
Ölpreise steigen nach Irans Vorstoß zu Schifffahrtsbeschränkungen in der Straße von Hormus
Die Rohölnotierungen legten am Freitag weiter zu, nachdem Teheran gemeinsam mit Oman einen Entwurf für Transitregeln vorgelegt hat, der feindliche Schiffe aussperren und hohe Strafen vorsehen würde.
Die Ölpreise haben am Freitag ihre Gewinne ausgebaut. Brent-Rohöl stieg um 99 Cent oder 1,2 Prozent auf 83,48 Dollar je Barrel, West Texas Intermediate (WTI) legte um 85 Cent oder 1,1 Prozent auf 78,84 Dollar zu. Bereits am Donnerstag waren die Notierungen um mehr als drei Dollar je Barrel gesprungen, nachdem das iranische Parlament mit der Prüfung eines Gesetzentwurfs begonnen hatte, der Schiffen der Vereinigten Staaten und Israels die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verbieten soll.
Hintergrund ist ein von Iran und Oman vorgelegter Vorschlag für neue Transitbedingungen in der strategisch bedeutsamen Meerenge, durch die vor Kriegsbeginn Ende Februar rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgashandels geleitet wurde. Der Entwurf sieht vor, als feindlich eingestuften Schiffen die Passage zu verwehren und Verstöße mit Strafen von bis zu 20 Prozent des Ladungswerts zu ahnden. Zudem strebt Teheran Gebühren zwischen 5 und 7 Prozent des Ladungswerts für passierende Schiffe an, während Oman einen Satz von etwa 3 Prozent ins Gespräch bringt und Washington jegliche Gebühren ablehnt.
Die Skepsis an den Märkten bleibt groß. Tim Waterer, Chefanalyst von KCM Trade, verwies darauf, dass bereits früher im Jahr eine Vereinbarung nur von kurzer Dauer gewesen sei; das Vertrauen, dass ein neues Abkommen die normalen Tankerbewegungen vollständig wiederherstellen könne, sei daher gering. Vier mit der Branche vertraute Quellen halten die Umsetzung des Vorschlags zudem für schwierig, da US-Sanktionen und restriktive Versicherungsklauseln Zahlungen behinderten.
Während die Preise zu Wochenbeginn noch unter 80 Dollar je Barrel gefallen waren – erstmals seit dem 13. Juli –, durchbrachen sie diese Marke am Donnerstag wieder nach oben. Zusätzliche Unsicherheit geht von jemenitischen Huthi-Rebellen aus, die nach eigenen Angaben am Donnerstag Raketen- und Drohnenangriffe auf saudische Stellungen in Marib und Hadramaut ausgeführt haben. US-Präsident Donald Trump äußerte sich unterdessen zuversichtlich, dass der Krieg bald enden werde.
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Neu-Delhi wägt den von Washington vorgeschlagenen diplomatischen Ausweg gegen die Vorsicht des Marktes ab und positioniert sich als neutraler Beobachter, der auf eine Deeskalation hofft.
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Es lässt den iranischen Angriff auf „feindliche Ziele“ nahe der Insel Qeshm aus, was das Gefühl unmittelbarer Gefahr verstärken und den Deeskalationston untergraben würde.
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