
Nach Sprengstoffdrohne in Leipzig: Dobrindt warnt vor täglicher hybrider Kriegsführung
Der deutsche Innenminister spricht von einem „hybriden Angriffsszenario“, während US-Geheimdienste die Drohne russischen Stellen zuordnen und Moskau von einer „fabrizierten Provokation“ spricht.
Am Dienstag wurde auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge entdeckt. Ein Busfahrer hatte das knapp über dem Boden fliegende Gerät bemerkt und mit einem Tritt zum Absturz gebracht, ohne dass der Zündmechanismus auslöste. Kurz darauf kollidierte ein durchstartendes Flugzeug mit einem weiteren kleinen Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne. Am Donnerstagabend wurden zudem zwei Drohnen über dem Bundeswehrstandort Mechernich in Nordrhein-Westfalen gesichtet; die Polizei Euskirchen leitete ein Ermittlungsverfahren ein.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte in der „Bild am Sonntag“, Deutschland sei „tägliches Ziel hybrider Kriegsführung“. Spionage, Sabotage, Cyberangriffe und verdeckte Operationen fremder Mächte zur Destabilisierung seien „eine ständige Realität“. Den Vorfall in Leipzig bezeichnete er als „hybrides Angriffsszenario“, ließ eine mögliche Beteiligung ausländischer Kräfte aber offen, ohne ein bestimmtes Land zu nennen. Mehrere Bundestagsabgeordnete hatten zuvor direkt auf Russland verwiesen. Die russische Botschaft in Berlin wies die Vorwürfe als „fabrizierte Provokation“ zurück und sprach von einer „neuen Welle antirussischer Hysterie“.
Aus Washingtoner Sicht verdichten sich indes die Hinweise auf eine russische Urheberschaft. Unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute Beamte berichteten das „Wall Street Journal“ und CNN, die Drohne gehöre wahrscheinlich der russischen Regierung und sei einem russischen Geheimdienst zuzuordnen. CBS News zufolge bewerten US-Stellen den Fund als russischen Ursprungs. Amerikanische Geheimdiensteinschätzungen deuteten zudem darauf hin, dass Präsident Putin zunehmend bereit sein könnte, provokative Aktionen bis auf Nato-Territorium zu autorisieren.
Der Leipziger Flughafen ist ein zentraler Knotenpunkt für den internationalen Frachtverkehr und beheimatet das Nato-Programm SALIS, über das derzeit nahezu täglich Ausrüstung an die Ostflanke des Bündnisses geliefert wird. Die „Neue Zürcher Zeitung“ verweist auf erhebliche Lücken in der deutschen Drohnenabwehr und kontrastiert die zögerliche Beschaffung von Abwehrtechnik mit der raschen Reaktion baltischer Staaten. Dobrindt kündigte einen Ausbau der Drohnenforschung als Teil der Antwort auf die neuen Bedrohungen an. Eine offizielle Zuschreibung durch die Bundesregierung steht bislang aus; die Ermittlungen zu den Vorfällen in Leipzig und Mechernich dauern an.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
Russland projiziert seinen hybriden Krieg auf Europa, und Deutschland muss seine Verteidigung stärken.
Es schreibt den Vorfall einer breiteren russischen Strategie zu und nutzt Vergleiche mit Estland, um die deutsche Verwundbarkeit zu zeigen.
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Die deutsche Verteidigung bleibt wachsam und überwacht Bedrohungen aus der Luft.
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Der deutsche Minister prangert tägliche hybride Kriegsführung an, aber der Bericht nimmt keine Stellung.
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