
Leone XIV verurteilt Kriege und erinnert an getötete Kinder: „Zu viele unschuldige Opfer“
Papst Leone XIV. hat auf dem Rückflug von einer elftägigen Afrikareise eine scharfe Abrechnung mit der Kriegspolitik der Gegenwart gehalten. Vor Journalisten beklagte er die steigende Zahl ziviler Opfer in den Konflikten des Nahen Ostens, insbesondere den Tod iranischer Schulkinder, die am ersten Tag des israelisch-amerikanischen Militäreinsatzes ums Leben gekommen seien, sowie eines libanesischen Jungen, der ihm noch im Dezember bei seinem Besuch ein Willkommensschild entgegengehalten hatte. Die Fotografie dieses Kindes trage er bei sich, bekannte der Pontifex.
Aus Vatikanischer Sicht ist diese Geste weit mehr als eine persönliche Regung: Sie steht für ein grundsätzliches Nein zur Logik der Gewalt, die Leone XIV. als „Chaos in der Straße von Hormus“ brandmarkte. Zugleich wies er den Vorwurf des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zurück, er habe sich zu einseitig gegen die amerikanische Führungsrolle positioniert. „Ich fürchte mich nicht vor der Trump-Administration“, entgegnete der Papst, wollte jedoch keine Debatte mit Washington führen. Aus amerikanischer Perspektive mag dies nach diplomatischer Zurückhaltung klingen; tatsächlich untermauert Leone XIV. damit aber seine pastorale Linie, die auf Dialog mit allen Regierungen setzt – auch mit jenen, die in westlichen Hauptstädten als problematisch gelten.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Haltung des Papstes vor dem Hintergrund der eigenen Friedensbewegungen aufmerksam registriert, zumal der Pontifex die Migrationspolitik nicht unerwähnt ließ: Flüchtlinge dürften „nicht wie Tiere behandelt werden“ – ein Satz, der in der aufgeheizten Asyldebatte des deutschsprachigen Raums besonderes Gewicht erhält. Dass der Papst zugleich innerkirchliche Konflikte nicht ausklammert – der Münchner Kardinal Reinhard Marx hatte kurz zuvor Segnungen für homosexuelle Paare in seiner Diözese angekündigt –, zeigt, wie sehr der Vatikan unter Leone XIV. um eine Neuausrichtung ringt. Die Afrikareise selbst, so der Papst, sei vor allem eine pastorale Mission gewesen, kein politisches Statement.
Wer darin dennoch eine Botschaft an die Weltmächte sieht, liegt nicht falsch: Der Pontifex fordert eine „Kultur des Friedens“ statt reflexhafter Militärschläge – eine Vision, die in Zeiten zunehmender Blockkonfrontationen an Brisanz gewinnt.
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