
Kindesmissbrauchsbilder auf Handy des Sängers D4vd – Mordanklage gegen TikTok-Star
Im Fall des getöteten 14-jährigen Mädchens Celeste Rivas Hernandez haben die Ermittler eine neue, erschütternde Dimension offengelegt. Der unter dem Namen D4vd bekannte Musiker David Anthony Burke, der des Mordes an der Jugendlichen angeklagt ist, besaß zum Zeitpunkt seiner Festnahme eine „erhebliche Menge“ an kinderpornografischem Material auf seinem Smartphone und in seinem iCloud-Konto. Dies gab die Staatsanwaltschaft von Los Angeles am Donnerstag bekannt. Die Bilder seien im Zuge von Durchsuchungsbefehlen sichergestellt worden, die Teil der monatelangen Untersuchung waren. Der 21-Jährige soll die 14-Jährige wiederholt sexuell missbraucht und anschließend getötet haben, um seine lukrative Musikkarriere zu schützen. Er plädiert auf nicht schuldig.
Der Fall hatte im vergangenen September begonnen, als in einer Hollywooder Abschleppstation die bereits stark verwesten und zerstückelten Überreste eines Mädchens im Kofferraum eines offenbar verlassenen Tesla gefunden wurden. Die Polizei identifizierte das Fahrzeug als Eigentum von Burke, einem auf TikTok mit knapp vier Millionen Followern populären Sänger. Wochen später stand die Identität des Opfers fest: Celeste Rivas Hernandez aus Lake Elsinore. Die nun veröffentlichte Obduktion ergab, dass die Jugendliche an „multiplen penetrierenden Verletzungen durch Gegenstände“ starb; die Todesursache wurde als Tötungsdelikt eingestuft. Burke wird neben Mord auch fortdauernder sexueller Missbrauch und die Schändung einer Leiche vorgeworfen.
Aus Sicht der Anklagebehörde in Los Angeles handelt es sich um ein Verbrechen, das aus dem verzweifelten Versuch geboren wurde, ein schändliches Geheimnis zu wahren. Die Staatsanwaltschaft behauptet, Burke habe die Beziehung zu der Minderjährigen beendet, indem er sie tötete, nachdem sie gedroht hatte, die sexuellen Handlungen öffentlich zu machen. Die Verteidigung kündigte an, die Vorwürfe „entschieden zu bestreiten“. Beobachter in den Vereinigten Staaten verweisen darauf, dass Burke im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung oder sogar die Todesstrafe droht – ein Umstand, der in der deutschen und europäischen Rechtsordnung auf Befremden stieße.
Für das deutschsprachige Publikum wirft der Fall grundsätzliche Fragen auf. Burkes Aufstieg zum Social-Media-Star mit Millionen Followern verdeutlicht die Risiken einer digitalen Jugendkultur, in der reale Machtgefälle und juristische Konsequenzen oft hinter der Fassade des glamourösen Online-Erfolgs verschwinden. Der Prozess, der in den kommenden Monaten erwartet wird, dürfte nicht nur über Burkes Schicksal entscheiden, sondern auch eine intensive Debatte darüber anstoßen, wie Plattformen wie TikTok mit Hinweisen auf die Gefährdung Minderjähriger umgehen – eine Diskussion, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden wird.
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