
Brasiliens Neuanfang unter Ancelotti: WM-Debüt gegen Marokko ohne Neymar
Am dritten Turniertag der WM 2026 eröffnet Brasilien seine Jagd nach dem sechsten Titel gegen den afrikanischen Überraschungshalbfinalisten von Katar – der verletzte Superstar fehlt der Seleção dabei schmerzlich.
Der dritte Spieltag der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird von einem Duell der Generationen beherrscht: Brasilien, der Rekordweltmeister, tritt im MetLife Stadium von New Jersey gegen Marokko an, jenes Team, das vor vier Jahren als erstes afrikanisches Land das Halbfinale erreichte. Aus brasilianischer Sicht beginnt damit die ersehnte Aufholjagd nach 24 Jahren ohne Titel – eine Durststrecke, die selbst für die erfolgsverwöhnte Fußballnation historisch beispiellos ist. Unter der Regie des Italieners Carlo Ancelotti, der als erster ausländischer Trainer eine brasilianische Mannschaft bei einer WM betreut, soll endlich der sechste Stern her. Die Erwartungen sind enorm, auch wenn die Qualifikationsphase durchwachsen verlief und die Mannschaft nicht mit der Selbstverständlichkeit früherer Tage in das Turnier geht.
Doch die Generalprobe gerät ins Stocken: Neymar, mit 34 Jahren immer noch die schillerndste Figur des Teams, fällt wegen einer hartnäckigen Wadenverletzung aus. Der Stürmerstar von Santos, der erst spät in den Kader berufen wurde, kann frühestens im zweiten Gruppenspiel gegen Haiti wieder eingreifen. Brasilianische und internationale Medien kommentieren die Personalie mit einer Mischung aus Sorge und Pragmatismus – während Ancelotti die Erfahrung des Angreifers für die Kabine lobt, sehen Beobachter in Indonesien und Russland seine Absenz als Chance für die junge Offensive um Vinícius Júnior und Raphinha. Marokko hingegen, so die einhellige Meinung nordafrikanischer und französischer Blätter, geht unbeeindruckt in das Aufeinandertreffen: Trainer Mohamed Ouahbi setzt auf das eingespielte Kollektiv, das mit Achraf Hakimi und Brahim Díaz gespickt ist und den Brasilianern einen harten Abend bereiten will.
Parallel dazu stehen weitere Partien auf dem Programm, die für europäische Interessen von Bedeutung sind. Die Schweiz, das einzige deutschsprachige Teilnehmerland des Tages, trifft in Santa Clara auf Katar. Für das Team von Murat Yakin, das sich seit 2006 stets für die WM qualifiziert hat, ist es der Auftakt zu einer vermeintlich machbaren Gruppe B, in der auch Kanada und Bosnien-Herzegowina spielen. Schweizer Medien betonen die Favoritenrolle, verweisen jedoch auf die Unwägbarkeit eines Turnierstarts – und auf die Notwendigkeit, gegen den Asienmeister von 2019, der nach dem enttäuschenden Heimspiel 2022 Rehabilitation sucht, früh das Tempo zu bestimmen. Im späteren Verlauf der Nacht messen sich Haiti und Schottland im Bostoner Gillette Stadium, beides Rückkehrer nach jahrzehntelanger Abstinenz – die Karibikinsel erstmals seit 1974, die Bravehearts erstmals seit 1998 dabei. Aus schottischer Sicht ruhen die Hoffnungen auf Kapitän Andrew Robertson, während haitianische Experten auf die Schnelligkeit ihrer Stürmer um Duckens Nazon setzen.
Aus globaler Perspektive markiert der Tag den ersten großen Stresstest für das erweiterte 48-Team-Format, das Überraschungen begünstigt und traditionelle Hierarchien infrage stellt. Gerade die Partie Brasilien gegen Marokko zeigt, wie eng die Leistungsdichte an der Spitze geworden ist – die FIFA-Weltrangliste trennt die Kontrahenten nur um einen Platz. Sollte Ancelottis Elf ohne Neymar stolpern, wäre dies ein Paukenschlag, der das Selbstverständnis des fünffachen Champions erschüttert und den Außenseitern der Gruppe C – Haiti und Schottland – Tür und Tor öffnet. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob die brasilianische Routine oder der marokkanische Aufstiegswille obsiegt.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.80 | aligned |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | +0.70 | aligned |
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.10 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | −0.10 | neutral |
Marokko eröffnet seine WM mit dem Anspruch, Brasilien ins Wanken zu bringen und den vierten Platz von 2022 zu bestätigen. Die Atlas-Löwen treten mit Disziplin und Selbstvertrauen an, unbeeindruckt von Wettquoten, die sie als klare Außenseiter sehen.
Brasilien startet mit großer Erwartung in die WM, während Ancelotti eine 32 Jahre alte persönliche Wunde schließen und die 24-jährige Titelflaute beenden soll. Die Übertragungen richten sich ganz auf die Fans aus, und der italienische Trainer lehnt jede Favoritenrolle ab.
Das Duell Brasilien gegen Marokko ist der erste echte Höhepunkt der auf 48 Teams erweiterten WM. Die Marokkaner werden als Mannschaft präsentiert, die eine neue Dimension erreicht hat, während Ancelottis WM-Debüt durch Neymars Wadenverletzung getrübt wird.
Live-Ticker: Die Schweiz führt per Elfmeter gegen Katar, und Neymar fällt für Brasiliens Auftakt endgültig aus. Im Mittelpunkt stehen das aktuelle Spielgeschehen, Wettquoten und die Frage, ob Ancelotti Brasiliens 24-jähriges Warten beenden kann.
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