
Kiew entlässt Armeechef Syrskyi und ernennt Reformer Drapatyi
Nach tagelangen Protesten gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Fedorov hat Präsident Selenskyj den Oberbefehlshaber ausgewechselt.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 21. Juli General Oleksandr Syrskyi als Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte entlassen und durch den 43-jährigen Brigadegeneral Mychajlo Drapatyi ersetzt. Zugleich wurde Generalstabschef Andrij Hnatow abberufen; an seine Stelle trat Generalmajor Ihor Skibjuk. Die Entscheidung fiel, nachdem die Entlassung des populären Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow in Kiew und anderen Städten Massenproteste ausgelöst hatte, die auch Syrskyis Abgang forderten.
Aus Kiewer Sicht war der Schritt eine Reaktion auf einen öffentlich ausgetragenen Konflikt zwischen Fedorow und Syrskyi. Fedorow, ein Vertreter einer jungen, technologieorientierten Generation, hatte dem 60-jährigen Syrskyi vorgeworfen, Reformen zu blockieren und eine überholte sowjetische Führungskultur zu pflegen. Nach Darstellung des entlassenen Ministers behinderte Syrskyi unter anderem die Beschaffung von Drohnen und die Modernisierung der Truppe. Ukrainische Medien berichten, dass ranghohe Militärs nach Fedorows Abgang öffentlich Partei für den Minister ergriffen und damit die Spaltung innerhalb der Streitkräfte sichtbar machten.
Der neue Oberbefehlshaber Drapatyi gilt als Verbündeter Fedorows und steht für einen moderneren Führungsstil. Er hatte sich bereits im Mai 2014 einen Namen gemacht, als er mit einem gepanzerten Durchbruch eine Barrikade in Mariupol durchbrach; später führte er eingeschlossene Einheiten aus dem Kessel von Isvarino. Während des groß angelegten Krieges stabilisierte er die Front bei Krywyj Rih und im Raum Charkiw. Beobachter in Kiew heben hervor, dass Drapatyi im Juni 2025 nach einem russischen Raketentreffer auf ein Ausbildungszentrum seinen Rücktritt anbot – ein Schritt, der ihm Respekt einbrachte. Der Kreml erklärte, die Personalie werde keine Änderung an der Front bewirken.
Die politische Krise ist damit nicht beendet. Fedorow hat ein Angebot Selenskyjs für einen anderen Regierungsposten bislang nicht angenommen; die Organisatoren der Proteste haben für den kommenden Freitag zu neuen Kundgebungen aufgerufen, falls Fedorow nicht ins Amt zurückkehrt. Eine Umfrage des Instituts Rating Group ergab, dass 72 Prozent der Befragten Fedorows Entlassung ablehnten, während 55 Prozent Syrskyis Abgang befürworteten. Das Vertrauen in Selenskyj lag bei 59 Prozent, jenes in Fedorow bei 65 Prozent. Die nächsten Schritte der Regierung und die Reaktion des Parlaments, das in die Sommerpause gegangen ist, bleiben abzuwarten.
| Russische & GUS-Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
The replacement of the Ukrainian commander-in-chief is portrayed as a desperate act by Zelensky. Drapatyi, described as a reformer, is seen as an attempt to change course after Syrskyi's failures. The emphasis is on Ukraine's weakness and the need for a new approach.
The change in Ukrainian military leadership finds no space in continental European news coverage, dominated by domestic issues (trade, immigration) and the Middle East conflict. The non-news signals a different hierarchy of priorities.
Erweitere deinen Horizont
Trump setzt geplante Großangriffe auf Iran aus und knüpft Bedingungen an rasche Einigung
6 Sprachen · 74 Quellen
Aus Economy & MarketsMexikos Wirtschaft wächst im zweiten Quartal so stark wie seit über fünf Jahren nicht mehr
1 Sprache · 18 Quellen
Aus TechnologyChery Q erhält auf der GIIAS 2026 über 6.000 Vorbestellungen
1 Sprache · 15 Quellen