
Nach Jahren des Rechtsstreits: Bulgakows «Meister und Margarita» kommt in die amerikanischen Kinos
Der Film des Regisseurs Michail Lokschin, der in Russland Publikumsrekorde brach, startet nach langwierigen juristischen Auseinandersetzungen am 18. September in den USA.
Als der Mitgründer der Verleihfirma Luminosity Pictures, Peter Hoffman, die Adaption von Michail Bulgakows Roman «Der Meister und die Margarita» zum ersten Mal sah, zögerte er keinen Augenblick. «Als mir Kollegen die Gelegenheit gaben, diese brillante Adaption dieses literarischen Meisterwerks von Michail Lokschin zu sehen, habe ich sofort die russischen Produzenten kontaktiert, um diesen einzigartigen Film dem Publikum außerhalb Russlands zu zeigen», erinnerte sich Hoffman laut dem Branchenblatt Variety. Dieser Moment setzte eine Kette von Ereignissen in Gang, die nun, mehr als zwei Jahre nach der russischen Premiere, in einem Kinostart in den Vereinigten Staaten münden.
Doch der Weg auf die amerikanische Leinwand war steinig. Der internationale Vertrieb wurde durch Sanktionen gegen Russland und daraus resultierende Rechtsstreitigkeiten blockiert. Erben des Schriftstellers und amerikanische Produzenten stritten um die Rechte an einer englischsprachigen Adaption; der Verleih argumentierte, der Roman sei gemeinfrei. Erst jetzt, so berichten Kommersant und das unabhängige russische Medium Doschd unter Berufung auf Variety, sind diese Konflikte beigelegt. Luminosity Pictures wird den Film am 18. September in einer wiederhergestellten Regiefassung in die US-Kinos bringen.
In seiner Heimat hat das Werk längst Maßstäbe gesetzt. Als der Film am 25. Januar 2024 in Russland anlief, spielte er über 2,3 Milliarden Rubel ein und erreichte 4,8 Millionen Zuschauer – als erste Produktion mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren, die diese Marke durchbrach. Sieben Auszeichnungen der Russischen Filmakademie «Nika», darunter für den besten Film, würdigten die aufwendige Inszenierung, in der Jewgeni Zyganow, Julia Snigir und August Diehl die Hauptrollen übernahmen. Auch in Deutschland, Österreich, Schweden und Italien war der Film bereits zu sehen; Produzent Igor Tolstunow bezifferte die internationalen Einnahmen auf 1,5 Millionen Euro.
Hoffman selbst spricht von einem «Herzensprojekt», dem alle Beteiligten mit großem Respekt vor Bulgakows Roman begegnet seien. «Wir hoffen, dass das Publikum von der Romantik, der Vorstellungskraft und den zeitlosen Themen verzaubert wird und versteht, warum diese außergewöhnliche Geschichte Leser auf der ganzen Welt seit Generationen in ihren Bann zieht», ließ er verlauten. Der Weg des Films spiegelt die Irrungen einer globalisierten Kinolandschaft, in der politische Verwerfungen die Verbreitung eines Kunstwerks ebenso prägen können wie die universelle Faszination eines literarischen Stoffes. Wenn der Film nun endlich in amerikanischen Sälen zu sehen ist, wird sich zeigen, ob er jenseits des Atlantiks eine ähnliche Resonanz findet wie in Europa und Russland.
| Russische & GUS-Presse | +0.10 | neutral |
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| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Russia celebrates the US arrival of the film 'Master and Margarita', emphasizing the success in overcoming legal disputes. The work is presented as a Russian cultural triumph finally reaching American audiences in a restored version.
European press records the US release of the film 'Master and Margarita' in its restored version, focusing on the literary adaptation and the distributor's efforts. The tone is neutral, without national emphasis.
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