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Ausgabe von 10:00 CETSamstag, 8. August 2026
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Mittwoch, 29. April 2026

Mietmarkt unter Druck: Von Perth bis Tel Aviv zeichnet sich ein weltweiter Wohnungsnotstand ab

Zum ersten Mal seit Juni letzten Jahres ist es in Grossbritannien günstiger, eine Wohnung zu mieten als zu kaufen. Wie aktuelle Zahlen des Immobilienportals Rightmove belegen, liegt die durchschnittliche Monatsmiete bei 1547 Pfund, während die durchschnittliche Hypothekenzahlung für Neukäufer auf 1670 Pfund gestiegen ist. Ursache sind die stark gestiegenen Kreditkosten, die seit Anfang März infolge der verschärften Nahostspannungen und höherer Swap-Sätze rasant zugenommen haben. Das Phänomen der vergleichsweise günstigeren Miete ist jedoch keineswegs ein Trost für Mieter – es ist ein Symptom einer sich zuspitzenden globalen Wohnkrise, die in unterschiedlichen Regionen ganz eigene, aber ähnlich bedrückende Gesichter zeigt.

In Australien, namentlich im Bundesstaat Western Australia, hat sich die Lage dramatisch zugespitzt. Die Wohltätigkeitsorganisation Anglicare WA beziffert die mittlere Miete in Perth und Umgebung auf 747 Dollar pro Woche – ein Anstieg von zehn Prozent binnen Jahresfrist und von 74 Prozent seit 2020. Die Leerstandsquote liegt mit rund einem Prozent weit unter dem nationalen Durchschnitt, und für Haushalte, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, ist praktisch kein Objekt mehr erschwinglich. Wie der Sydney Morning Herald berichtet, müsste ein Haushalt mindestens 130'000 Dollar pro Jahr verdienen, um nicht unter Wohnkostenstress zu leiden. Viele Familien greifen auf Kreditkarten zurück, um die Miete zu bezahlen, oder hausen in unzumutbaren Verhältnissen. Angesichts dieser Not fordert die Organisation eine Mietpreisbremse und ein Verbot von Kündigungen ohne Angabe von Gründen – Forderungen, die auch in anderen Ländern immer lauter werden.

Aus israelischer Sicht zeigt eine Studie des Shoresh-Instituts, dass der Wohnungsmarkt strukturell aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zwischen 2000 und 2022 sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen um 130 Prozent gestiegen, während die verfügbaren Haushaltseinkommen nur um 45 Prozent zulegten. Die Mieten hingegen folgten eher den Lohnentwicklungen, was darauf hindeutet, dass die Schere vor allem beim Erwerb von Wohneigentum auseinanderklafft. Das Forschungsinstitut warnt, dass die Politik die wachsende Zahl der Haushalte – bedingt durch kleinere Familiengrössen und mehr Singlehaushalte – ignoriere. Die Nachfrage nach kleineren Wohnungen werde systematisch nicht bedient, was zu einer Verdrängung immer größerer Bevölkerungsteile in den Mietmarkt führe.

In der Schweiz hat sich derweil ein zweigeteilter Mietmarkt verfestigt, wie eine aktuelle Analyse des Immobilienberaters Wüest Partner belegt. Der Abstand zwischen den Bestandsmieten und den Angebotsmieten wächst stetig: Während die Löhne zwischen 2016 und 2025 um durchschnittlich 8,4 Prozent stiegen, erhöhten sich die Mieten der bestehenden Mieter lediglich um rund fünf Prozent. Neumieter hingegen müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Diese Entwicklung zementiert die Wohnsituation: Wer einmal eine günstige Wohnung hat, verlässt sie kaum mehr, da ein Umzug oft eine massive Mieterhöhung bedeuten würde. Die Folge ist eine eingeschränkte Wohnmobilität, die den Arbeitsmarkt belastet und soziale Ungleichheit verschärft.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ergeben sich daraus Lehren, die über die Landesgrenzen hinausweisen. Die parallelen Entwicklungen – steigende Bauzinsen, mangelnder Wohnungsneubau, sinkende Erschwinglichkeit und eine wachsende Kluft zwischen Bestands- und Neumieten – verlangen nach einer koordinierten wohnpolitischen Antwort. Ein reines Fokussieren auf Eigentumsförderung, wie es in vielen Wahlprogrammen geschieht, dürfte zu kurz greifen. Notwendig sind vielmehr eine Ausweitung des Sozialwohnungsbaus, eine stärkere Regulierung von Mieterhöhungen sowie Anreize für den Bau von bezahlbaren Kleinwohnungen. Ohne ein grundlegendes Umdenken droht die Wohnungsfrage zu einer der grossen sozialen Sprengsätze der kommenden Jahre zu werden.

