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Samstag, 16. Mai 2026

Frankreich eröffnet Ermittlungen gegen saudischen Kronprinzen im Fall Khashoggi

Das Pariser Appellationsgericht hat die Klage von Menschenrechtsorganisationen gegen Mohammed bin Salman zugelassen. Dies könnte diplomatische Folgen haben.

Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman wegen der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi eröffnet. Das Appellationsgericht in Paris erklärte eine Klage der Organisationen Trial International und Reporter ohne Grenzen für zulässig, womit die Nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft nun ermitteln muss. Ein parallel eingereichtes Verfahren der Organisation Democracy for the Arab World Now (DAWN) wurde dagegen abgewiesen, wie aus dem Saal der Anklagekammer verlautete. Die Entscheidung markiert einen juridischen Präzedenzfall, denn Frankreichs Strafverfolgungsbehörden hatten sich zuvor gegen die Annahme der Beschwerde gestellt – ein Einspruch, den das Gericht nun verwarf.

Aus Washingtoner Sicht ist der Schritt eine indirekte Bestätigung jener Schlussfolgerungen, die der US-Geheimdienst bereits 2018 zog: Dass der Kronprinz sehr wahrscheinlich persönlich den Befehl zur Tötung Khashoggis gab, der am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ums Leben kam. Die damalige Regierung in Riad sprach zunächst von einem „tragischen Unfall“ und verurteilte später fünf Beteiligte zum Tode, doch die Leiche des Journalisten wurde nie gefunden. Beobachter in Ankara, die damals die türkische Staatsanwaltschaft zitierten, berichteten von Strangulation und anschließender Zerstückelung – ein Tatablauf, der in keiner saudischen Version vorkam.

Für die deutschsprachigen Länder, denen enge Wirtschaftsbeziehungen mit dem Königreich und zugleich ein klares Bekenntnis zu Menschenrechten eint, stellt die Pariser Entscheidung eine diplomatische Zange dar. Während Berlin und Wien nach dem Mord an dem regimekritischen Journalisten Rüstungsexporte stoppten und Beziehungen abkühlten, setzte die Schweiz auf eine vorsichtigere Dialoglinie. Nun könnte der Ermittlungsdruck auf den Kronprinzen auch in Europa zunehmen: Nachdem US-Präsident Joe Biden sich mehrfach öffentlich von Bin Salman distanziert hatte – zuletzt korrigierte das Weiße Haus Bidens Äußerungen über ein Gespräch zum Fall Khashoggi –, bleibt abzuwarten, ob die Europäische Union ihre Sanktionspolitik verschärft.

Die französische Richterin wird nun prüfen müssen, ob genügend Beweise für eine Anklageerhebung vorliegen – ein langwieriger Prozess, der nicht nur juristische Hürden überwinden muss, sondern auch politische. Saudi-Arabien hat stets jede Verantwortung des Kronprinzen bestritten, und die Immunität eines amtierenden Staatsoberhaupts könnte als Rechtsmittel ins Spiel kommen. Dennoch zeigt das Pariser Votum, dass die internationale Gemeinschaft den Fall Khashoggi nicht vergessen hat. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz wäre es ein Signal, ihre eigene Rechtshilfepolitik zu überdenken – vielleicht sogar die Möglichkeit einer ähnlichen Klage nach dem Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit.

Divergenz — wer erzählt sie wie
41%Mittel
3 Blöcke · Positionen von −0.80 bis 0.00
KritischWohlwollend
EURIRNRUS
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse0.00neutral
Iranische & verwandte Presse−0.80critical
Russische & GUS-Presse0.00neutral
Kontinentaleuropäische Presse0.00

Die französische Justiz hat Ermittlungen zum Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 eingeleitet, nachdem Menschenrechtsorganisationen Klage gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman eingereicht hatten. Das Pariser Berufungsgericht nahm den Fall an, sodass die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft tätig werden kann. Die Untersuchung betrifft Vorwürfe der Folter und des gewaltsamen Verschwindenlassens.

DistanzPragmatismus
Iranische & verwandte Presse−0.80

Die französische Justiz hat Ermittlungen zum Mord an dem saudischen Dissidentenjournalisten Jamal Khashoggi eingeleitet und einen Richter mit der Prüfung der Klage gegen Kronprinz Mohammed bin Salman beauftragt. Khashoggi, ein Kritiker des saudischen Regimes, wurde 2018 im Konsulat in Istanbul getötet. Die von Gruppen wie TRIAL und Reporter ohne Grenzen eingereichte Klage rückt die brutale Unterdrückung einer kritischen Stimme erneut ins internationale Rampenlicht und könnte den Thronfolger direkt belasten.

EmpörungDringlichkeit
Russische & GUS-Presse0.00

Frankreich hat Ermittlungen gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Zusammenhang mit dem Mord an dem Washington-Post-Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 eingeleitet. Die Untersuchung folgt auf eine Beschwerde von Menschenrechtsorganisationen und wurde möglich, nachdem ein Berufungsgericht die Einwände der Staatsanwaltschaft verworfen hatte. US-Geheimdienste hatten zuvor auf die direkte Verantwortung des Prinzen hingewiesen.

