
Nagelsmann setzt auf Neuer: Die Torwart-Debatte eskaliert vor der WM
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Manuel Neuer zur Nummer eins für die WM gemacht – und damit eine kontroverse Entscheidung getroffen.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich in der wohl am intensivsten diskutierten Personalfrage vor der Weltmeisterschaft in Nordamerika endgültig festgelegt: Manuel Neuer wird als Nummer eins ins Turnier gehen. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien, darunter der „Bild“-Zeitung und der „Süddeutschen Zeitung“, informierte Nagelsmann den bisherigen Stammtorhüter Oliver Baumann persönlich über die Entscheidung. Der 40-jährige Neuer, der nach der Europameisterschaft 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte, kehrt damit zurück – ein Schritt, der in den vergangenen Monaten von offizieller Seite stets mit vagen Formulierungen umschrieben wurde. Die „Süddeutsche Zeitung“ spricht von einem „Eiertanz“, der nun ein Ende finde.
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Nagelsmann auch anderswo für Einschnitte sorgt. So muss Robert Andrich, der bei der EM 2024 noch gesetzt war und inzwischen Kapitän von Bayer Leverkusen ist, seinen Platz im Kader räumen. Der Bundestrainer rief ihn persönlich an, um die Absage zu übermitteln, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Andrich reagierte enttäuscht, richtet seinen Fokus aber bereits auf die EM 2028. Der frühere Nationalspieler David Odonkor kritisierte öffentlich die Art und Weise der Torwart-Entscheidung: „Die Art und Weise geht nicht“, sagte er bei einer Veranstaltung in Köln. Der WM-Held von 2006 verwies darauf, dass Baumann lange als Nummer eins aufgebaut worden sei und nun vor vollendete Tatsachen gestellt werde.
Aus deutscher Perspektive wird die Rückkehr Neur trotz aller Diskussionen um sein Alter als Signal der Stärke gedeutet. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erinnert an die Aura, die Neuer bei Mitspielern entfalte – eine Qualität, die Baumann nicht habe. Zugleich wird spekuliert, ob der Hype um Neuer nicht von den eigentlichen Schwächen der Mannschaft ablenke. Aus arabischer Perspektive, wie sie die Zeitung „Al Ittihad“ vertritt, gilt die Nominierung als Überraschung, da Neuer seinen Rücktritt bereits verkündet hatte. Der DFB bestätigte die Personalie auf Anfrage nicht und verwies auf die offizielle Kadernominierung am Donnerstag. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ erwägt Nagelsmann zudem, mit vier Torhütern zum Turnier zu reisen – neben Neuer und Baumann wären das Jonas Urbig und Alexander Nübel.
Die Torwartdebatte überlagert derzeit die sportliche Vorbereitung auf die WM, bei der Deutschland nach dem frühen Aus bei den letzten Turnieren wieder zu den Favoriten zählen will. Neuers Erfahrung und seine Fähigkeit, Spiele zu prägen, könnten sich in den entscheidenden Momenten auszahlen. Zugleich bleibt die Frage, ob der Bundestrainer mit diesem Schritt langfristig Vertrauen verspielt hat – bei Baumann, der nun als Nummer zwei fungieren soll, und bei Andrich, der sich um seinen Platz in der Nationalelf gebracht sieht. Die endgültige Kaderbekanntgabe am Donnerstag wird zeigen, wie Nagelsmann die verbleibenden Personalien löst und ob er die Gemüter beruhigen kann.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
Die deutsche Presse berichtet, dass Nagelsmann Baumann darüber informiert hat, dass Neuer die Nummer eins bei der WM sein wird, womit monatelange Spekulationen enden. Einige Medien kritisieren den langwierigen Entscheidungsprozess als 'Eiertanz' und betonen, dass die Diskussionen wohl nicht verstummen werden. Andere liefern sachliche Updates zur Hierarchieänderung.
Der ehemalige Torhüter Oliver Kahn lehnt die Rückkehr von Manuel Neuer in die Nationalmannschaft für die WM entschieden ab. Kahn bezeichnet den möglichen Schritt als 'abenteuerlich' und warnt, dass er die Glaubwürdigkeit der Mannschaft untergraben und die etablierte Hierarchie stören würde. Er argumentiert, dass es riskant und unfair wäre, Baumann fallen zu lassen, nachdem er der Stammkeeper war.
Eine arabischsprachige Nachrichtenagentur berichtet unter Berufung auf deutsche Medien, dass Manuel Neuer der Starttorhüter Deutschlands bei der WM sein wird. Es wird darauf hingewiesen, dass Nagelsmann Baumann über seine Entscheidung informiert hat und Baumann zugestimmt hat, als Ersatz zu bleiben. Die offizielle Kaderbekanntgabe wird später in der Woche erwartet.
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