
Operation Epic Fury: US-Arsenale nach Iran-Krieg jahrelang geschwächt – Sorge vor Verwundbarkeit gegenüber China
Eine Analyse des CSIS zeigt: Die USA brauchen drei Jahre oder mehr, um verbrauchte Patriot-, Tomahawk- und THAAD-Raketen zu ersetzen. Das schafft ein gefährliches Zeitfenster – auch für Europa.
Der von den USA und Israel seit dem 28. Februar unter dem Namen Operation Epic Fury geführte Luftkrieg gegen den Iran hat tiefe Lücken in die amerikanischen Waffendepots gerissen. Nach wochenlangen Bombardements und einem brüchigen Waffenstillstand kommt eine Analyse des Center for Strategic and International Studies (CSIS) zu einem ernüchternden Ergebnis: Obwohl die Streitkräfte für jedes plausible Szenario im Iran noch über ausreichend Munition verfügen, wird die Wiederauffüllung der Bestände an den drei meistgenutzten Schlüsselsystemen mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen. Allein von den Patriot-Abfangraketen sollen zwischen 1060 und 1430 Stück verschossen worden sein; ihre Zahl dürfte frühestens Mitte 2029 wieder das Vorkriegsniveau erreichen. Etwas schneller, in ein bis zwei Jahren, ließen sich lediglich bestimmte präzisionsgelenkte Angriffswaffen und weitreichende Luft-Boden-Raketen ersetzen.
Aus Washingtoner Sicht verschärft dieser Befund ein strategisches Dilemma, vor dem Verteidigungsminister Pete Hegseth bereits vor Wochen im Senat warnte. Zwar hat die Trump-Administration für das Jahr 2027 einen gewaltigen Haushaltsentwurf von 1,5 Billionen Dollar vorgelegt, mit dem die Munitionsproduktion hochgefahren werden soll. Doch Analysten des CSIS betonen, dass nicht Geld die entscheidende Hürde sei, sondern die physische Produktionszeit – das Problem sei heute nicht Geld, sondern Zeit. Besonders die Marschflugkörper Tomahawk sowie die Abfangsysteme THAAD und Patriot erfordern aufwendige Herstellungsverfahren. Die geschrumpften Arsenale vergrößern deshalb das Zeitfenster einer strategischen Verwundbarkeit, das Beobachter vor allem mit Blick auf einen möglichen Konflikt im Pazifik mit wachsender Nervosität registrieren.
In Teheran dürfte man die empfindliche Schwächung der US-Logistik mit Genugtuung als Beleg dafür werten, dass der Widerstand den Vereinigten Staaten hohe Kosten auferlegt. Aus Peking wiederum signalisieren Militärplaner, dass eine begrenzte amerikanische Feuerkraft die Abschreckungswirkung im Südchinesischen Meer oder in der Taiwan-Straße spürbar mindern könnte. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz rückt der Ressourcenverschleiß jenseits des Atlantiks eine unbequeme Abhängigkeit ins Bewusstsein: Das Nato-Rückgrat USA wird auf Jahre hin nicht im gewohnten Umfang handlungsfähig sein, was Forderungen nach europäischer strategischer Autonomie und schnelleren gemeinsamen Beschaffungsprogrammen neuen Nachdruck verleiht.
Die ungewisse Waffenruhe zwischen den Konfliktparteien lässt keinen dauerhaften Frieden erwarten; sollten die Kampfhandlungen wieder aufflammen, dürfte die Belastung der Reserven noch weiter steigen. Für die Vereinigten Staaten wird der langsame Rhythmus der Rüstungsproduktion zur strategischen Hypothek. Die kommenden Haushaltsverhandlungen im Kongress werden zeigen, ob die Politik bereit ist, neben Geld auch industrielle Kapazitäten massiv zu beschleunigen. Bis dahin bleibt der Blick aus Washington richtung China getrübt – und die europäischen Partner müssen sich auf eine Welt einstellen, in der die schützende Hand Amerikas nicht mehr unbegrenzt zupacken kann.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | +0.50 | aligned |
| Japanisch-koreanische Presse | 0.00 | neutral |
Die CSIS-Analyse zeigt, dass der Iran-Einsatz die US-Raketenbestände dezimiert hat und die Wiederauffüllung Jahre dauern wird, was Zweifel an der Einsatzbereitschaft für einen möglichen Konflikt mit China aufkommen lässt. Während die aktuellen Bestände für die laufenden Operationen ausreichen, unterstreichen die langen Wiederbeschaffungszeiträume industrielle und strategische Schwachstellen.
Eine Denkfabrik in Washington warnt, dass US-Rüstungsunternehmen mindestens drei Jahre brauchen werden, um die durch den Iran-Krieg erschöpften Schlüsselwaffensysteme wieder aufzufüllen, was die Sorge um die Einsatzfähigkeit der USA in einem künftigen Konflikt mit China nährt. Der Bericht offenbart ungewollt den hohen Tribut, den der Krieg vom Arsenal der Supermacht gefordert hat.
Drei Monate nach Beginn der Militäroperation erklärt Präsident Trump, dass keine Einigung mit Iran erzielt wurde, und deutet an, dass die Angriffe wieder aufgenommen werden könnten. Der Beitrag stellt Schwankungen des Ölpreises und andere Inlandsnachrichten in den Vordergrund und lässt die Frage der Erschöpfung des US-Arsenals außen vor.
Erweitere deinen Horizont
Trump setzt geplante Großangriffe auf Iran aus und knüpft Bedingungen an rasche Einigung
2 Sprachen · 74 Quellen
Aus Economy & MarketsErste koordinierte Yen-Intervention seit 1998: USA und Japan stützen die japanische Währung
8 Sprachen · 22 Quellen
Aus TechnologyVereinigte Arabische Emirate führen nationale Zahlungslösungen für Bundesgebühren ein
1 Sprache · 8 Quellen