
Fifa weitet Prestianni-Sperre aus: Argentiniens WM-Start gegen Österreich in Gefahr
Die Fifa hat die Sechs-Spiele-Sperre gegen Gianluca Prestianni wegen rassistischer Beleidigung von Vinicius Jr. auf alle Wettbewerbe ausgedehnt. Der Argentinier droht die ersten beiden WM-Partien zu verpassen.
Die Entscheidung des Weltfussballverbandes ist ein schwerer Schlag für den jungen Stürmer aus Buenos Aires, der sich seit dem Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid im April in einem Ausnahmezustand befindet. Damals hatte Prestianni nach einem Tor des Brasilianers Vinicius Jr. sein Trikot vor den Mund gehalten und den Gegenspieler mit diskriminierenden Äusserungen beleidigt. Die Uefa verhängte daraufhin eine Sperre von sechs Partien, drei davon auf Bewährung.
Nun hat die Fifa diese Sanktion gestützt auf Artikel 70 ihres Disziplinarreglements auf alle internationalen Spiele ausgeweitet. Damit ist der Offensivspieler nicht nur im Klubfussball gebannt, sondern auch in der Nationalmannschaft – sofern ihn Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni für die Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika nominiert. Aus argentinischer Sicht kommt die Nachricht zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Scaloni steht vor einem taktischen Dilemma, da Prestianni im Falle einer Aufgebots die ersten beiden Gruppenspiele gegen Algerien und Österreich verpassen müsste.
Beobachter in Lissabon verfolgen die Entwicklung mit Sorge, denn der als hochtalentiert geltende Angreifer hat erst einen Kurzeinsatz für die Albiceleste absolviert und wäre gerade in der Offensive eine mögliche Verstärkung gewesen. Die österreichische Seite hingegen mag den Vorfall mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis nehmen: Sollte Prestianni tatsächlich fehlen, schwächt dies die argentinische Angriffsreihe im zweiten Gruppenspiel. Aus Sicht der Fifa sendet die Entscheidung ein klares Signal im Kampf gegen Rassismus; die Sanktion wird als Präzedenzfall für die weltweite Durchsetzung von Disziplinarstrafen gewertet.
Allerdings bleibt die juristische Auseinandersetzung noch offen: Prestiannis Anwälte haben angekündigt, vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas eine einstweilige Verfügung zu beantragen. Die Entwicklung zeigt, wie tief die Wellen des Eklats von Madrid noch schlagen – und wie sehr ein einzelner Ausrutscher die Karriere eines jungen Fussballers und die Turnierplanung einer ganzen Nationalmannschaft durcheinanderbringen kann.
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