
Infantino bestätigt Irans WM-Teilnahme – Trump signalisiert Zustimmung
Gianni Infantino hat am Donnerstag alle Spekulationen beendet: Die iranische Nationalmannschaft werde an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 teilnehmen und ihre Gruppenspiele wie geplant in den Vereinigten Staaten austragen. Vor dem FIFA-Kongress in Vancouver betonte der Präsident des Weltverbandes, es sei die Verantwortung des Fußballs, Menschen zusammenzubringen. „Wir müssen vereinen“, sagte Infantino, und das gelte auch in Zeiten geopolitischer Spannungen. Der Krieg im Nahen Osten, der Ende Februar mit gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels gegen Teheran begann, hatte die Teilnahme Irans zuletzt in Frage gestellt.
Aus Washingtoner Sicht war die Lage nun klargestellt: Präsident Donald Trump ließ noch am selben Tag verlauten, er habe keine Einwände gegen die Anwesenheit der Iraner auf US-amerikanischem Boden. „Wenn Gianni das sagt, bin ich einverstanden. Lasst sie spielen“, erklärte Trump im Weißen Haus. Eine bemerkenswerte Kehrtwende, hatte doch ein Sondergesandter des Präsidenten zuvor vorgeschlagen, Italien solle Irans Platz einnehmen.
Aus Teheraner Perspektive war die Bestätigung Infantinos ein diplomatischer Erfolg, auch wenn die Stimmung getrübt blieb: Der iranische Fußballverband war der einzige der 211 Mitgliedsverbände, der dem Kongress in Vancouver fernblieb. Einem Delegierten war bei der Einreise in Toronto das Visum verweigert worden – die kanadischen Behörden verwiesen auf seine Verbindungen zu den Revolutionsgarden, die in Kanada als terroristische Organisation gelten. Die iranische Seite sprach von einem „demütigenden Verhalten“ der Grenzpolizei.
Infantino ging auf den Zwischenfall nicht ein, sondern betonte den universellen Anspruch des Fußballs. Die Mannschaft, die in der Weltrangliste Platz 21 belegt, trifft in der Gruppe G auf Belgien, Ägypten und Neuseeland. Die Spiele sind in Inglewood und Seattle angesetzt.
Beobachter in Peking sehen in der Entscheidung ein Zeichen, dass Sport und Politik entkoppelt bleiben sollten, während europäische Kommentatoren darauf hinweisen, dass die Sicherheitslage während des Turniers eine ständige Herausforderung bleiben wird. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Verbände sich in Vancouver für eine strikte Trennung von Politik und Fußball aussprachen, ist die Klarstellung Infantinos eine Erleichterung. Die Weltmeisterschaft, die vom 11.
Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, soll als Turnier der Einheit in Erinnerung bleiben – doch die Realität ist komplexer, als Infantinos Appell vermuten lässt.
Erweitere deinen Horizont
Trump setzt geplante Großangriffe auf Iran aus und knüpft Bedingungen an rasche Einigung
2 Sprachen · 74 Quellen
Aus Economy & MarketsMexikos Wirtschaft wächst im zweiten Quartal so stark wie seit über fünf Jahren nicht mehr
1 Sprache · 18 Quellen
Aus TechnologyChery Q erhält auf der GIIAS 2026 über 6.000 Vorbestellungen
1 Sprache · 15 Quellen