
Russischer Drohnenangriff auf Rozetka-Logistikzentrum bei Kiew tötet Mitarbeiter
Bei dem Angriff auf das Lager des ukrainischen Online-Marktplatzes in Brovary kam ein 61-jähriger Angestellter ums Leben, sechs weitere wurden verletzt.
Ein russischer Drohnenangriff hat am 1. August das Logistikzentrum des ukrainischen Online-Marktplatzes Rozetka in Brovary bei Kiew getroffen. Die Regionalstaatsanwaltschaft meldete den Tod eines 61-jährigen Mitarbeiters und sechs Verletzte, von denen sich einer in einem kritischen Zustand befinde. Die Mitinhaberin von Rozetka, Iryna Tschetschotkina, sprach auf Facebook von sieben Verletzten und gab an, dass das Opfer ein Angestellter des Unternehmens sei. Zum Zeitpunkt des Einschlags hielten sich 270 Mitarbeiter in der Schicht auf, wie sie weiter mitteilte.
Die Umstände des Angriffs werden unterschiedlich beschrieben. Während ukrainische Stellen von einem Einsatz von Drohnen ausgehen, berichtete der pro-russische Telegram-Kanal „Operation Z: Военкоры Русской Весны“ unter Berufung auf russische Militärkreise von einem Raketenangriff mit „Geran“-Reaktivraketen. In dem Kanal hieß es, die Logistiktechnik sei zerstört und die Lagerhallen schwer beschädigt worden. Über konkrete Schäden am Gebäudekomplex äußerte sich die ukrainische Staatsanwaltschaft nicht, bestätigte jedoch die Beschädigung von 13 Fahrzeugen.
Der Angriff auf Rozetka erfolgt vor dem Hintergrund einer Serie ukrainischer Drohnenangriffe auf Logistikzentren des russischen Online-Riesen Wildberries. Seit dem 18. Juli wurden nach Angaben von Beobachtern etwa ein Dutzend Wildberries-Standorte getroffen, darunter in Wolgograd, Tatarstan und der Region Rjasan. Nach Einschätzung von Denys Schtillerman, Mitbegründer des ukrainischen Rüstungsunternehmens Fire Point, sei Wildberries der größte Kreditnehmer in Russland; sein Zusammenbruch könnte zahlreiche Banken mitreißen. Diese Angriffe werden von ukrainischer Seite als Teil einer Strategie beschrieben, den Krieg in den Alltag der russischen Bevölkerung zu tragen.
Die russische Armee wiederum hat in der Vergangenheit wiederholt Depots und Filialen des ukrainischen Postdienstes Nova Poshta attackiert, vor allem in frontnahen Gebieten. Wildberries-Gründerin Tatjana Kim erklärte Ende Juli, man habe Angriffe auf die eigenen Anlagen erfolgreich abgewehrt und verstärke täglich die Verteidigungslinien. Die genauen Auswirkungen des jüngsten Angriffs auf Rozetka, den größten ukrainischen Online-Marktplatz mit einem breiten Angebot von zahlreichen Händlern, sind noch unklar. Weitere Entwicklungen bleiben abzuwarten.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
| Russische & GUS-Presse | +0.70 | aligned |
Die Ukraine greift strategisch die russische Logistik an, um die feindliche Kriegsmaschinerie zu schwächen.
Erklärt die ukrainischen strategischen Motive als rational und legitim und lässt zivile Folgen aus.
Erwähnt nicht die zivilen Opfer des russischen Vergeltungsschlags auf Rozetka.
Russland greift ein ukrainisches Zivillager an, tötet einen Arbeiter und verletzt viele, eine unverhältnismäßige Vergeltung.
Betonung ziviler Opfer und Kollateralschäden der russischen Aktion, wobei der Fokus vom strategischen Kontext auf menschliches Leid verlagert wird.
Russland antwortet mit Angriffen auf ukrainische Logistikzentren und stellt das Kräftegleichgewicht wieder her.
Stellt die Vergeltung als automatische und verhältnismäßige Reaktion dar und lässt das Ausmaß der ukrainischen Angriffe und zivilen Opfer aus.
Lässt die vorherige ukrainische Drohnenkampagne gegen Wildberries und die zivilen Opfer des russischen Angriffs aus.
Erweitere deinen Horizont
US-Senat verabschiedet Sanktionspaket mit Zolldrohung gegen Russland-Energiekäufer
6 Sprachen · 40 Quellen
Aus Economy & MarketsSteigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
2 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyNASA-Astronauten bereiten bei Außeneinsatz neue Solarpaneele für ISS vor
3 Sprachen · 7 Quellen