
Verschwundene britische Touristin in Agadir: Polizei entkräftet Spekulationen
Die marokkanischen Sicherheitsbehörden haben die öffentliche Besorgnis um eine vermisste britische Touristin in Agadir zerstreut. Nach tagelangen Spekulationen in britischen und internationalen Medien bestätigte die Polizeipräfektur von Agadir am Mittwoch, dass sich die 31-jährige Schottin Rachel Kerr wohlbehalten in der Stadt aufhält und das Resort freiwillig verlassen habe. Weder sei sie Opfer einer Straftat geworden, noch habe man Hinweise auf eine Gefährdung ihrer körperlichen Unversehrtheit gefunden.
Die Behörden hatten die Frau mithilfe der nationalen Sicherheitsdatenbank identifiziert und in einer Wohnung in Agadir aufgespürt. Ihr Bruder, der am 22. April nach Marokko gereist war, habe inzwischen Kontakt zu ihr aufgenommen.
Aus britischer Sicht hatte die Familie der Influencerin, die zuletzt am 13. April in den sozialen Netzwerken aktiv war, einen Hilferuf gestartet. Nach Angaben der Cousine wurde Kerr zuletzt am frühen Morgen des 25.
April beim Verlassen einer Hotelnachtclub gesehen; ihr Telefon sei seither ausgeschaltet gewesen. Die „New York Post“ berichtete unter Berufung auf Reisebegleiter, Kerr habe nach einem Aufenthalt im Luxushotel Caribbean Village kein Geld mehr gehabt und sei in einer verletzlichen Lage gewesen. Die marokkanische Polizei hingegen betont, die Touristin sei nicht verschwunden, sondern lediglich umgezogen.
In einem parallelen Fall stellten die Sicherheitskräfte zudem klar, dass ein in sozialen Medien kursierendes Video eines angeblichen Bandenangriffs auf ein Wohnhaus in Agadir tatsächlich eine nächtliche Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen zeigte, bei der zwei Männer mit einer Stichwaffe verletzt wurden. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen. Die Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, das Vertrauen in die öffentliche Sicherheit der Tourismushochburg zu wahren.
Der Fall Kerr zeigt jedoch, wie schnell unvollständige Informationen und regionale Medienberichterstattung zu internationaler Verunsicherung führen können. Während die Familie der Schottin erleichtert sein dürfte, bleibt die Frage offen, warum die Influencerin über Wochen keinen Kontakt zu ihren Angehörigen suchte – und ob die marokkanische Polizei künftig früher mit präventiver Öffentlichkeitsarbeit gegen Gerüchte vorgehen wird.
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