
Massengrab in Gaza: 112 Tote der Familien Abu Sharia und Hassayna beigesetzt
In Gaza-Stadt wurden die sterblichen Überreste von 112 Palästinensern bestattet, die bei einem israelischen Luftangriff im November 2023 ums Leben kamen.
In Gaza-Stadt haben am Dienstag Tausende Palästinenser an einer Massenbestattung von 112 Toten aus den Familien Abu Sharia und Hassayna teilgenommen, deren Leichen nach mehr als zwei Jahren unter den Trümmern eines Wohnblocks im Stadtteil Sabra geborgen worden waren. Nach Angaben des Zivilschutzes, der unter dem von der Hamas geführten Innenministerium arbeitet, handelte es sich um eine der größten Bestattungen seit Kriegsbeginn. Unter den Toten befanden sich nach Angaben des Zivilschutzes 40 Kinder, 38 Frauen und sieben Menschen mit Behinderungen. Die Angaben zum genauen Datum des Luftangriffs weichen in den Quellen voneinander ab: Während die BBC den 22. November 2023 nennt, wird der Angriff in anderen Berichten auf den 23. November 2023 datiert. Die sterblichen Überreste waren bei einer zweiwöchigen Bergungsaktion geborgen worden, die vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) unterstützt wurde.
Angehörige der Opfer äußerten bei der Bestattung tiefe Trauer, aber auch Erleichterung darüber, die Toten nun würdig bestatten zu können. „Nachdem wir sie bergen und bestatten konnten, sind wir vielleicht teilweise erleichtert, trotz des Schmerzes des Verlustes“, sagte der Trauernde Ali Abu Sharia laut BBC. Der allein überlebende Yousef Abu Sharia erklärte: „Ich habe meine Mutter, meinen Vater, meinen Onkel und meine Cousins verloren.“ Der Zivilschutz teilte mit, dass 157 weitere Tote weiterhin unter den Trümmern vermisst würden. Der Sprecher des Zivilschutzes, Mohammed Basel, sagte der BBC, die Rettungskräfte hätten das Gelände damals nicht erreichen können, weil eine Koordinierung mit Israel über eine dritte Partei nötig gewesen sei und das Gebiet zu gefährlich war.
Nach Angaben des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums, dessen Zahlen von den Vereinten Nationen als zuverlässig eingestuft werden, sind seit Kriegsbeginn mindestens 73.377 Menschen in Gaza getötet worden. Die israelische Armee hat nach BBC-Angaben bislang nicht auf eine Anfrage zu den Zielen des Angriffs vom November 2023 geantwortet. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, dass während des Krieges 2276 palästinensische Familien vollständig ausgelöscht worden seien und 8858 Angehörige ums Leben gekommen seien.
Der Angriff auf die beiden Familien ereignete sich in einer Phase schwerer Bombardierungen, sechs Wochen nach dem von der Hamas geführten Angriff auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023, bei dem nach israelischen Angaben 1200 Menschen getötet und 251 als Geiseln verschleppt wurden. Die Bergungsarbeiten in Sabra hatten nach Angaben von Angehörigen bereits unmittelbar nach dem Angriff begonnen, konnten aber nicht abgeschlossen werden. Der Zivilschutz teilte mit, die Bergung der 112 Leichen habe 136 Stunden ununterbrochener Arbeit erfordert. Nach palästinensischen Angaben schätzen die Behörden in Gaza, dass rund 9500 Menschen noch immer unter den Trümmern zerstörter Gebäude liegen.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.90 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Die Palästinenser bestatten 112 Märtyrer der Familien Abu Shreia und Al-Hasaina, Opfer eines israelischen Völkermords, der weiterhin Opfer unter den Trümmern fordert. Diese Beerdigung ist ein Zeugnis der brutalen Realität der Besatzung und des Versagens der internationalen Gemeinschaft.
Der Bericht personalisiert den Massentod, indem er die Stammes- und Familienbande ('eine Familie') betont und den Begriff 'Märtyrer' verwendet, um das Ereignis als heiliges Opfer darzustellen, das Empathie und Wut hervorruft.
Die Islamische Republik Iran berichtet über die Beerdigung von 112 Märtyrern aus zwei Beduinenstämmen und hebt die unverhältnismäßig hohe Zahl von Kindern, Frauen und Behinderten hervor. Diese Tragödie unterstreicht den kriminellen Charakter des zionistischen Regimes und die Notwendigkeit globalen Handelns.
Indem der Bericht die Anzahl der Kinder, Frauen und Behinderten unter den Toten detailliert auflistet und sie als 'Märtyrer' bezeichnet, verwandelt er die Opfer in Symbole der Unschuld und erhebt das Ereignis zu einer religiösen und politischen Anklage gegen Israel.
Der iranische Block lässt den genauen Zeitraum von zweieinhalb Jahren unter den Trümmern aus, verweist stattdessen auf die Kriegsdauer und erwähnt die Stammesnamen auch nicht so explizit wie der arabische Block.
Eine Massenbestattung findet in Gaza-Stadt für 112 Palästinenser statt, die vor zweieinhalb Jahren bei einem israelischen Luftangriff getötet wurden. Die Leichen wurden kürzlich geborgen, und Tausende nahmen an der Beerdigung teil.
Der Bericht konzentriert sich auf die logistischen Details (Bergungsaktion, Bestattung) und vermeidet es, Verantwortung zuzuschreiben oder aufgeladene Begriffe wie 'Massaker' zu verwenden, und präsentiert das Ereignis trotz der hohen Todeszahl als neutrale Nachricht.
Der atlantische Bericht lässt die spezifische Aufschlüsselung der Opfer (44 Kinder, 37 Frauen, über 10 Behinderte) und die Charakterisierung des Ereignisses als Massaker oder Teil eines Völkermords aus, die in den arabischen und iranischen Blöcken vorhanden sind.
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