
Behörden in Asien gehen gegen riskante Arzneikombinationen, zweifelhafte Landwirtschaftspraktiken und irreführende Werbung vor
Während Indien 16 Kombinationspräparate wegen fehlender therapeutischer Rechtfertigung verbietet, warnt Indonesien vor Paracetamol auf Plantagen und der Iran vor gesundheitsschädlichen Produkten in Werbung und Kosmetik.
Die indische Regierung hat mit sofortiger Wirkung Herstellung, Verkauf und Vertrieb von 16 festen Wirkstoffkombinationen (Fixed-Dose Combinations, FDCs) untersagt. Das Verbot, gestützt auf ein Expertengremium des Drugs Technical Advisory Board, betrifft Präparate aus mehreren Therapiebereichen – darunter Schmerzmittel, Antibiotika und dermatologische Zubereitungen –, die nach Einschätzung der Behörden „keine therapeutische Rechtfertigung“ aufweisen und deren Risiken den Nutzen überwiegen. Unter den verbotenen Kombinationen finden sich Paracetamol mit Lignocain sowie mehrere Antibiotika-Serratiopeptidase-Mischungen, die ohne wissenschaftlich validierten Zusatznutzen vertrieben wurden. Das Gesundheitsministerium in Neu-Delhi ordnete an, dass die Durchsetzung landesweit von den Arzneimittelkontrollbehörden der Bundesstaaten überwacht wird.
In Indonesien sorgt derweil eine andere Verwendung von Paracetamol für Reaktionen der Behörden: Nach viralen Videos, die eine Düngung von Chilipflanzen mit dem Schmerzmittel und Vitamin-B-Komplex propagieren, warnte das Landwirtschaftsministerium in Jakarta vor dieser Praxis. Es gebe keinerlei wissenschaftliche Empfehlung für den Einsatz von Humanarzneimitteln in der Pflanzenproduktion; zugleich verwies die Behörde auf mögliche Risiken wie Arzneimittelrückstände in der Nahrungskette, Störungen des Bodenmikrobioms und ineffiziente Kosten. Internationale Laborstudien hätten zwar gezeigt, dass Pflanzen Paracetamol aufnehmen und anreichern können, doch fehle es an Feldversuchen und offiziellen Zulassungen. Das Ministerium führt die Suche nach billigen Alternativen auf gestiegene Düngerpreise zurück, betont jedoch, dass amtliche Empfehlungen nur auf registrierten und geprüften Betriebsmitteln beruhen können.
Im Iran veröffentlichte das Gesundheitsministerium zeitgleich die jährliche Liste gesundheitsschädlicher Güter und Dienstleistungen, die ab sofort einem vollständigen Werbeverbot in allen Medien – einschließlich des staatlichen Rundfunks – unterliegen. Die 19 Positionen umfassen verarbeitete Fleischwaren, zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Haushaltsöle mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Tabakprodukte sowie kosmetische Dienstleistungen wie Tätowierungen und Hautbräunung. Begründet wird das mit der Rolle dieser Produkte bei der Zunahme nichtübertragbarer Krankheiten. Gleichzeitig warnte die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde in Teheran vor nicht zugelassenen Gesichtsmasken und Bleichcremes, die Substanzen wie Hydrochinon oder Steroide enthalten können und zu chemischen Verbrennungen oder bleibenden Hautschäden führen. Verbraucher wurden aufgefordert, entsprechende Funde zu melden.
Die Maßnahmen in den drei Ländern unterstreichen einen gemeinsamen Regulierungstrend: Behörden stärken evidenzbasierte Zulassungen und schränken Spielräume für ungeprüfte Anwendungen ein. In Indien dürften nun Inspektionen und Rückrufe die unmittelbare Umsetzung begleiten; für Indonesien ist eine umfassende Untersuchung zur Feldwirksamkeit und Sicherheit erforderlich, bevor Paracetamol jemals als Düngemittel eingestuft werden könnte. Im Iran wird sich das Werbeverbot erst dann bewähren, wenn auch indirekte Platzierungen in Unterhaltungsformaten unterbunden werden – hier knüpft die nächste Kontrollstufe an.
| Iranische & verwandte Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
The Iranian government acts decisively to stabilize prices and protect citizens from speculation and external pressures.
It presents control measures as an inevitable and necessary response to external factors (war) and internal weaknesses, legitimizing state intervention as an act of protection.
It does not mention that price increases are also driven by domestic monetary policies and international sanctions, which could reduce the external blame.
Meat prices rise due to objective causes: tight supply, diseases, geopolitics. Governments can only take note.
It attributes price increases to external and impersonal factors (market, diseases, geopolitics), normalizing the situation as a fact that requires adaptation, not direct intervention.
It does not consider the role of trade policies or domestic subsidies that could mitigate the impact on consumers, nor does it mention price control measures adopted by some countries.
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