
Netanjahu erklärt Krieg gegen Iran für unvollendet und fordert Uranabzug
Der israelische Premier beharrt auf dem Abzug von angereichertem Uran aus Iran. Trump soll einen direkten Zugriff befürworten. Die Lage bleibt fragil.
Benjamin Netanjahu hat den militärischen Konflikt mit Iran für noch nicht beendet erklärt. In einem Interview mit dem US-Sender CBS betonte der israelische Ministerpräsident, solange Teheran über hochangereichertes Uran verfüge und seine Anreicherungsanlagen intakt seien, könne von einem Ende des Krieges keine Rede sein. „Man muss hineingehen und es herausholen“, sagte Netanjahu auf die Frage, wie der Abtransport des spaltbaren Materials bewerkstelligt werden könne. Dabei berief er sich ausdrücklich auf US-Präsident Donald Trump, der ihm gegenüber ebenfalls einen direkten Zugriff auf die iranischen Bestände angekündigt habe. Aus Washingtoner Sicht ist dies eine bemerkenswerte Zuspitzung: Bislang hatten beide Länder eine gemeinsame Militäraktion gegen die iranische Nuklearinfrastruktur stets öffentlich ausgeschlossen.
Gleichzeitig weitete Netanjahu den Horizont des Konflikts auf die gesamte Region aus. Er machte deutlich, dass der Kampf gegen Irans Stellvertreterkräfte nicht mit einem Waffenstillstand in Iran enden dürfe. Dies gelte insbesondere für die Hisbollah im Libanon. Der Premier betonte, Israel hege keine Feindschaft gegenüber dem libanesischen Volk, aber die von Iran gesteuerte Miliz müsse militärisch und politisch ausgeschaltet werden. „Sie haben das Land entführt“, sagte Netanjahu und spekulierte über eine künftige Zusammenarbeit mit Beirut, um die Organisation zu beseitigen. Beobachter in Beirut reagieren skeptisch: Die libanesische Regierung verfügt weder über die Mittel noch über den politischen Rückhalt, um gegen die schiitische Miliz vorzugehen, die Teile des Staatsapparats kontrolliert.
Aus Teheraner Perspektive ist Netanjahus Kriegsrhetorik eine Bestätigung der eigenen Propaganda von einem unversöhnlichen Erzfeind. Allerdings zeigt sich die Islamische Republik geschwächt: Seit der gemeinsamen Offensive mit den USA im März 2025 habe das Regime erhebliche militärische Einbußen erlitten, räumte Netanjahu ein. Dennoch halte Iran weiterhin an seinem Raketenprogramm fest und unterstütze seine regionalen Verbündeten. Brisant ist zudem ein weiterer Vorwurf: China soll der iranischen Rüstungsindustrie Bauteile für Raketen geliefert haben. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, bekäme der Konflikt eine neue geopolitische Dimension – mit unmittelbaren Folgen für den europäischen Sicherheitsdiskurs, der in Berlin, Wien und Bern mit großer Sorge registriert wird.
Die eigentliche Kernfrage bleibt, ob die maximalistische Position Netanjahus von Washington aus tatsächlich mitgetragen wird. Trump selbst erklärte Iran für militärisch besiegt und das Uran sei jederzeit abziehbar. Doch die operative Umsetzung wäre höchst riskant. Ein direkter Einmarsch in iranische Atomanlagen würde nicht nur einen neuen Krieg auslösen, sondern auch die fragile regionale Ordnung endgültig zerstören. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die alle intensive diplomatische Beziehungen zu Iran und den Golfstaaten unterhalten, steht viel auf dem Spiel: Die Energiesicherheit, die Stabilität der Lieferketten und die humanitäre Lage im gesamten Nahen Osten hängen unmittelbar von einer Deeskalation ab. Netanjahus Äußerungen lassen darauf schließen, dass die nächste Phase des Krieges nicht in der Luft, sondern auf dem Boden entschieden werden soll – ein Szenario, das die internationale Gemeinschaft vor eine Zerreißprobe stellt.
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.70 | critical |
| Iranische & verwandte Presse | −0.90 | critical |
Netanyahu warnt, dass der Konflikt mit dem Iran noch nicht beendet ist, da Teheran weiterhin angereichertes Uran besitzt. Er behauptet, Präsident Trump wolle in den Iran eindringen, um das Nuklearmaterial physisch zu entfernen, was darauf hindeutet, dass die Militäraktionen fortgesetzt werden könnten.
Netanyahu besteht darauf, dass der Krieg gegen die Hisbollah im Libanon unabhängig von einem Waffenstillstand mit dem Iran fortgesetzt werden muss. Er behauptet, Israel hege keine Feindschaft gegenüber dem Libanon und könne Frieden schließen, jedoch erst nach der Beseitigung der Hisbollah, die er als iranischen Stellvertreter bezeichnet.
Netanjahus Behauptung, der Krieg sei nicht vorbei und angereichertes Uran müsse physisch aus dem Iran entfernt werden, wird als wahnhaft zurückgewiesen. Er beschuldigte zudem China haltlos, dem Iran Raketenkomponenten zu liefern, und wiederholte seine unrealistischen Forderungen nach einem Regimewechsel.
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