
Leos XIV. Friedensappell: Papst prangert Krieg an und mahnt in der deutschen Kirchenkrise
Die Rückkehr von Papst Leo XIV. aus Afrika ist von einer ungewöhnlich deutlichen Friedensbotschaft begleitet worden, die weit über den Kontinent hinaushallt. Auf dem Rückflug von Malabo nach Rom äußerte sich der Pontifex erschüttert über die hohe Zahl ziviler Opfer in den aktuellen Konflikten, namentlich im Nahen Osten. Er berichtete von einem iranischen Schulkind, das am ersten Tag der israelisch-amerikanischen Luftangriffe ums Leben kam, und einem libanesischen Jungen, der noch im Dezember ein Willkommensplakat für den Papst gehalten hatte und nun unter Bomben starb.
Die Fotografie dieses Kindes, so Leo XIV., trage er stets bei sich. Aus Washingtoner Perspektive verschärft sich damit das bereits angespannte Verhältnis zwischen dem Vatikan und der US-Regierung. Präsident Donald Trump hatte den Papst zuvor öffentlich attackiert, weil dieser den Kriegskurs kritisiert.
Nun ergriff Vizepräsident Mike Pence das Wort und forderte Trump auf, den Konflikt zu beenden, die „beleidigende“ Bildsprache zu unterlassen und nach dem Grundsatz zu handeln: „Lassen Sie den Papst Papst sein, und Sie bleiben der Präsident.“ Pence, der sich selbst als Christ, Konservativen und Republikaner bezeichnet, stellte sich damit erstmals klar gegen den Amtsinhaber — ein bemerkenswerter Vorgang in einer Regierung, die noch kurz zuvor vom Vatikan erwartet hatte, sich nicht in die Außenpolitik einzumischen. Beobachter in Peking und Teheran verfolgen die päpstlichen Äußerungen mit Aufmerksamkeit, gilt Leo XIV. doch als Brückenbauer auch zu autoritären Regimen. In Afrika hatte der Papst während seiner elftägigen Reise durch Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea kein Blatt vor den Mund genommen.
Vor vier Präsidenten, deren Durchschnittsalter bei 82 Jahren liegt, geißelte er Korruption, Tyrannei und Unterdrückung von Freiheitsrechten. Die Reise, die ursprünglich als zurückhaltend und seelsorgerisch angelegt schien, entpuppte sich als politisches Manifest. Für das deutschsprachige Europa erlangt eine innerkirchliche Entwicklung besondere Bedeutung: Kardinal Reinhard Marx aus München hatte kurz zuvor angekündigt, in seiner Diözese Segnungen für homosexuelle Paare zuzulassen.
Der Papst, so aus vatikanischen Kreisen zu vernehmen, hat sich zu diesem Vorstoß noch nicht abschließend geäußert, doch der Konflikt zwischen der deutschen Kirche und dem Lehramt scheint programmiert. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Leo XIV. den Deutschen einen eigenen Weg zugesteht oder ob Rom die Zügel anzieht. Sicher ist: Der Papst wird nicht müde werden, die Kultur des Friedens über die militärische Logik der Machtpolitik zu stellen.
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