
Grippeimpfung: São Paulo öffnet für alle – niedrige Durchimpfung treibt Ausweitung
Wegen enttäuschender Impfquoten weiteten Brasiliens Metropolen die Grippeimpfung aus – Mexiko meldet Erfolge bei einer Nationalen Impfwoche, während Australien sein Nasenspray-Programm ausdehnt.
Aus São Paulo kommt die Nachricht, dass die Stadtverwaltung die Grippeimpfung ab sofort für alle Personen über sechs Monate freigegeben hat. Bislang waren nur Risikogruppen wie Kleinkinder, Schwangere und Senioren berechtigt; die erzielte Impfquote von rund 40 Prozent in diesen Gruppen liegt jedoch deutlich unter dem angestrebten Ziel. „Die niedrige Durchimpfung gibt Anlass zur Sorge, zumal die kalte Jahreszeit bevorsteht“, warnt Luciana Ursini, Koordinatorin des städtischen Impfprogramms. Mit der Öffnung für die gesamte Bevölkerung hoffe man, die Zahl der Geimpften rasch zu steigern. Die Verabreichung erfolgt in den Gesundheitszentren sowie per Drive-through, der vor allem für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen vorgesehen ist – ein Angebot, das in Campo Grande im Bundesstaat Mato Grosso do Sul indes zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte, wie örtliche Medien berichten.
In Mexiko hingegen scheint die Impfkampagne erfolgreicher zu laufen: Die nationale Impfwoche 2026, die vom 25. April bis 15. Mai stattfand, verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums fast fünf Millionen verabreichte Dosen. Geimpft wurde gegen Masern, Röteln, Tetanus, Lungenentzündung, Hepatitis B und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) für Schwangere. Die Behörden betonen die gute interinstitutionelle Koordination. Während in São Paulo die niedrige Akzeptanz bei Risikogruppen Anlass zur Sorge gibt, zeigt Mexiko, dass zentral gesteuerte Impfkampagnen durchaus hohe Zahlen erreichen können – auch wenn die Qualität der Durchimpfung bei den Zielgruppen nicht im Detail bewertet wird.
Ein anderes Modell verfolgt der australische Bundesstaat Queensland: Dort wurde das kostenlose Nasenspray-Programm für Kinder um die Altersgruppe der Sechs- bis Siebzehnjährigen erweitert. Gesundheitsminister Tim Nicholls berichtet von einem Anstieg der Impfstoffabnahme um 30 Prozent, nachdem bereits Zweijährige bis Fünfjährige die Sprayimpfung erhalten hatten. Die Regierung hofft, dass die nadelfreie Verabreichung die Impfbereitschaft bei Familien erhöht. Die Vorräte an FluMist, so heißt der Impfstoff, sind bis August haltbar, sodass die Behörden die Familien zur baldigen Terminbuchung auffordern.
Die unterschiedlichen Strategien – großflächige Öffnung in Brasilien, zentralisierte Impfwochen in Mexiko und innovative Verabreichungsformen in Australien – verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen Länder mit jeweils eigenen Impfkulturen stehen. Allen gemeinsam ist das Ziel, die schweren Verläufe der saisonalen Grippe zu verhindern. Gerade in Brasilien, wo die Impfkampagne stockt, wird man im kommenden Winter genau beobachten, ob die Ausweitung auf alle Altersgruppen die angestrebte Herdenimmunität erreicht – oder ob strukturelle Hürden wie Verkehrsinfarkte bei Drive-through-Angeboten die Impfbereitschaft weiter dämpfen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
The expansion of flu vaccination to all ages above 6 months in São Paulo is driven by low uptake among priority groups, with only 40% coverage. The campaign includes drive-thru points that caused traffic jams. Focus is on insufficient data and logistical challenges.
Queensland expands its free nasal spray flu vaccine program to children up to 17, celebrating the government's initiative to boost coverage. The proactive approach and needle-free availability are highlighted.
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