
Belgranos historischer Triumph: Erstligatitel nach dramatischem Finale gegen River Plate
Belgrano de Córdoba gewann das Torneo Apertura 2026 mit einem 3:2 über River Plate. Nicolás Fernández erzielte spät einen Doppelpack, ein VAR-Elfmeter ebnete den Weg. Für den Klub ist es der erste Meistertitel der 121-jährigen Geschichte.
Der Fußball schreibt seine eigenen Legenden: Im Estadio Mario Alberto Kempes zu Córdoba feierte Belgrano de Córdoba am Sonntag den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Nach einem 1:2-Rückstand drehte das Team von Ricardo Zielinski das Finale des Torneo Apertura 2026 gegen River Plate und siegte mit 3:2. Der Joker Nicolás ‚Uvita‘ Fernández avancierte mit einem späten Doppelpack binnen drei Minuten zum Helden – erst per verwandeltem Handelfmeter (85.), dann mit einem Abstauber zum Sieg (88.). Zuvor hatten Facundo Colidio (17.) und Tomás Galván (59.) River zweimal in Führung gebracht, Leonardo Morales glich per Kopf aus (26.).
Für Belgrano ist es der erste Titel in der höchsten argentinischen Spielklasse seit der Gründung 1905. Die historische Parallele zur wohl schwärzesten Stunde Rivers drängt sich auf: 2011 hatte Belgrano den Hauptstadtklub in der Relegation in die zweite Liga geschickt – ebenfalls unter Trainer Zielinski und mit Akteuren wie Franco Vázquez. Diesmal ging es nicht um den Abstieg, sondern um den Triumph, doch die emotionale Wucht ist vergleichbar. Die argentinische Presse sprach vom ‚Piratazo‘, dem Coup des Außenseiters, der River den nächsten Titel verwehrt und das Prestige des ‚Millonario‘ beschädigt.
Die Partie war von einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung geprägt. Nach Videobeweis ahndete Referee Yael Falcón Pérez ein Handspiel von Rivers Lautaro Rivero im Strafraum. River-Trainer Eduardo Coudet, ohnehin unter Druck nach einem durchwachsenen Halbjahr, lief auf das Feld und beschimpfte den Unparteiischen, was zur Roten Karte führte. Auch nach Abpfiff setzte sich die Wut fort: Coudet blieb der Siegerehrung fern, Spieler wie Gonzalo Montiel legten die Silbermedaillen sofort ab. Aus Córdoba hingegen wurden Bilder euphorischer Massen gesendet; Gouverneur Martín Llaryora pries den wirtschaftlichen Impuls des Finales.
Für das deutschsprachige Publikum mag der argentinische Vereinsfußball fern erscheinen, doch die Dramaturgie dieses Endspiels erinnert an klassische David-gegen-Goliath-Geschichten, die weltweit faszinieren. Kurz vor der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika steht der argentinische Klubfußball im Zeichen neuer Helden und alter Rivalitäten. Belgranos Triumph befeuert nicht nur den Stolz des Binnenlandes, sondern bereichert den internationalen Fußballkalender um einen unerwarteten Namen. River Plate muss sich unterdessen auf die Copa Sudamericana konzentrieren, um die Saison zu retten – eine Bewährungsprobe für den angeschlagenen Trainer Coudet.
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