
Fitness-Experten attackieren „No Pain No Gain“-Mythos und fordern mehr Erholung
Eine Kinesiologin und ein Trainer aus Spanien sowie eine Yoga-Lehrerin widersprechen gängigen Fitness-Dogmen und betonen die Gefahren von Übertraining.
Eine Reihe von Sport- und Gesundheitsfachleuten stellt derzeit grundlegende Ratschläge der Fitnessbranche infrage. Der spanische Trainer Álvaro Puche erklärte gegenüber der Zeitschrift Telva, die jahrzehntealte Empfehlung, regelmäßig zu gehen, reiche für den Erhalt von Kraft und Muskulatur nicht aus: „Mit dem Gehen bewirken wir rein gar nichts“, so Puche. Stattdessen empfiehlt er kurze Kraftübungen wie schnelles Aufstehen vom Stuhl oder Wadenheben. Zugleich warnt die Kinesiologin Sofía Benvenaste in der argentinischen Zeitung El Día vor einer wachsenden Obsession mit Training, die durch soziale Medien befeuert werde. Dort würden extreme Routinen und der Spruch „No Pain, No Gain“ idealisiert.
Die Mechanismen der Überlastung sind nach Angaben der Fachleute vielschichtig. Benvenaste beobachtet in ihrer Praxis häufig Verletzungen, die nicht auf falsche Ausführung, sondern auf mangelnde Erholung zurückgingen. „Viele ignorieren Müdigkeit oder Schmerz, als ob das Eingestehen von Grenzen ein Misserfolg wäre“, zitiert sie El Día. Die Yoga-Lehrerin Erica Di Cione ergänzt in einem Gespräch mit La Vanguardia, dass Erschöpfung oft auch mental sei und sich nicht allein durch verlängerte Wochenenden beheben lasse: „Manche Menschen schlafen am Wochenende viele Stunden und wachen montags trotzdem müde auf, weil die Erschöpfung nicht nur körperlich ist.“ Di Cione plädiert dafür, regelmäßige kleine Pausen in den Alltag einzubauen, statt Erholung auf zwei Tage zu konzentrieren.
Betroffen sind nach Einschätzung der Experten vor allem Menschen, die ihr Training an starren Vorgaben ausrichten. Benvenaste rät, das beste Training nicht nach Moden zu wählen, sondern nach dem, was der Einzelne langfristig genießen und in seinen Alltag integrieren könne. Puche empfiehlt kurze, intensive Übungen, die bereits in wenigen Minuten mehr bewirkten als ein stundenlanger Spaziergang. Einer aktuellen Forschung zufolge, auf die der Newsletter Well Enough verweist, könnten bereits 96 Sekunden zusätzliche Bewegung pro Tag die Lebenserwartung steigern. Die Fachleute fordern einen achtsameren Umgang mit dem eigenen Körper und ein Abrücken von vermeintlichen Idealen der Fitness-Industrie.
| Lateinamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
We warn that exercise obsession leads to injury and burnout. Rest and mindfulness are part of training, not a failure.
By citing experts and holistic recommendations, the bloc creates the impression that moderation and rest are scientifically sound and morally superior, while excess is pathological.
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