
Goldpreis steigt nach Trumps Verzicht auf neue Iran-Angriffe und Ölpreisrutsch
Die Ankündigung von Verhandlungen mit Teheran lässt die Rohölnotierungen um mehr als fünf Prozent einbrechen und dämpft Inflations- und Zinssorgen – der Spotpreis für Gold klettert um 0,7 Prozent.
Der Goldpreis hat zu Wochenbeginn spürbar zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump von neuen Militärschlägen gegen Iran absah und stattdessen Gespräche mit Teheran in Aussicht stellte. Im asiatischen Handel stieg der Spotpreis um 0,7 Prozent auf 4.067,06 Dollar je Feinunze, während die US-Futures 0,9 Prozent auf 4.065,60 Dollar zulegten. Auslöser der Bewegung war ein scharfer Einbruch der Ölpreise: Die Sorte Brent fiel um mehr als fünf Prozent beziehungsweise über fünf Dollar je Barrel, nachdem Trump von einer Bitte Irans und anderer Staaten des Nahen Ostens um eine Frist für ein Abkommen berichtet hatte.
Die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im monatelangen Konflikt verringert unmittelbar die Furcht vor einer energiegetriebenen Inflation. Da höhere Teuerungsraten die Wahrscheinlichkeit steigern, dass die Federal Reserve die Leitzinsen länger hoch hält oder weiter anhebt, lastete diese Sorge seit Beginn der Auseinandersetzung auf dem zinslosen Gold. Mit dem fallenden Ölpreis schwindet dieser Belastungsfaktor. Zusätzlich stützte ein schwächerer Dollar das Edelmetall: Der DXY-Index gab nach, nachdem Japan und die USA eine gemeinsame Intervention zur Stützung des Yen bestätigt hatten, was dollarpreisige Rohstoffe für ausländische Käufer verbilligt.
Die geldpolitische Debatte bleibt indes angespannt. Drei Notenbanker des Offenmarktausschusses, die in der vergangenen Woche gegen die Beibehaltung der Zinsen stimmten, warnten am Freitag, dass die Inflation ohne sofortige Straffung über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed verharren könnte. Marktstratege Tim Waterer von KCM Trade fasste die Stimmung so zusammen: „Gold ist relativ munter in die Woche gestartet, aber die Gewinne bleiben angesichts der Unsicherheit an den Ölmärkten und im Nahen Osten begrenzt – es ist ein zuversichtlicher, aber vorsichtiger Start.“
Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf eine Reihe von US-Arbeitsmarktberichten, die in dieser Woche veröffentlicht werden. Dazu zählen die Daten zu offenen Stellen, der ADP-Beschäftigungsbericht, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der mit Spannung erwartete Bericht über die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft. Sollten diese Daten stärker ausfallen als erwartet, könnte dies die Zinserhöhungserwartungen neu beleben und den Spielraum für weitere Goldgewinne einengen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
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| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
Der Finanzmarkt normalisiert eine geopolitische Krise: Inflation und Zinssätze sind die einzigen Variablen, die zählen.
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