
Nach gescheitertem Investorenplan: Verbände entziehen Infantino die Unterstützung
Die FIFA erlebt eine beispiellose Führungskrise, nachdem mehrere nationale Verbände Gianni Infantino die Gefolgschaft für die Wiederwahl aufkündigten und die UEFA rechtliche Schritte prüft.
Der Rückhalt für FIFA-Präsident Gianni Infantino bröckelt in dramatischem Tempo. Am Montag zogen die Fußballverbände von Wales, England, Serbien, Schweden und Finnland ihre Unterstützung für seine Kandidatur bei der Wahl im März 2027 zurück. Zuvor hatte bereits die UEFA dem Schweizer das Vertrauen entzogen und droht nun mit einer Klage wegen des gescheiterten Projekts „FIFA Forward Enterprise“ (FFE). Die CONCACAF forderte eine „umfassende Abrechnung“ mit Infantinos Amtsführung, und der asiatische Verband AFC verlangte mehr Transparenz.
Auslöser der Revolte war ein Plan, der erst vor wenigen Tagen bekannt wurde: Infantino wollte eine Tochtergesellschaft gründen, die die kommerziellen Rechte an der Weltmeisterschaft und anderen Turnieren bündelt, und daran einen Minderheitsanteil von rund 20 Prozent an private Investoren verkaufen. Das hätte bis zu 4,2 Milliarden Dollar einbringen sollen. Die UEFA reagierte mit einer beispiellosen Boykottdrohung – alle 55 Mitgliedsverbände hätten keine FIFA-Wettbewerbe mehr beschickt. Auch AFC und CONCACAF lehnten das Vorhaben ab. Am Freitag zog Infantino die Pläne zurück, doch der politische Schaden war bereits angerichtet.
Die europäischen Verbände koordinieren nun ihren Widerstand. Die walisische FAW erklärte, Infantino habe „das Vertrauen verloren, an der Spitze des Weltfußballs zu stehen“. Englands FA schloss sich an und forderte eine „vollständige und gründliche Überprüfung der Führung“. Die UEFA ließ über ihre Anwälte ein Schreiben zustellen, in dem sie die FIFA auffordert, sämtliche Dokumente zum FFE-Projekt zu sichern, und kündigte an, „aktiv rechtliche Schritte, Schiedsverfahren und/oder aufsichtsrechtliche Beschwerden“ zu prüfen. Infantino selbst suchte laut Medienberichten Hilfe bei der US-Regierung, doch das Außenministerium dementierte ein geplantes Gespräch mit Außenminister Marco Rubio.
Trotz der wachsenden Opposition ist Infantinos Sturz keineswegs sicher. Er verfügt weiterhin über starken Rückhalt in Afrika, Südamerika und Teilen Asiens. Die CAF und die CONMEBOL haben sich nicht gegen ihn gestellt; mehrere Verbände aus Marokko, Ägypten und Katar bekräftigten ihre Unterstützung. Für eine Abwahl noch vor dem Kongress bräuchte es 43 der 211 Mitglieder, die einen außerordentlichen Kongress beantragen, oder 19 der 37 Mitglieder des FIFA-Councils für eine Krisensitzung. Bei der Wahl selbst sind 106 Stimmen nötig – die 55 Stimmen der UEFA allein reichen nicht, um ihn zu stoppen.
Bislang hat sich kein Gegenkandidat offiziell erklärt. Als mögliche Herausforderer werden UEFA-Präsident Aleksander Čeferin, CONCACAF-Chef Victor Montagliani, AFC-Präsident Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa und PSG-Eigner Nasser Al-Khelaifi gehandelt, doch keiner hat Interesse bekundet. Die Frist für Kandidaturen endet am 18. November. Der nächste FIFA-Kongress findet im März 2027 in Rabat statt – bis dahin bleibt Infantino im Amt, aber die Zahl seiner Verbündeten schwindet.
| Russische & GUS-Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
Russland stellt die Krise als normale Spannung zwischen Leitungsgremien dar, dämpft die westliche Besorgnis und präsentiert Infantino als einen Führer unter Druck, nicht als korrupt.
Es wird ein distanzierter Ton verwendet und die rechtlichen Drohungen werden mit normalen Rechtsstreitigkeiten gleichgesetzt, wodurch die moralische Tragweite reduziert wird.
Die Details des von Infantino geplanten Mega-Gehalts und das Ausmaß der Wut der kleineren Verbände, die in lateinamerikanischen Berichten zentral sind, werden ausgelassen.
Der Iran verurteilt den Westen als Urheber einer Verschwörung gegen den Weltfußball, mit Infantino als Marionette der amerikanischen Macht. Die Krise ist ein moralischer Beweis westlicher Korruption.
Es wird der Prozentsatz der ablehnenden Mitglieder verstärkt und die Angelegenheit mit Trump und den Kushners verknüpft, wodurch ein Geflecht persönlicher und geopolitischer Macht heraufbeschworen wird.
Es wird ausgelassen, dass der Plan von Infantino selbst zurückgezogen wurde und die Anschuldigung einer 'Verschwörung' in anderen regionalen Berichten keine Bestätigung findet.
Der Atlantik gleicht die alarmierenden Nachrichten mit einem offiziellen Dementi der FIFA aus, schützt teilweise Infantino und bietet ein Bild institutioneller Normalität.
Er zitiert eine anonyme FIFA-Quelle, um den NY-Post-Bericht zu diskreditieren, schafft Unsicherheit über die Schwere der Krise und verlagert den Fokus auf die Nachfolger.
Es wird ausgelassen, dass das Dementi von einer anonymen Quelle stammt und der NY Post andere Quellen hat, und der Inhalt des Privatplans (FFE) wird nicht vertieft.
Lateinamerika zeigt auf Infantino als korrupt, enthüllt Zahlen und Details seines Privatplans, um ihn endgültig zu delegitimieren.
Es werden genaue Gehaltsdaten und die Liste der rebellischen Verbände verwendet, um ein Bild von Gier und Isolation zu zeichnen und die Krise zu einer moralischen Frage zu machen.
Es wird ausgelassen, dass der Plan zurückgezogen wurde und dass einige Verbände Infantino noch unterstützen könnten; der Aufstand wird als total und endgültig dargestellt.
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