
Iran und Oman erzielen Rahmenverständigung über Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus
Die endgültige Billigung steht noch aus, und eine vollständige Wiedereröffnung der Wasserstraße macht Teheran von der Aufhebung der US-Seeblockade abhängig.
Nach Angaben des Sprechers der Nationalen Sicherheitskommission des iranischen Parlaments, Hassan Ghashghavi, haben Iran und Oman eine allgemeine Rahmenvereinbarung über die Regelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus getroffen. Der endgültige Text und die Details würden in Kürze bekanntgegeben, sobald die Zustimmung auf höheren Ebenen vorliege, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA den Abgeordneten. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, bestätigte, dass die geografischen Koordinaten des geplanten Korridors abgestimmt seien und eine gemeinsame Erklärung beider Länder in der Endredaktion befinde, sofern Dritte den Prozess nicht behinderten.
Der von der halbamtlichen Agentur Fars unter Berufung auf eine informierte Quelle beschriebene Entwurf sieht vor, dass einlaufende Schiffe zunächst die nördliche Route nahe der iranischen Küste nutzen, während auslaufende Schiffe die südliche Route nahe Oman befahren. Nach einer Übergangszeit sollen beide Routen geschlossen und der gesamte Verkehr durch einen zentralen Korridor geleitet werden, wobei Iran den eingehenden Verkehr kontrolliert und der ausgehende Verkehr gemeinsam mit Oman überwacht wird. Aus Washingtoner Sicht erklärte ein US-Vertreter laut Bloomberg, dass vorübergehende Durchfahrtsrouten keiner Genehmigung, Gebühren oder Abgaben bedürften. Präsident Donald Trump bezeichnete die Straße als „gewissermaßen offen“ und betonte, die Verhandlungen kämen voran, warnte jedoch vor verbleibenden Risiken durch Minen oder Angriffe.
Teheran knüpft eine vollständige Wiedereröffnung der für den globalen Öltransport zentralen Wasserstraße an die Aufhebung der amerikanischen Seeblockade und an politische wie wirtschaftliche Zusagen. Der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi stellte klar, dass die Vereinbarung mit Oman kein normales Wiederanlaufen des freien Schiffsverkehrs bedeute, sondern ein neues Modell, bei dem ein erheblicher Teil der Route durch iranische Hoheitsgewässer führe. Iranische Parlamentarier drängen zudem auf ein Verbot für US-amerikanische und israelische Schiffe sowie auf Kompensationszahlungen „feindlicher Staaten“, berichtete Fars. Ob der seit den US-israelischen Angriffen im Februar untergetauchte oberste Führer Mojtaba Khamenei dem Vorhaben bereits zugestimmt hat, ist unklar; die Kommunikation mit ihm nehme Zeit in Anspruch.
Die Straße von Hormus, durch die vor dem Konflikt etwa ein Fünftel des globalen Ölangebots transportiert wurde, war nach den koordinierten Angriffen der USA und Israels im Februar von Iran faktisch blockiert worden. Ein früheres, am 14. Juni unter pakistanischer Vermittlung erzieltes Abkommen, das eine 60-tägige gebührenfreie Öffnung gegen die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte vorsah, scheiterte nach iranischer Darstellung an der Nichteinhaltung durch Washington, das eine alternative Route durch omanische Gewässer etablierte. Die daraufhin eskalierten Spannungen mündeten in Gefechte und wiederholte US-Luftangriffe. Das nun mit Oman ausgehandelte Provisorium soll nach Angaben aus Teheran zunächst für 60 Tage gelten, wobei Gharibabadi eine Nutzung des neuen Korridors von zwei bis vier Monaten oder länger in Aussicht stellte. Die endgültige Entscheidung über die Annahme des Rahmenwerks wird auf höchster Ebene in Iran erwartet; eine gemeinsame Erklärung könnte in den kommenden Tagen erfolgen, sofern keine äußeren Hindernisse auftreten.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | +0.20 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | +0.80 | aligned |
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
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