
Starmer unter Rücktrittsdruck: Britischer Premier erwägt geordneten Abgang
Nach dem Erdrutschsieg seines parteiinternen Rivalen Andy Burnham bei einer Nachwahl mehren sich die Anzeichen, dass Premierminister Keir Starmer bald einen Fahrplan für seinen Rücktritt vorlegen könnte.
Die politische Zukunft des britischen Premierministers Keir Starmer steht unmittelbar auf dem Spiel. Wie mehrere britische Medien, darunter der „Observer“ und der „Guardian“, unter Berufung auf Regierungskreise und Abgeordnete der Labour-Partei melden, soll Starmer bereits am Montag eine Erklärung über seinen geordneten Rückzug vorlegen. Zuvor hatte sein parteiinterner Konkurrent Andy Burnham bei einer Nachwahl im nordwestenglischen Wahlkreis Makerfield einen deutlichen Sieg errungen und damit den Weg ins Unterhaus sowie in die direkte Konfrontation um die Parteiführung gefunden. Minister aus Starmers eigenem Kabinett, darunter Aussenministerin Yvette Cooper und Innenministerin Shabana Mahmood, haben den Premier laut Sky News und weiteren Quellen in den vergangenen Tagen in privaten Gesprächen dazu gedrängt, den Weg für einen Wechsel an der Parteispitze freizumachen.
Starmer selbst hatte noch am Freitag öffentlich erklärt, er werde sich jeder Kampfabstimmung um den Parteivorsitz stellen und nicht freiwillig weichen. Der Ton aus Downing Street hat sich jedoch in den folgenden Stunden spürbar verändert. Wirtschaftsminister Peter Kyle, ein als loyal geltender Vertrauter Starmers, sprach am Sonntag in der BBC davon, der Premier nehme sich Zeit, „um über die politischen Realitäten, Herausforderungen und Chancen zu reflektieren“. Er räumte ein, es wäre „illusorisch“ zu behaupten, es gebe keine Kräfte, die den Premier als Parteiführer herausfordern. Derweil hat Burnham, der langjährige Bürgermeister von Greater Manchester, seinen Führungsanspruch nicht direkt angekündigt, doch seine Anhänger verweisen auf die Unterstützung von schätzungsweise mehr als der Hälfte der Labour-Abgeordneten. Eine geordnete Übergabe noch vor dem Parteitag im September gilt als das wahrscheinlichste Szenario.
Internationale Beobachter und politische Gegner haben den Druck auf Starmer zusätzlich erhöht. US-Präsident Donald Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, Starmer werde zurücktreten, und warf ihm vor, bei den Themen Einwanderung und Energie „kläglich versagt“ zu haben. Zugleich forderte Trump London auf, die Ölförderung in der Nordsee auszuweiten. Aus Moskau kommentierte der Chef des russischen Direktinvestitionsfonds, Kirill Dmitrijew, Starmers wahrscheinlichen Abgang spöttisch als Chance für einen Politikwechsel. In britischen Regierungskreisen hingegen wird betont, der Premier lasse sich von solchen Äusserungen nicht beeinflussen.
Der rapide Autoritätsverlust Starmers gründet auf einer Serie von Rückschlägen seit dem erdrutschartigen Wahlsieg der Labour-Partei im Juli 2024. Wirtschaftliche Stagnation, umstrittene Personalentscheidungen – insbesondere die Berufung des in den Epstein-Skandal verstrickten Lord Peter Mandelson zum Botschafter in Washington – sowie deutliche Verluste bei den Kommunalwahlen im Mai haben das öffentliche Vertrauen untergraben. In Umfragen liegt die von Nigel Farage geführte rechtspopulistische Reform UK seit Monaten vorn. Burnhams Erfolg in Makerfield – er holte nahezu 55 Prozent der Stimmen und distanzierte den Kandidaten von Reform UK um über 9000 Stimmen – gilt vielen Labour-Abgeordneten als Beleg dafür, dass er als Spitzenkandidat die Partei aus der Defensive führen könnte. Die Labour-Fraktion hat für den Montag ihre erste Sitzung nach der Nachwahl angesetzt; eine offizielle Erklärung Starmers wird für den Vormittag erwartet.
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Die Nachwahl in Makerfield könnte Andy Burnham, den 'König des Nordens', zum neuen Labour-Chef und Premierminister krönen und Keir Starmers angeschlagene Amtszeit beenden. Burnham, Bürgermeister von Manchester, wurde zur Ikone der vernachlässigten nördlichen Gebiete, nachdem er die Knauserigkeit der Zentralregierung während der Pandemie angeprangert hatte. Sein Sieg würde einen internen Labour-Machtkampf auslösen, da Starmer bereits durch lokale Niederlagen und Ministerrücktritte geschwächt ist.
Die Nachwahl in Makerfield hat gewaltige Konsequenzen für das Vereinigte Königreich. Ein Sieg von Andy Burnham, dem Labour-Bürgermeister von Greater Manchester, könnte eine Führungsherausforderung auslösen, die Premierminister Keir Starmer stürzt. Das Ergebnis wird die Stabilität der britischen Regierung bestimmen.
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