
Mexiko erhebt Strafanzeigen nach Tod von 17 Landsleuten in US-Gewahrsam
Die Regierung in Mexiko-Stadt hat bei amerikanischen Staatsanwaltschaften 20 Anzeigen wegen des Todes von 17 mexikanischen Staatsbürgern eingereicht, die seit Mai 2025 in der Obhut der Einwanderungsbehörde ICE ums Leben kamen.
Die mexikanische Regierung hat nach eigenen Angaben 20 Strafanzeigen bei Staats- und Bezirksstaatsanwaltschaften in den Vereinigten Staaten eingereicht, um den Tod von 17 mexikanischen Staatsangehörigen zu verfolgen. Nach einem Kommuniqué des Außenministeriums (SRE) wurden die Anzeigen am 13. Juli vom mexikanischen Botschafter in Washington, Roberto Lazzeri, in denjenigen Jurisdiktionen vorgelegt, in denen die Todesfälle eingetreten sind – in Arizona, Kalifornien, Florida, Georgia, Illinois, Louisiana, Missouri und Texas. Acht der Anzeigen gingen an Staatsanwaltschaften, zwölf an Bezirksstaatsanwaltschaften. Tags darauf übermittelte die Botschaft dem US-Justizministerium über das Außenministerium eine von der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft erstellte Strafanzeige mit der förmlichen Bitte, in allen 17 Fällen Ermittlungen einzuleiten.
Die Anzeigen sind Teil einer verschärften diplomatischen Gangart, die Präsidentin Claudia Sheinbaum am 9. Juli angekündigt hatte, nachdem die Todesfälle mexikanischer Migranten unter der Obhut des Immigration and Customs Enforcement (ICE) bekannt geworden waren. Botschafter Lazzeri habe in der vergangenen Woche in Treffen mit dem Heimatschutzministerium (DHS) und der ICE-Führung die Besorgnis der mexikanischen Regierung über die Haftbedingungen in den Einrichtungen – auch jenen privater Betreiber – übermittelt und Aufklärung in jedem Fall gefordert, so die Mitteilung.
Die Spannungen zwischen beiden Regierungen hatten sich nach dem Tod des 52-jährigen Mexikaners Lorenzo Salgado Araujo am 7. Juli in Houston (Texas) verschärft. Salgado war bei einer Migrationsoperation von einem ICE-Agenten erschossen worden. Die Vereinigten Staaten hatten vergangene Woche diplomatische Protestnoten Mexikos zurückgewiesen: Der hochrangige Beamte der Amerika-Abteilung im US-Außenministerium, Michael Kozak, argumentierte, die Schreiben hätten versucht, Anweisungen für amerikanisches Personal auf eigenem Hoheitsgebiet zu erteilen, und empfahl Mexiko, seine Anliegen auf den üblichen diplomatischen Kanälen vorzubringen.
Parallel dazu wandte sich der mexikanische Außenminister Roberto Velasco Álvarez mit einem Schreiben an den Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk. Er bat das UN-Gremium, bei den Vereinigten Staaten Auskünfte über die Vorfälle einzuholen, zu prüfen, ob die Vorgänge mit internationalen Menschenrechtsinstrumenten vereinbar seien, und technische Empfehlungen zur Verhinderung ähnlicher Todesfälle zu formulieren. Die mexikanische Regierung betonte, die Strafanzeigen sollten die lebenswichtige Beziehung zu den USA nicht belasten, während zugleich die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens T-MEC ansteht. Das Konsularnetz leiste den Familien der Getöteten juristischen Beistand und Hilfe bei der Überführung der Leichen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
Mexico files 20 complaints in the US over the death of 17 citizens in ICE custody. Latin American media highlight the injustice and human rights violations, demanding accountability.
Mexican complaints are reported cautiously, emphasizing the need for verification and respect for US legal procedures.
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