
Abdul El-Sayed gewinnt demokratische Senatsvorwahl in Michigan – innerparteiliche Spaltung droht
Der progressive Epidemiologe setzte sich knapp gegen die moderatere Haley Stevens durch; im November trifft er auf den Republikaner Mike Rogers.
Abdul El-Sayed hat die Vorwahl der Demokraten um den Senatssitz in Michigan knapp für sich entschieden. Nach Zahlen, die die argentinische Zeitung Perfil veröffentlichte, entfielen auf ihn 743.455 Stimmen (48,5 Prozent), auf seine Rivalin Haley Stevens 727.758 (47,5 Prozent). Die Auszählung zog sich nach Angaben von NPR über die gesamte Nacht hin. Stevens galt als Kandidatin des Parteiestablishments, das sie unterstützte. El-Sayed, dessen Vater aus Ägypten stammte, war zuvor Gesundheitsdirektor der Grafschaft Wayne; er wird dem progressiven Flügel zugerechnet.
Die Republikaner haben den Angriff auf den neuen Kandidaten umgehend eröffnet. Präsident Donald Trump bezeichnete El-Sayed auf der Plattform Truth Social als „kommunistischen Verlierer, der Juden und Israel hasst“ und sprach von einer guten Nachricht für seine Partei, wie The Independent und Fox News berichten. Das Nationale Republikanische Senatskomitee nannte El-Sayed „den radikalsten Kandidaten in Amerika“ und verwendete erstmals seinen vollen Namen Abdulrahman Mohamed El-Sayed, wie MSNBC meldet. Auch Vizepräsident J. D. Vance griff den Kandidaten an. Die frühere Außenministerin Hillary Clinton sagte in einem Podcast, die Republikaner würden El-Sayed als Kommunisten etikettieren; diese Taktik werde „sehr wirkungsvoll“ sein, wie The Independent zitiert.
Innerhalb der Demokraten zeichnen sich Spannungen ab. Mehrere Senatoren, darunter Patty Murray und Tina Smith, äußerten gegenüber Fox News Digital Zuversicht über El-Sayeds Chancen, wichen aber Nachfragen zu seinen progressiven Positionen aus; Tammy Baldwin aus Wisconsin verwies dagegen auf seine ärztliche Ausbildung. Der frühere Rechtsberater der Demokraten im Repräsentantenhaus, Julian Epstein, erklärte in der New York Post, er unterstütze in dieser Wahl den Republikaner Rogers; er warf seiner Partei vor, von einer Klippe zu springen. El-Sayed selbst weist die sozialistische Etikettierung zurück. „Ich bin einfach kein Sozialist“, sagte er laut La Nación in einem Interview; sein Ansatz sei datengetrieben, nicht ideologisch.
Die Vorwahl gilt als Ausdruck des Konflikts zwischen progressivem und moderatem Flügel der Partei. Nach Angaben von Zeteo gaben außerparlamentarische Gruppen rund 60 Millionen Dollar aus, davon mehr als 30 Millionen von der pro-israelischen Organisation AIPAC, die Stevens unterstützte. Die Zeitung Al Ittihad berichtet, Stevens habe insgesamt über 70 Millionen Dollar erhalten, vorwiegend von pro-israelischen Gruppen, während El-Sayeds Kampagne sich weitgehend aus Kleinstspenden finanzierte; das Verhältnis der Ausgaben habe mehr als elf zu eins betragen. Zugleich habe die Debatte über den Gazakrieg und die amerikanische Unterstützung für Israel die Kampagne durchzogen. Die arabisch-amerikanische Gemeinschaft in Michigan habe mit ihrem Beitrag zur Nominierung El-Sayeds ein Zeichen gesetzt, schreibt Al Ittihad.
Die eigentliche Auseinandersetzung steht noch bevor. El-Sayed tritt am 3. November gegen den früheren Kongressabgeordneten Mike Rogers an, der laut Fox News bereits um demokratische Wähler wirbt. Die Demokraten bemühen sich derweil um Geschlossenheit: NBC News berichtet von einer Einheitskundgebung mit dem früheren Verkehrsminister Pete Buttigieg. Ob die Anhänger von Haley Stevens den progressiven Kandidaten im November unterstützen werden, gilt bislang als offen.
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Pragmatismus muss vor Ideologie gehen; El-Sayed ist der Kandidat, der Daten priorisiert und Etiketten ablehnt.
Es stellt Ideologie gegen Pragmatismus, um den Kandidaten als rational und fern vom Sozialismus darzustellen.
Die Rolle des Gaza-Kriegs im Wahlkampf wird weggelassen, anders als in anderen Analysen.
Die demokratische Einheit ist fragil; interne Spaltungen drohen den Republikanern einen Vorteil zu verschaffen.
Es verstärkt interne Streitigkeiten und Angriffe, um die Fragilität der Partei zu unterstreichen.
Die internationale Dimension des Sieges, insbesondere die Auswirkungen des Gazakonflikts auf die Außenpolitik, wird nicht thematisiert.
El-Sayeds Sieg ist eine Botschaft an Washington: Die Unterstützung Israels ist nicht länger ohne politische Kosten akzeptabel.
Es verallgemeinert den Sieg als Symbol eines Wandels in der US-Außenpolitik.
Interne Spaltungen der Demokratischen Partei und persönliche Angriffe gegen El-Sayed werden nicht diskutiert.
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