
Ölkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“
Saudi Aramco, ExxonMobil, Chevron und BP verzeichnen dank des Iran-Konflikts und der Blockade der Straße von Hormus massive Gewinnsprünge; US-Präsident Trump fordert Preissenkungen.
Die größten Ölkonzerne der Welt haben im zweiten Quartal 2026 ihre Gewinne drastisch gesteigert. Der saudi-arabische Staatskonzern Saudi Aramco meldete einen Anstieg des Nettogewinns um 44 Prozent auf 32,69 Milliarden US-Dollar (bereinigt 33,4 Milliarden). ExxonMobil verdoppelte sein Ergebnis auf 14,5 Milliarden Dollar, Chevron vervierfachte es nahezu auf 12 Milliarden Dollar. Der britische Konzern BP erzielte einen bereinigten Gewinn von 5,73 Milliarden Dollar – mehr als eine Verdopplung. Auch Shell und TotalEnergies legten kräftig zu. Die fünf größten westlichen Energiekonzerne kamen zusammen auf einen Nettogewinn von fast 47 Milliarden Dollar.
Auslöser ist der Krieg der USA und Israels gegen Iran, der Ende Februar begann. Teheran blockierte daraufhin die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des globalen Ölangebots transportiert wird. Die Preise schnellten in die Höhe: Der Durchschnittspreis für saudisches Rohöl lag im Quartal bei 108,1 Dollar je Barrel, nach 66,7 Dollar ein Jahr zuvor. Aramco konnte die Blockade teilweise umgehen, indem es Rohöl über die Ost-West-Pipeline zum Roten Meer leitete und von dort verschiffte. Allerdings geriet auch diese Route durch Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer unter Druck, und die Fördermenge des Konzerns sank auf 9,46 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag.
US-Präsident Donald Trump reagierte verärgert auf die Milliardengewinne. Am Montag warf er Exxon und Chevron vor, „zu viel Geld“ zu verdienen, und forderte sie auf, die Verbraucherpreise zu senken. Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA liegt mit 4,10 Dollar pro Gallone rund 37 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Die hohen Lebenshaltungskosten gefährden Trumps Republikaner vor den Kongresswahlen im November. Trumps Kritik steht im Widerspruch zu seiner früheren industriefreundlichen Haltung; im Wahlkampf 2024 hatte er Ölmanagern noch versprochen, ihre Gewinne zu fördern.
In Europa wird unterdessen erneut über eine Übergewinnsteuer diskutiert. Politiker der Grünen und der SPD in Deutschland sowie Regierungen in Spanien, Italien und Portugal fordern Sonderabgaben auf die „obszönen Gewinne“. Portugal hat bereits eine solche Steuer beschlossen. Die Debatte erinnert an die Energiepreiskrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022.
Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht, doch Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent über eine mögliche Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus ließen die Ölpreise am Dienstag um rund fünf Prozent fallen. Saudi Aramco warnte jedoch, dass selbst bei einer sofortigen Wiedereröffnung der Wiederaufbau der weltweiten Lagerbestände bis zu 18 Monate dauern würde. Die nächste Wegmarke ist eine mögliche diplomatische Vereinbarung zwischen Washington und Teheran.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
Die großen Ölkonzerne verdienen sich am Krieg eine goldene Nase, und Trump, der sie zuvor hofiert hatte, tut jetzt empört.
Gegenüberstellung von Trumps früheren Versprechen an die Ölindustrie mit seinen jetzigen Kritiken, unter Verwendung seiner eigenen Worte, um den Widerspruch aufzuzeigen.
Die Widerstandsfähigkeit von Aramco gegen Huthi-Angriffe und die stabile saudi-arabische Produktion werden ausgelassen, was die Erzählung vom Chaos im Golf relativiert.
Die Ölgewinne sind obszön und müssen besteuert werden; selbst Trump, ein Freund der Industrie, kann das nicht leugnen.
Verknüpft die aktuelle Situation mit der Ukraine-Krise 2022, normalisiert die Forderung nach Übergewinnsteuern und macht die Kritik parteiübergreifend.
Geht nicht auf die Produktionsstabilität von Aramco oder die Rolle der Huthi-Angriffe ein, Faktoren, die die Wahrnehmung reiner Spekulation abschwächen würden.
Aramco hat den Huthi-Angriffen standgehalten; Trumps Kritik ist nur sein eigenes Problem, nicht unseres.
Spielt die Auswirkungen der Huthi-Angriffe auf die saudische Produktion herunter und stellt Trumps Kritik als innenpolitisches US-Problem dar, wodurch die Legitimität der Golfindustrie gewahrt bleibt.
Lässt die Debatte über Kriegsgewinne und die Auswirkungen auf globale Verbraucher aus, die die Fairness des saudischen Modells in Frage stellen würde.
Die Finanzergebnisse von BP und Aramco entsprechen den Marktbedingungen und den Erwartungen der Analysten.
Liefert rohe Finanzdaten und prozentuale Veränderungen, verzichtet bewusst auf politischen Kontext oder moralische Wertungen und normalisiert Gewinne als mechanisches Ergebnis der Preise.
Lässt Trumps Kritik, die Auswirkungen auf Verbraucher und die Debatte über Kriegsspekulation aus, die eine politische Dimension einführen würden.
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