
Menschliche Überreste auf drei Kontinenten entdeckt: Von alten Mumien bis zu aktuellen Kriminalfällen
Einem Hundebesitzer in Memphis, Tennessee, fiel zuerst ein verdächtiger Knochenfund auf – dann führte die Spur die Ermittler zu den Überresten von drei kleinen Kindern. Die örtliche Polizeichefin Cerelyn Davis sprach von einem „erschütternden” Fall, der seit dem 8. März untersucht wird. Die Kinder, deren Alter auf drei bis sieben Jahre geschätzt wird, wurden nahe einer Kirche und einer Grundschule gefunden. Aus Washingtoner Sicht wirft der Fund ein grelles Licht auf die unsichtbaren Schicksale in amerikanischen Großstädten: Jemand müsse etwas über vermisste Kinder wissen, so Davis, doch die Identität der Opfer bleibt vorerst ungeklärt.
Nur wenige Tage zuvor, im kalifornischen San Bernardino County, stieß ein Wanderer bei Twentynine Palms auf einen menschlichen Schädel. Die Polizei des Morongo Basin Reviers bestätigte den Fund und schaltete die Mordkommission ein. Die Todesumstände sind völlig offen, und die Behörden stehen vor der gleichen drängenden Frage wie ihre Kollegen in Memphis: Wem gehören diese Überreste? In beiden Fällen zeichnet sich ab, dass die forensische Arbeit – mühsam und kleinteilig – der einzige Weg zur Aufklärung ist.
Eine ganz andere Dimension von „Aufklärung” eröffnet derweil ein Blick in die Vergangenheit, der aus Kairo und deutschen Forschungslaboren gemeldet wird. Mit modernster CT- und 3D-Scantechnologie haben Wissenschaftler ägyptische Mumien untersucht, die über 2300 Jahre alt sind – datiert zwischen 401 und 259 vor Christus. Die Überreste, darunter Schädel, Gliedmaßen und ein Fuß mit fehlender Zehe, lagerten jahrzehntelang in Museumsdepots, ohne dass man ihnen jemals so nahe kam. Die neuen Aufnahmen zeigen Bänder, Knochenschäden und bereits verwitterte Krankheitsspuren, die bisher unsichtbar blieben. Für Archäologen in Europa ist dies ein Beleg dafür, wie nicht-invasive Technik selbst an extrem empfindlichen Objekten erstaunliche Einsichten liefert – ohne die Mumien auswickeln oder zerstören zu müssen.
Drei Funde, drei Geschichten, ein gemeinsamer Nenner: Der menschliche Körper als stummer Zeuge. Während die forensischen Teams in Memphis und Kalifornien gegen die Zeit arbeiten, um den Toten einen Namen und einen Abschluss zu geben, schreitet die Grundlagenforschung an antiken Beispielen voran. Beobachter in Peking wie in Berlin sehen darin eine vielversprechende Entwicklung: Die gleiche Bildgebungstechnik, die heute Mordfälle lösen hilft, kann morgen vielleicht das Rätsel um die Konservierungstechniken der Pharaonenzeit vollends entschlüsseln. Was die Vergangenheit betrifft, bleibt jedoch eine Frage offen, die alle Fälle verbindet: Wer diese Menschen waren, wird die Wissenschaft vielleicht nie vollständig ergründen können – doch der Versuch, es zu tun, ist der Anfang jeder Gerechtigkeit.
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