
FIFA-Präsident Infantino sichert Irans WM-Teilnahme trotz Krieg und Boykottdrohungen zu
Gianni Infantino bekräftigt, dass Iran trotz des 40-tägigen Krieges mit den USA an der WM 2026 teilnehmen wird, nachdem zuvor Boykottdrohungen aus Teheran laut wurden.
Am Vorabend der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat FIFA-Präsident Gianni Infantino in einer Pressekonferenz die Teilnahme der iranischen Nationalmannschaft zugesichert. Er erklärte, er habe dem Team versprochen, dass es kommen werde, „notfalls mit dem Bus“. Die iranischen Spieler hätten ihm geantwortet: „Wenn nötig, steigen wir selbst in den Bus und fahren ihn. Wir haben uns qualifiziert und wollen spielen.“ Die Zusage erfolgt vor dem Hintergrund eines 40-tägigen Krieges zwischen Iran und den USA, die Gastgeber aller drei Vorrundenspiele Irans ist.
Zuvor hatten der iranische Fußballverbandspräsident Mehdi Taj und Sportminister Ahmad Donyamali mit einem Boykott gedroht. Infantino räumte ein, dass in den vergangenen Wochen immer wieder Fragen zu Iran, Tickets und Visa aufgetaucht seien – „Themen, die nichts mit Fußball zu tun haben, sondern mit den aktuellen Gegebenheiten, unseren Gastgeberländern und der Weltlage“. Er betonte, die FIFA habe stets darauf geachtet, dass außersportliche Angelegenheiten die Teilnahme eines qualifizierten Teams nicht verhinderten.
Infantino erinnerte an seinen Besuch im Trainingslager der iranischen Mannschaft im türkischen Antalya im März, mitten im Krieg. Er zeigte sich erfreut, dass die Spieler trotz der schwierigen Umstände fokussiert geblieben seien. Aus Teheraner Sicht ist die Teilnahme ein Politikum: Die Regierung hatte zunächst mit einem Rückzug gedroht, um Druck auf die USA auszuüben, doch Infantinos Intervention scheint die Wende gebracht zu haben. Beobachter in Washington sehen darin einen Erfolg der FIFA-Diplomatie, die den Sport von politischen Konflikten entkoppeln will.
Die Zusage Infantinos ist auch für die deutschen und europäischen Fußballfans von Bedeutung, da Iran in einer Gruppe mit europäischen Teams spielen könnte. Die FIFA steht in der Kritik, sich zu sehr in politische Konflikte einzumischen, doch Infantino verteidigte sein Vorgehen: „Fußball verbindet Menschen, und wir werden alles tun, damit Iran spielen kann.“ Die WM 2026 verspricht damit eine der politisch aufgeladensten Endrunden der Geschichte zu werden.
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