihren Hauptsitz im Londoner Stadtteil Canary Wharf für 750 Millionen Pfund in einem 999-jährigen Pachtvertrag, der langfristige Kostensicherheit bietet.
Als nächster Meilenstein gilt die Erreichung der für 2026 gesetzten Leistungsziele. Barclays zeigte sich zuversichtlich, auf dem richtigen Weg zu sein, die Prognose für das Gesamtjahr zu erfüllen.
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