
FIFA korrigiert Premierentreffer: Katar verdankt ersten WM-Punkt einem Schweizer Eigentor
Der Weltverband schrieb das vermeintlich historische Tor von Boualem Khoukhi offiziell dem eingewechselten Miro Muheim zu – ein später Nadelstich für die Schweiz und ein kurioser Auftakt für den Gastgeber.
Was zunächst wie der späte Triumph eines Debütanten aussah, entpuppte sich nach offizieller Prüfung als Missgeschick eines Schweizer Verteidigers. Der Fußball-Weltverband FIFA hat die Identität des ersten arabischen Treffers bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nachträglich geändert. In der Nachspielzeit der Partie zwischen Katar und der Schweiz am Samstagabend hatte der eingewechselte Hamburger Abwehrspieler Miro Muheim den Ball nach einer scharfen Hereingabe unglücklich ins eigene Netz gelenkt. Was die katarischen Medien und die sozialen Netzwerke zunächst als Kopfballtor des algerischstämmigen Boualem Khoukhi feierten, wertete die FIFA nach Videobewertung als Selbsttor – das zweite der laufenden Endrunde nach dem Paraguayer Damián Bobadilla gegen die USA.
Aus Dohaer Sicht bleibt der sportliche Ertrag dennoch historisch: Der späte Ausgleich zum 1:1 sicherte dem „Annabi“ genannten Team den ersten Punktgewinn bei einer Weltmeisterschaft überhaupt. Khoukhi, 35-jähriger Routinier des Klubs Al-Sadd, stand im Zentrum der turbulenten Schlussphase, als er den Schweizer Ersatzmann unter Druck setzte und so den Fehler erzwang. Arabische Kommentatoren würdigten den Defensivakteur als „Herz der historischen Nacht“, auch wenn die FIFA-Statistik den Treffer nun als „naranee sadiqah“ – als Eigentor – führt. Die in algerischen Medien kolportierte Spekulation, der katarische Staatsfonds könnte Khoukhi mit einem Rolls-Royce Phantom und drei Millionen Dollar belohnen, verweist auf die emotionale Bedeutung des Moments für das Emirat, unabhängig von der technischen Klassifizierung.
Für die Schweiz, die durch einen frühen Elfmeter von Breel Embolo in Führung gegangen war, bedeutet die späte Punkteteilung einen Rückschlag im Kampf um den Achtelfinaleinzug. Aus Berner Sicht wiegt der Verlust zweier Punkte gegen den nominell schwächsten Gruppengegner schwer, zumal die Nati in einer anspruchsvollen Gruppe mit Kanada und Bosnien-Herzegowina steht. Der Hamburger Zweitligaprofi Muheim, erst in der 88. Minute für Ricardo Rodríguez eingewechselt, wurde unfreiwillig zur tragischen Figur – ein Déjà-vu für die Eidgenossen, die bereits bei vergangenen Turnieren immer wieder unter kuriosen Eigentoren litten.
Die iranische Agentur Hamshahri Online ordnete den Vorfall nüchtern als zweites Selbsttor des Turniers ein und unterstrich damit die statistische Dimension. Während die FIFA-Entscheidung in der arabischen Welt eine Debatte über die Anerkennung von Eigentoren auslöste, zeigt sich aus Washingtoner Perspektive ein anderes Bild: Für den Co-Gastgeber USA, der sein Auftaktspiel gegen Paraguay gewann, bleibt die Gruppe B vorerst eng. Katar trifft am Donnerstag auf Kanada, das ebenfalls mit einem Remis gegen Bosnien startete. Ein Sieg könnte die Gastgeberträume beflügeln – und Khoukhi, ob als Torschütze oder Provokateur des Eigentors, stünde erneut im Zentrum einer jungen WM-Geschichte, die schon jetzt reich an kuriosen Wendungen ist.
| Arabische Golfpresse | +0.80 | aligned |
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| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.40 | aligned |
| Iranische & verwandte Presse | −0.40 | critical |
Trotz der nachträglichen Anerkennung als Eigentor durch die FIFA feiert Katar den ersten WM-Punkt der Geschichte, erzielt durch einen Kopfball von Boualem Khoukhi in der 94. Minute. Im Mittelpunkt stehen der symbolische Wert des Ausgleichs und der entscheidende Beitrag des Verteidigers; die technische Korrektur wird als nebensächlich behandelt.
Levantinische und maghrebinische Medien betonen stolz Khoukhis algerische Wurzeln und seinen dramatischen Ausgleich, nehmen die FIFA-Korrektur zum Eigentor jedoch mit einer Prise Ironie auf. Die Frage, ob er trotzdem den kolportierten Rolls-Royce und drei Millionen Dollar erhält, verleiht der Feier des ersten katarischen Punktes eine augenzwinkernde Note.
Iranische Medien spielen die katarische Euphorie herunter, indem sie betonen, die FIFA habe das historische Tor 'zurückgenommen' und als zweites Eigentor des Turniers gewertet. Der Ton ist skeptisch, mit einem Anflug von Schadenfreude angesichts der geschmälerten Leistung des Golfrivalen; der Ausgleich wird als bloßer Fall von Friendly Fire dargestellt.
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