
Kolumbien ringt Kongo nieder und zieht in die Runde der letzten 32 ein
Ein abgefälschter Schuss von Daniel Muñoz in der 76. Minute erlöst die dominanten Kolumbianer gegen eine leidenschaftlich verteidigende kongolesische Mannschaft und sichert das vorzeitige Weiterkommen.
Im Estadio Akron von Guadalajara benötigte Kolumbien 76 Minuten Geduld, ehe Daniel Muñoz den Bann brach. Der Rechtsverteidiger, schon beim 3:1 gegen Usbekistan Torschütze, drang nach einem Zuspiel von Juan Quintero in den Strafraum ein, sein flacher Linksschuss wurde von Steve Kapuadi unhaltbar abgefälscht und schlug im Netz ein. Das 1:0 bedeutete den zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel und die vorzeitige Qualifikation für die Runde der letzten 32.
Die Südamerikaner dominierten die Partie von Beginn an, liefen jedoch immer wieder gegen den überragenden kongolesischen Torhüter Lionel Mpasi an. Der 31-Jährige entschärfte in der ersten halben Stunde fünf hochkarätige Chancen – Schüsse von James Rodríguez, Luis Díaz, Jhon Arias und Gustavo Puerta – und stellte damit einen Rekord für die meisten Paraden in den ersten 20 Minuten einer WM-Partie seit 1998 auf. Ein Treffer Muñoz' in der sechsten Minute wurde wegen Abseits aberkannt, ebenso wie zwei spätere Tore von Díaz im zweiten Durchgang (Foulspiel und Abseits). Die kongolesische Defensive um Chancel Mbemba und Axel Tuanzebe formierte sich in einem kompakten 5-3-2 und setzte auf vereinzelte Konter, die jedoch kaum Gefahr ausstrahlten.
Erst die Einwechslung von Quintero und Jhon Córdoba in der 58. Minute brachte frische Ideen. Quinteros präziser Steilpass in die Tiefe hebelte die bis dahin stabile Abwehr aus, und Muñoz' abgefälschter Abschluss überwand den bis dato unbezwingbaren Mpasi. In der Schlussphase musste Kolumbiens Keeper Camilo Vargas noch zweimal eingreifen: ein Distanzschuss von Nathanaël Mbuku (90.+1) und ein Kopfball Mbembas nach Eckball (90.+3) wurden stark pariert, sodass der knappe Vorsprung bis zum Abpfiff Bestand hatte.
Mit sechs Punkten führt Kolumbien die Gruppe K an, gefolgt von Portugal (vier Punkte), das zeitgleich Usbekistan mit 5:0 deklassierte. Cristiano Ronaldo erzielte dabei zwei Treffer. Die Kongolesen, die zum ersten Mal seit 1974 (damals als Zaire) an einer Endrunde teilnehmen, verharren bei einem Zähler, haben aber als Gruppendritter noch die Chance, über die Wertung der besten acht Drittplatzierten in die K.o.-Runde einzuziehen. Usbekistan ist punktlos und bereits ausgeschieden.
Am abschließenden Gruppenspieltag (27. Juni) trifft Kolumbien in Miami auf Portugal, wo es um den Gruppensieg geht. Die DR Kongo bestreitet zeitgleich in Atlanta ein Duell mit Usbekistan, das für die Afrikaner zum Endspiel um das historische Weiterkommen wird.
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