
Nicaragua: Parlament bereitet Ausschluss der Opposition von Wahlen vor
Die nicaraguanische Nationalversammlung will Anfang August eine Verfassungsreform verabschieden, die Oppositionsparteien von künftigen Wahlen ausschließt.
Die Nationalversammlung Nicaraguas hat angekündigt, in der ersten Augustwoche über eine Reform abzustimmen, die es Oppositionsparteien unmöglich machen soll, an Wahlen teilzunehmen. Der Parlamentspräsident Gustavo Porras erklärte, die Änderungen zielten darauf ab, „keinen einzigen Spalt“ zu lassen, durch den sich „die schreckliche Manipulation der Imperien und ihrer Lakaien“ in die Wahlen einschleichen könne. Damit setzt die Regierung die Ankündigung von Präsident Daniel Ortega um, der am vergangenen Sonntag zum 47. Jahrestag der sandinistischen Revolution erklärt hatte: „Hier wird es keine Wahlen mehr geben, damit sie (die Opposition) nicht versuchen, die Regierung zu übernehmen, die Macht zu übernehmen.“
Die Kopräsidentin Rosario Murillo präzisierte, dass es weiterhin Wahlen geben werde, aber nur solche, die „von unserem gesegneten Volk entworfen und organisiert“ seien und nicht von den USA gesteuert würden. Porras ergänzte, die Reform solle verhindern, dass „Verräter des Vaterlandes“ oder ausländisch finanzierte Parteien antreten könnten. Die Opposition, darunter die Demokratische Koalition Nicaraguas (CDN), verurteilte das Vorhaben als Vollendung eines „autoritären, permanenten und dynastischen Regimes“. Sie forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Abschaffung des Wahlrechts nicht anzuerkennen.
Aus Washingtoner Sicht erklärte US-Außenminister Marco Rubio, die Regierung Trump und die internationale Gemeinschaft würden „nicht tatenlos zusehen, während die Diktatur von Murillo und Ortega die innere Repression verschärft“. Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, forderte die Regierung auf, die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen, und bezeichnete die jüngsten Ereignisse als „schwere Einschränkungen der Grundfreiheiten“. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erklärte, das Regime habe „selbst den Anschein von Demokratie aufgegeben“. Oppositionsführer im Exil wie Juan Sebastián Chamorro verglichen die Entwicklung mit einem Einparteienstaat nach dem Vorbild Nordkoreas oder Kubas.
Ortega, der seit 2007 ununterbrochen regiert, hatte bereits 2025 eine umfassende Verfassungsreform durchgesetzt, die seine Frau Rosario Murillo zur Kopräsidentin erhob und die Amtszeit verlängerte. Die nächste Wahl war für November 2027 vorgesehen. Nach den gewaltsamen Protesten von 2018, bei denen nach Angaben internationaler Organisationen mehr als 300 Menschen getötet wurden, hat die Regierung zahlreiche Oppositionspolitiker inhaftiert, ins Exil getrieben oder ihrer Staatsbürgerschaft beraubt. Die Abstimmung über die Reform ist für die erste Augustwoche angesetzt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.70 | critical |
The Atlantic bloc denounces the elimination of democracy in Nicaragua, painting Ortega as a dictator stifling opposition to stay in power.
Latin America sees Ortega's move as a response to external pressures and threats to national stability, justified by the need for reforms.
Continental Europe expresses strong concern about the authoritarian drift in Nicaragua, calling for respect for the rule of law and democratic procedures.
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