
Cyberangriffe auf US-Wassersysteme: Trump weist Iran-Verdacht zurück und beschuldigt Minnesota
Während Ermittler und Bundesbehörden eine Spur nach Teheran sehen, macht der Präsident den demokratischen Gouverneur des Bundesstaates für die Vorfälle verantwortlich.
In den Vereinigten Staaten sind Wasserversorgungssysteme in mindestens sieben Bundesstaaten Ziel koordinierter Cyberangriffe geworden. Allein im Bundesstaat Minnesota wurden nach Angaben der dortigen IT-Behörde mehr als 30 kommunale Anlagen attackiert. Die Vorfälle ereigneten sich am 26. und 27. Juli und führten laut der Cybersicherheitsbehörde CISA zu Abkochhinweisen für Trinkwasser, manuellem Betrieb und in einigen Fällen zu Druckverlust sowie Überschwemmungen. Das FBI bestätigte, dass in Teilen der betroffenen Systeme der Betrieb beeinträchtigt wurde, eine Gefahr für die Wasserqualität habe jedoch nicht bestanden.
Präsident Donald Trump wies die sich verdichtenden Hinweise auf eine iranische Urheberschaft am Freitag während einer Kabinettssitzung in Camp David zurück. „Ich glaube nicht, dass das der Fall ist“, sagte er mit Blick auf die dem Iran zugeschriebene Verantwortung. Stattdessen machte er die Führung Minnesotas um Gouverneur Tim Walz verantwortlich: „Ich gebe Minnesota die Schuld, weil sie extrem inkompetent sind.“ Auf Nachfrage schloss er eine iranische Täterschaft aus und behauptete, Minnesota selbst stecke hinter den Angriffen. Gouverneur Walz, demokratischer Vizepräsidentschaftskandidat von 2024, entgegnete auf der Plattform X, Trump wisse genau, wer für die Attacke verantwortlich sei, und dass auch andere Bundesstaaten betroffen seien. Er warf der Regierung vor, mit der von Elon Musk geführten Arbeitsgruppe DOGE die Cybersicherheitsagentur CISA geschwächt und das Land so verwundbar gemacht zu haben.
Dem widersprechen vorläufige Ermittlungsergebnisse, über die die „New York Times“ und die „Washington Post“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter berichteten. Demnach deuten die Spuren auf mit dem Iran verbundene Hacker. Ein internes Memorandum des Minnesota Fusion Center, das das Magazin „Wired“ zitierte, stuft die Angriffe als „im Einklang“ mit einer iranischen Kampagne zur Cyberspionage und Sabotage ein. Bereits im April und Juli hatten FBI, NSA, EPA und CISA in gemeinsamen Warnungen auf eine gezielte Bedrohung von speicherprogrammierbaren Steuerungen in kritischer Infrastruktur durch iranische Akteure hingewiesen. Die frühere FBI-Cyberexpertin Cynthia Kaiser bezeichnete es gegenüber Reuters als „hochwahrscheinlich“, dass es sich um eine Fortsetzung dieser Kampagnen handele.
Die Angriffe fallen in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Washington und Teheran. Laut dem Bericht der „New York Times“ hat Iran seine Cyberoperationen seit Beginn der amerikanisch-israelischen Militäraktionen vor fünf Monaten intensiviert. Ein finanzielles Motiv sei nicht erkennbar, was einen kriminellen Hintergrund unwahrscheinlich mache. Gleichzeitig verweisen Sicherheitsexperten auf die seit Jahren bekannte Anfälligkeit der US-Wasserinfrastruktur: Von rund 151.000 Anlagen beteiligen sich nur etwa 420 an der Brancheninitiative WaterISAC, wie die „Washington Post“ dokumentierte. Die zuständigen Bundesbehörden haben bislang keine offizielle Attribution vorgenommen. Die Untersuchungen dauern an, während weitere Bundesstaaten wie Michigan und South Dakota ähnliche Vorfälle meldeten.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | +0.70 | aligned |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
Der US-Geheimdienst warnt vor iranischen Hackern, während Präsident Trump die Schuld auf die Inkompetenz Minnesotas schiebt.
Indem offizielle Warnungen mit Trumps Leugnung gegenübergestellt werden, erzeugt die Erzählung den Eindruck politischer Einmischung in die nationale Sicherheit.
Der historische Kontext von US-Cyberoperationen gegen den Iran (wie Stuxnet) wird weggelassen, um eine breitere Diskussion über gegenseitige Eskalation zu vermeiden.
Die Warnung vor dem Cyberangriff ist sachlich, und Trumps Dementi wird ohne Zustimmung oder Kritik gemeldet.
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