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Mohamed Salah verlässt den FC Liverpool und wechselt zu Trabzonspor·US-Senat verabschiedet Übergangshaushalt bis Dezember – Repräsentantenhaus muss noch zustimmen·Rodri vor Wechsel zu Barcelona – Manchester City lehnt Angebot ab, Real Madrid zieht sich zurück·Drei Tote bei Schusswaffenangriff in Idaho – Täter richtet sich selbst·El-Sayed gewinnt Senatsvorwahl in Michigan – Demokraten vor Einigungsprobe·Amazon unterstützt Gaskraftwerk in Texas für KI-Rechenzentren·Unterwasserhabitat Vanguard in Florida Keys installiert – erste US-Station seit 40 Jahren·Schwacher US-Arbeitsmarktbericht lässt Dollar fallen und Zinserhöhungserwartungen schwinden·Mohamed Salah verlässt den FC Liverpool und wechselt zu Trabzonspor·US-Senat verabschiedet Übergangshaushalt bis Dezember – Repräsentantenhaus muss noch zustimmen·Rodri vor Wechsel zu Barcelona – Manchester City lehnt Angebot ab, Real Madrid zieht sich zurück·Drei Tote bei Schusswaffenangriff in Idaho – Täter richtet sich selbst·El-Sayed gewinnt Senatsvorwahl in Michigan – Demokraten vor Einigungsprobe·Amazon unterstützt Gaskraftwerk in Texas für KI-Rechenzentren·Unterwasserhabitat Vanguard in Florida Keys installiert – erste US-Station seit 40 Jahren·Schwacher US-Arbeitsmarktbericht lässt Dollar fallen und Zinserhöhungserwartungen schwinden·
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Mietmarkt unter Druck: Von Perth bis Tel Aviv zeichnet sich ein weltweiter Wohnungsnotstand ab

Zum ersten Mal seit Juni letzten Jahres ist es in Grossbritannien günstiger, eine Wohnung zu mieten als zu kaufen. Wie aktuelle Zahlen des Immobilienportals Rightmove belegen, liegt die durchschnittliche Monatsmiete bei 1547 Pfund, während die durchschnittliche Hypothekenzahlung für Neukäufer auf 1670 Pfund gestiegen ist. Ursache sind die stark gestiegenen Kreditkosten, die seit Anfang März infolge der verschärften Nahostspannungen und höherer Swap-Sätze rasant zugenommen haben. Das Phänomen der vergleichsweise günstigeren Miete ist jedoch keineswegs ein Trost für Mieter – es ist ein Symptom einer sich zuspitzenden globalen Wohnkrise, die in unterschiedlichen Regionen ganz eigene, aber ähnlich bedrückende Gesichter zeigt.

In Australien, namentlich im Bundesstaat Western Australia, hat sich die Lage dramatisch zugespitzt. Die Wohltätigkeitsorganisation Anglicare WA beziffert die mittlere Miete in Perth und Umgebung auf 747 Dollar pro Woche – ein Anstieg von zehn Prozent binnen Jahresfrist und von 74 Prozent seit 2020. Die Leerstandsquote liegt mit rund einem Prozent weit unter dem nationalen Durchschnitt, und für Haushalte, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, ist praktisch kein Objekt mehr erschwinglich. Wie der Sydney Morning Herald berichtet, müsste ein Haushalt mindestens 130'000 Dollar pro Jahr verdienen, um nicht unter Wohnkostenstress zu leiden. Viele Familien greifen auf Kreditkarten zurück, um die Miete zu bezahlen, oder hausen in unzumutbaren Verhältnissen. Angesichts dieser Not fordert die Organisation eine Mietpreisbremse und ein Verbot von Kündigungen ohne Angabe von Gründen – Forderungen, die auch in anderen Ländern immer lauter werden.

Aus israelischer Sicht zeigt eine Studie des Shoresh-Instituts, dass der Wohnungsmarkt strukturell aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zwischen 2000 und 2022 sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen um 130 Prozent gestiegen, während die verfügbaren Haushaltseinkommen nur um 45 Prozent zulegten. Die Mieten hingegen folgten eher den Lohnentwicklungen, was darauf hindeutet, dass die Schere vor allem beim Erwerb von Wohneigentum auseinanderklafft. Das Forschungsinstitut warnt, dass die Politik die wachsende Zahl der Haushalte – bedingt durch kleinere Familiengrössen und mehr Singlehaushalte – ignoriere. Die Nachfrage nach kleineren Wohnungen werde systematisch nicht bedient, was zu einer Verdrängung immer größerer Bevölkerungsteile in den Mietmarkt führe.

In der Schweiz hat sich derweil ein zweigeteilter Mietmarkt verfestigt, wie eine aktuelle Analyse des Immobilienberaters Wüest Partner belegt. Der Abstand zwischen den Bestandsmieten und den Angebotsmieten wächst stetig: Während die Löhne zwischen 2016 und 2025 um durchschnittlich 8,4 Prozent stiegen, erhöhten sich die Mieten der bestehenden Mieter lediglich um rund fünf Prozent. Neumieter hingegen müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Diese Entwicklung zementiert die Wohnsituation: Wer einmal eine günstige Wohnung hat, verlässt sie kaum mehr, da ein Umzug oft eine massive Mieterhöhung bedeuten würde. Die Folge ist eine eingeschränkte Wohnmobilität, die den Arbeitsmarkt belastet und soziale Ungleichheit verschärft.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ergeben sich daraus Lehren, die über die Landesgrenzen hinausweisen. Die parallelen Entwicklungen – steigende Bauzinsen, mangelnder Wohnungsneubau, sinkende Erschwinglichkeit und eine wachsende Kluft zwischen Bestands- und Neumieten – verlangen nach einer koordinierten wohnpolitischen Antwort. Ein reines Fokussieren auf Eigentumsförderung, wie es in vielen Wahlprogrammen geschieht, dürfte zu kurz greifen. Notwendig sind vielmehr eine Ausweitung des Sozialwohnungsbaus, eine stärkere Regulierung von Mieterhöhungen sowie Anreize für den Bau von bezahlbaren Kleinwohnungen. Ohne ein grundlegendes Umdenken droht die Wohnungsfrage zu einer der grossen sozialen Sprengsätze der kommenden Jahre zu werden.

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