
Ben-Gvirs Provokation: Ein Video, internationale Empörung und die Frage nach Israels Kurs
Ein Video des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir, das festgenommene Aktivisten demütigt, löst weltweit scharfe Reaktionen aus – auch in der Schweiz.
Ein Video, das den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir zeigt, wie er an gefesselten und am Boden knienden Aktivisten der Gaza-Flottille vorbeigeht, die israelische Flagge schwenkt und „Willkommen in Israel“ ruft, hat international Empörung ausgelöst. In der Aufnahme, die Ben-Gvir selbst auf Telegram und X verbreitete, ist im Hintergrund die israelische Nationalhymne zu hören. „So empfangen wir Unterstützer des Terrors“, schrieb er dazu. Mehrere westliche Länder – darunter Kanada, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und die Niederlande – bestellten den israelischen Botschafter ein. Der italienische Präsident Mattarella sprach von „unzivilisierter Behandlung“, Außenminister Tajani von einer „roten Linie“. Selbst Ministerpräsident Netanjahu distanzierte sich von dem Auftritt seines Kabinettskollegen.
Aus israelischer Sicht offenbart der Vorfall mehr als nur einen weiteren Exzess des rechtsradikalen Ministers. Ben-Gvir, der wegen Extremismus vorbestraft ist und vom Militärdienst ausgeschlossen wurde, hat die politische Provokation zu seinem Markenzeichen gemacht. Seine Gegner sehen in ihm nicht nur einen Albtraum für liberale Israelis, sondern auch die Erfüllung der Fantasien der Feinde Israels: Er liefere ihnen genau die Munition, um Israel als brutale Besatzungsmacht darzustellen. Dass Ben-Gvir trotz der Sanktionsdrohungen aus dem Ausland und der Missbilligung im eigenen Kabinett ungerührt bleibt, zeigt seine strategische Positionierung als Minister fürs Grobe.
Besonders betroffen von dem Vorfall ist die Schweiz: Unter den Aktivisten der Flottille, die am Dienstag von der israelischen Marine aufgebracht wurden, befanden sich acht Schweizer Staatsbürger, darunter die Walliser Gemeinderätin Marie Morard. Die Demütigungsszene, in der einer der Aktivisten „Free Palestine“ rief und von Sicherheitskräften zu Boden gestoßen wurde, wirft Fragen nach dem Verhalten Israels gegenüber humanitären Helfern auf. Die europäischen Regierungen, die ihre Botschafter einbestellten, signalisieren damit eine wachsende Ungeduld mit dem Kurs der israelischen Regierung.
Die langfristigen Folgen dieser Episode sind noch ungewiss. Sie könnte die internationale Isolation Israels weiter verstärken und die innenpolitische Debatte über das Vorgehen gegen die Gaza-Flottille verschärfen. Beobachter in Jerusalem warnen jedoch davor, dass ein Sturz Ben-Gvirs aufgrund solcher Skandale unwahrscheinlich sei – zu sehr sei Netanjahu auf seine Koalitionspartner angewiesen. Der Vorfall zeigt aber, wie sehr die Grenzen des Erträglichen für die Weltgemeinschaft immer weiter verschoben werden.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.70 | critical |
Minister Itamar Ben Gvir, a far-right figure, sparked an international crisis by filming himself humiliating Flotilla prisoners. His behavior, deemed contrary to Israeli values, divides the government and puts Netanyahu in a tight spot. European media portray him as a dangerous supremacist, already rejected by the army.
Israeli minister Ben Gvir, already known for his extreme positions, has drawn global outrage by mocking Flotilla detainees. Southeast Asian media highlight his controversial past and his role as a provocateur within the government, questioning the country's political stability.
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