
Abdul El-Sayed gewinnt demokratische Senatsvorwahl in Michigan mit knappem Vorsprung
Der Sieg des progressiven Arztes, der von der pro-israelischen Lobby massiv bekämpft wurde, vertieft die innerparteiliche Debatte über den künftigen Kurs der Demokraten.
Der Arzt und frühere Gesundheitsbeamte Abdul El-Sayed hat am Dienstag die demokratische Vorwahl für den Senatssitz im US-Bundesstaat Michigan gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen setzte er sich mit 48,5 zu 47,5 Prozent gegen die Kongressabgeordnete Haley Stevens durch, wie die Nachrichtenagentur Associated Press meldete. El-Sayed, Sohn ägyptischer Einwanderer und Muslim, könnte im Falle eines Sieges bei der allgemeinen Wahl im November der erste muslimische Senator in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden.
Der Vorwahlkampf war von einer massiven finanziellen Intervention des American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) geprägt. Laut übereinstimmenden Berichten unter anderem der Times of Israel und von Al Jazeera gab die pro-israelische Lobbyorganisation mehr als 30 Millionen Dollar aus, um Stevens zu unterstützen. El-Sayed, der von Senator Bernie Sanders und der New Yorker Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez unterstützt wurde, hatte seinen Wahlkampf auf Forderungen wie eine allgemeine Krankenversicherung („Medicare for All“), höhere Steuern für Wohlhabende und die Beendigung bedingungsloser Militärhilfe an Israel ausgerichtet. Gegenüber CNN erklärte er, er lehne Militärhilfen für jedes Land ab, das Menschenrechte verletze, und wolle Steuergelder stattdessen in Gesundheit, Schulen und Infrastruktur in Michigan investieren.
Präsident Donald Trump reagierte unmittelbar mit scharfen Angriffen. Auf seiner Plattform Truth Social und bei einer Veranstaltung in Las Vegas bezeichnete er El-Sayed als „gescheiterten Kommunisten“, der Juden und Israel hasse. El-Sayed wies diese Vorwürfe zurück und betonte, sein Einsatz für die Sicherheit jüdischer Bürger sei ebenso stark wie der für die Sicherheit seiner eigenen Töchter. Aus Sicht von Parteistrategen in Washington und Michigan verschärft der Ausgang der Vorwahl die Richtungsdebatte innerhalb der Demokratischen Partei. Während progressive Kräfte den Sieg als Beleg für eine wachsende Basisbewegung werten, die auch in einem Swing State mehrheitsfähig sei, äußern sich jüdische Demokraten in Michigan besorgt. Der Abgeordnete Noah Arbit erklärte, El-Sayeds Rhetorik über jüdische Macht und Einfluss sei „alarmierend und gefährlich“, und einige Wähler könnten im November zu Hause bleiben.
Die unterlegene Haley Stevens sowie Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer, die Stevens unterstützt hatte, riefen zur Geschlossenheit auf. Der demokratische Parteivorsitzende in Michigan kündigte eine Veranstaltung zur Einheit an. El-Sayed trifft bei der Wahl im November auf den Republikaner Mike Rogers, einen früheren Kongressabgeordneten, der von Trump unterstützt wird. Laut einem Bericht der New York Times erwägt AIPAC, im Hauptwahlkampf erneut Millionenbeträge zugunsten von Rogers auszugeben. Der Wahlausgang in Michigan gilt als mitentscheidend für die Kontrolle des US-Senats.
| Iranische & verwandte Presse | +0.80 | aligned |
|---|---|---|
| Israelische Presse | −0.60 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
El-Sayeds Sieg beweist, dass zionistisches Geld keine Wahlen mehr kaufen kann.
Die Niederlage der israelischen Lobby wird als Beweis für einen Wandel der amerikanischen öffentlichen Meinung hervorgehoben, während der knappe Vorsprung heruntergespielt wird.
Die äußerst knappe Stimmenauszählung und die internen Spaltungen innerhalb der Demokratischen Partei werden nicht erwähnt.
El-Sayeds knapper Sieg ist ein Weckruf für jüdische Demokraten, die sich jetzt zusammenschließen müssen, um eine Niederlage im November zu vermeiden.
Der knappe Vorsprung und die ethnischen Spaltungen werden hervorgehoben, um zu suggerieren, dass El-Sayed nicht die Mehrheit der Demokraten repräsentiert.
Die historische Bedeutung einer muslimischen Senatskandidatur einer großen Partei und die Wirkungslosigkeit der Rekordausgaben von AIPAC werden nicht anerkannt.
El-Sayed hat gewonnen, aber der Weg bis November ist steil und die Partei muss mit internen Spaltungen umgehen.
Demografische Daten und Wahlherausforderungen werden analysiert, um Zweifel an seiner Fähigkeit zu säen, den Sitz zu gewinnen.
Die zentrale Rolle externer Ausgaben und der Basisbewegung, die zum Sieg führte, wird heruntergespielt.
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