
OPEC+ erhöht Produktionsziel für September um 188.000 Barrel pro Tag
Die sieben Kernländer des Ölkartells vollenden damit die Rücknahme freiwilliger Kürzungen, während die tatsächlichen Exporte durch die Blockade der Straße von Hormus weiterhin gehemmt bleiben.
Die sieben Kernländer der OPEC+ – Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman – haben am Sonntag in einer virtuellen Sitzung beschlossen, das gemeinsame Produktionsziel für September um 188.000 Barrel pro Tag (bpd) anzuheben. Es ist die sechste monatliche Erhöhung in Folge und schließt die schrittweise Rücknahme der zweiten Tranche freiwilliger Förderkürzungen ab, die ursprünglich 2023 vereinbart worden waren und ein Volumen von 1,65 Millionen bpd umfassten. Die erste Tranche von 2,2 Millionen bpd war bereits im September 2025 ausgelaufen.
Die Maßnahme ist vorerst weitgehend symbolisch. Die Straße von Hormus, über die normalerweise rund 20 Millionen bpd an Rohöl und Produkten aus der Golfregion exportiert werden, bleibt durch den Krieg im Nahen Osten blockiert. Jorge León, Analyst bei Rystad Energy, erklärte, die Entscheidung ändere kurzfristig wenig; die tatsächliche Marktwirkung werde erst mit der Normalisierung der Exportströme eintreten. Giovanni Staunovo von UBS ergänzte, viele Mitglieder könnten ihre offiziellen Ziele wegen gesunkener Förderkapazitäten gar nicht erreichen, sodass die Anhebung der Zielvorgaben an Bedeutung verloren habe. Seit Beginn der Krise hat die OPEC+ die Zielvorgaben auf dem Papier um insgesamt rund 1,16 Millionen bpd erhöht, während die tatsächliche Förderung des Bündnisses von 42,8 auf 33,1 Millionen bpd einbrach.
Die Aufteilung der September-Erhöhung sieht für Saudi-Arabien und Russland je 62.000 bpd mehr vor, womit deren Ziele auf 10,48 Millionen bpd bzw. 9,95 Millionen bpd steigen. Russlands tatsächliche Produktion liegt jedoch nach wiederholten ukrainischen Drohnenangriffen auf seine Ölinfrastruktur bei nur rund 9 Millionen bpd. Der Irak erhält 26.000 bpd zusätzlich, Kuwait 16.000 bpd, Kasachstan 10.000 bpd, Algerien 6.000 bpd und Oman 5.000 bpd. Die Gruppe bekräftigte zudem ihre Besorgnis über Angriffe auf Energieanlagen, die kostspielige und langwierige Reparaturen nach sich zögen und das Angebot beeinträchtigten.
Mit dem September-Schritt ist die Rückabwicklung der zweiten Kürzungsrunde abgeschlossen. Eine dritte Tranche von rund 2 Millionen bpd aus dem Jahr 2022 bleibt bis Ende 2026 in Kraft. Die OPEC+ steht vor schwierigen Verhandlungen über neue Produktionsquoten für 2027, bei denen Länder wie der Irak auf höhere individuelle Zuteilungen drängen. Der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC im Mai hat die internen Spannungen zusätzlich verdeutlicht. Das nächste Treffen der sieben Länder ist für den 6. September anberaumt; Analysten erwarten für das vierte Quartal eine Pause bei den Erhöhungen, während die Gruppe die Basislinien für 2027 vorbereitet.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.40 | critical |
| Russische & GUS-Presse | +0.10 | neutral |
The Atlantic presents the increase as a routine technical adjustment, remaining neutral on geopolitical factors and relying on data and analysis.
The Atlantic builds objectivity by using analytical forecasts and numbers, avoiding value judgments and attributing uncertainties to a generic 'Middle East war'.
The Atlantic omits to distinguish the different impacts of sanctions and wars on individual members, assuming all can increase production equally.
Iran denounces that the production increases are fictitious due to the US and Russia-Ukraine wars, accusing the United States of distorting the market.
Iran makes its position plausible by emphasizing the gap between formal decisions and geopolitical reality, using war as a justification for the ineffectiveness of quotas.
Iran omits to mention that some members (e.g., Saudi Arabia) are not directly affected by those wars and could actually increase production.
Russia presents the increase as an orderly technical step completing the unwinding of voluntary cuts, emphasizing the smooth functioning of OPEC+.
Russia normalizes the decision by presenting it as a principled agreement already reached, emphasizing procedural aspects and downplaying geopolitical tensions and sanctions.
Russia omits to mention the disruptions caused by sanctions and the war in Ukraine, which make the increase less effective for some participants like Iran and Kazakhstan.
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