
Miranda Priestly dominiert die Kassen: „Der Teufel trägt Prada 2“ startet mit 233 Millionen Dollar
Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Kultfilm kehrt Miranda Priestly auf die Leinwand zurück, und sie tut dies mit der Wucht einer Herbstkollektion. „Der Teufel trägt Prada 2“ spielte am Premierwochenende weltweit 233,6 Millionen Dollar ein und markiert damit einen der stärksten Kinostarts des Jahres. In Nordamerika allein kamen 77 Millionen Dollar zusammen, womit der Film den Michael-Jackson-Biopic „Michael“ auf Platz zwei verwies. Aus Washingtoner Sicht ist der Erfolg bemerkenswert, weil er in einem Sommer beginnt, in dem kein Marvel-Blockbuster die traditionelle Führungsrolle übernimmt – ein Zeichen für die anhaltende Zugkraft mittelbudgetierter, starzentrierter Produktionen.
Die einstige Sekretärin Andy Sachs, erneut gespielt von Anne Hathaway, kehrt als erfahrene Journalistin zum Modemagazin „Runway“ zurück; Meryl Streeps Chefredakteurin bleibt das kühle Zentrum des Geschehens. International fielen die Zahlen nicht minder imposant aus: 156,6 Millionen Dollar aus 51 Märkten. In Italien, einem der stärksten Länder, spülte der Film in drei Tagen über acht Millionen Euro in die Kassen und belegte dort den viertbesten Start aller Zeiten.
In Japan steht nicht nur der Box-Office-Erfolg im Fokus; die Zeitung Mainichi Shimbun widmet sich dem künstlerischen Werdegang Anne Hathaways, die vom Teenager-Star zur Oscar-Preisträgerin reifte. Aus Moskauer Perspektive fällt das Urteil zwiespältig aus: Der russische Kritiker Anton Dolin nennt den Film „wunderschön und völlig sinnentleert“ – was dem Geist des Originals durchaus entspreche. In deutschen Feuilletons indes rückt die Kostümkunst in den Vordergrund: Molly Rogers, die Nachfolgerin der legendären Patricia Field, kleidet die Figuren nicht einfach in Prada, sondern nutzt Mode als Machtinstrument.
Der Erfolg des Sequels bestätigt, dass die Lust an einer glamourösen, aber auch selbstironischen Rückschau auf die Ära der Printmagazine ungebrochen ist. Beobachter in Mumbai verweisen darauf, dass der Film mit einem Budget von rund 100 Millionen Dollar sein Geld längst eingespielt hat. Die entscheidende Frage ist nun, ob sich die Nostalgie in eine dauerhafte Neubelebung des Franchise übersetzen lässt – oder ob Priestly nach diesem Lauf endgültig in den Ruhestand tritt.
Der Kassensturz zeigt jedenfalls: Das Haus Prada trägt noch immer.
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