
Papst Leo XIV. prangert in der „Terra dei Fuochi“ Umweltverbrechen an
Bei seinem Besuch im süditalienischen Acerra verurteilte der Papst die „schwindelerregenden“ Gewinne umweltverschmutzender Unternehmen und gedachte der Opfer illegaler Giftmüllentsorgung.
Es war eine Geste von hoher symbolischer Wucht: Erstmals betrat mit Leo XIV. ein Papst die sogenannte Terra dei Fuochi, jenes Gebiet nahe Neapel, das seit Jahrzehnten unter den Folgen krimineller Umweltzerstörung ächzt. In der Kathedrale von Acerra verurteilte der aus Amerika stammende Pontifex die „todbringende Mischung aus dunklen Interessen und schrankenloser Gier“ und kritisierte scharf jene Unternehmen, die „schwindelerregende“ Profite auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung erzielten. Er sei gekommen, so Leo, um „die Tränen derer zu sammeln, die geliebte Menschen durch eine von skrupellosen Personen und Organisationen verursachte Umweltverschmutzung verloren haben“.
Damit rückte der Papst ein blutendes Geschäft ins Licht der Weltöffentlichkeit, das tief in den Strukturen der organisierten Kriminalität verwurzelt ist. Über Jahre hinweg wurden in der Region zwischen Neapel und Caserta millionenfach Tonnen von Giftmüll – oft aus den Industrien des wohlhabenden Nordens Italiens – illegal verkippt und verbrannt. Schwermetalle, Dioxine und Asbest haben Böden, Grundwasser und Luft verseucht; die Krebsraten unter den rund drei Millionen Bewohnern liegen über dem Landesdurchschnitt. Aus italienischer Perspektive geht es dabei nicht allein um ökologische Altlasten, sondern um eine tiefe soziale Wunde: Viele Familien pendeln zwischen Hoffnung und onkologischen Stationen, und mancherorts hat sich eine fatale Resignation breitgemacht. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte stellte im vergangenen Jahr fest, die staatlichen Stellen hätten die Anwohner seit mindestens 1988 nur unzureichend geschützt.
Jenseits der düsteren Bilanz zeigte sich Leo XIV. jedoch auch von seiner pastoral-zugewandten Seite. Während der Fahrt im Papamobil scherzte er mit einer Gruppe von Kindern und machte deren „Six-seven“-Handbewegung mit – eine in sozialen Medien populäre Geste, die er bereits Tage zuvor im Vatikan aufgegriffen hatte. Solche Momente der Leichtigkeit, zu denen auch die Annahme einer neapolitanischen Pizza als Geschenk zählte, verliehen dem Besuch eine menschliche Note, die in den brasilianischen und italienischen Medien breiten Niederschlag fand.
Für Beobachter in Rom und Brüssel markiert die Visite mehr als eine lokale Geste. Unter dem ersten amerikanischen Papst erhält der kirchliche Einsatz für Umweltgerechtigkeit eine neue, unüberhörbare Stimme. Indem Leo die Verquickung von Macht, Geld und Umweltzerstörung offen beim Namen nannte, stärkte er nicht nur jene Teile der kampanischen Kirche, die seit Jahren mutig anklagen, sondern richtete auch einen Appell an die europäische Staatengemeinschaft. Denn die kriminellen Entsorgungsnetzwerke machen an nationalen Grenzen nicht halt – sie reichen längst bis nach Mittel- und Nordeuropa. Der päpstliche Besuch in der Terra dei Fuochi ist daher auch als Mahnung an die Adresse Berlins, Wiens und Berns zu lesen, im Kampf gegen grenzüberschreitende Umweltkriminalität nicht nachzulassen.
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
Der Papst besucht das Land der Feuer, um den Schrei der Opfer zu hören und die dunklen Interessen anzuprangern, die die Umwelt vergiftet haben. Die Reise ist hochsymbolisch und markiert den ersten Papstbesuch in diesem geplagten Gebiet. Der Fokus liegt auf den Tränen der Familien und dem Aufruf zur Umkehr.
Der Papstbesuch im Land der Feuer wird als Unterstützung für Familien gesehen, die Gerechtigkeit für ihre durch giftige Abfälle verursachten Krebstoten fordern. Die Verbindung zur Enzyklika Laudato Si' und zum ökologischen Erbe von Papst Franziskus wird hervorgehoben. Die Rolle der Öko-Mafias und das Ausbleiben von Gerechtigkeit trotz Urteilen des Europäischen Gerichtshofs werden betont.
Der Papstbesuch im Land der Feuer betont die Umweltzerstörung durch illegale, von der Mafia kontrollierte Deponien. Die giftige Verseuchung vergiftet die Bewohner und die Region ist ein Symbol der ökologischen Krise. Der Papst bringt eine Botschaft der Hoffnung, aber die Situation bleibt ernst.
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