DistanzPragmatismus
Aktuell
Neue Lehrpläne und der Druck auf die Oberstufe: Russlands Schulen im Umbruch·PAHO-Studie: Fast die Hälfte der Bevölkerung Amerikas lebt mit einer neurologischen Erkrankung·Nach Mekka-Gipfel ruft Irans Außenminister Araghchi muslimische Staaten zu Selbstvertrauen und Einheit auf·Fernandez bezwingt Andreeva, Rybakina und Gauff im Achtelfinale von Toronto·EU fordert von Meta und TikTok entschlossenes Vorgehen gegen Desinformation nach Ceuta-Krise·Ein langsames Blinzeln am Weltkatzentag·Forscher erstellen Virus mit KI – Sorge vor biologischen Waffen wächst·Jemenitische Armee kündigt Militäroperation gegen Huthi nach Angriffen auf Marib an·Neue Lehrpläne und der Druck auf die Oberstufe: Russlands Schulen im Umbruch·PAHO-Studie: Fast die Hälfte der Bevölkerung Amerikas lebt mit einer neurologischen Erkrankung·Nach Mekka-Gipfel ruft Irans Außenminister Araghchi muslimische Staaten zu Selbstvertrauen und Einheit auf·Fernandez bezwingt Andreeva, Rybakina und Gauff im Achtelfinale von Toronto·EU fordert von Meta und TikTok entschlossenes Vorgehen gegen Desinformation nach Ceuta-Krise·Ein langsames Blinzeln am Weltkatzentag·Forscher erstellen Virus mit KI – Sorge vor biologischen Waffen wächst·Jemenitische Armee kündigt Militäroperation gegen Huthi nach Angriffen auf Marib an·
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Samstag, 16. Mai 2026

Frankreich eröffnet Ermittlungen gegen saudischen Kronprinzen im Fall Khashoggi

Das Pariser Appellationsgericht hat die Klage von Menschenrechtsorganisationen gegen Mohammed bin Salman zugelassen. Dies könnte diplomatische Folgen haben.

Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman wegen der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi eröffnet. Das Appellationsgericht in Paris erklärte eine Klage der Organisationen Trial International und Reporter ohne Grenzen für zulässig, womit die Nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft nun ermitteln muss. Ein parallel eingereichtes Verfahren der Organisation Democracy for the Arab World Now (DAWN) wurde dagegen abgewiesen, wie aus dem Saal der Anklagekammer verlautete. Die Entscheidung markiert einen juridischen Präzedenzfall, denn Frankreichs Strafverfolgungsbehörden hatten sich zuvor gegen die Annahme der Beschwerde gestellt – ein Einspruch, den das Gericht nun verwarf.

Aus Washingtoner Sicht ist der Schritt eine indirekte Bestätigung jener Schlussfolgerungen, die der US-Geheimdienst bereits 2018 zog: Dass der Kronprinz sehr wahrscheinlich persönlich den Befehl zur Tötung Khashoggis gab, der am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ums Leben kam. Die damalige Regierung in Riad sprach zunächst von einem „tragischen Unfall“ und verurteilte später fünf Beteiligte zum Tode, doch die Leiche des Journalisten wurde nie gefunden. Beobachter in Ankara, die damals die türkische Staatsanwaltschaft zitierten, berichteten von Strangulation und anschließender Zerstückelung – ein Tatablauf, der in keiner saudischen Version vorkam.

Für die deutschsprachigen Länder, denen enge Wirtschaftsbeziehungen mit dem Königreich und zugleich ein klares Bekenntnis zu Menschenrechten eint, stellt die Pariser Entscheidung eine diplomatische Zange dar. Während Berlin und Wien nach dem Mord an dem regimekritischen Journalisten Rüstungsexporte stoppten und Beziehungen abkühlten, setzte die Schweiz auf eine vorsichtigere Dialoglinie. Nun könnte der Ermittlungsdruck auf den Kronprinzen auch in Europa zunehmen: Nachdem US-Präsident Joe Biden sich mehrfach öffentlich von Bin Salman distanziert hatte – zuletzt korrigierte das Weiße Haus Bidens Äußerungen über ein Gespräch zum Fall Khashoggi –, bleibt abzuwarten, ob die Europäische Union ihre Sanktionspolitik verschärft.

Die französische Richterin wird nun prüfen müssen, ob genügend Beweise für eine Anklageerhebung vorliegen – ein langwieriger Prozess, der nicht nur juristische Hürden überwinden muss, sondern auch politische. Saudi-Arabien hat stets jede Verantwortung des Kronprinzen bestritten, und die Immunität eines amtierenden Staatsoberhaupts könnte als Rechtsmittel ins Spiel kommen. Dennoch zeigt das Pariser Votum, dass die internationale Gemeinschaft den Fall Khashoggi nicht vergessen hat. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz wäre es ein Signal, ihre eigene Rechtshilfepolitik zu überdenken – vielleicht sogar die Möglichkeit einer ähnlichen Klage nach dem Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit.

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Die französische Justiz hat Ermittlungen zum Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 eingeleitet, nachdem Menschenrechtsorganisationen Klage gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman eingereicht hatten. Das Pariser Berufungsgericht nahm den Fall an, sodass die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft tätig werden kann. Die Untersuchung betrifft Vorwürfe der Folter und des gewaltsamen Verschwindenlassens.

DistanzPragmatismus
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Die französische Justiz hat Ermittlungen zum Mord an dem saudischen Dissidentenjournalisten Jamal Khashoggi eingeleitet und einen Richter mit der Prüfung der Klage gegen Kronprinz Mohammed bin Salman beauftragt. Khashoggi, ein Kritiker des saudischen Regimes, wurde 2018 im Konsulat in Istanbul getötet. Die von Gruppen wie TRIAL und Reporter ohne Grenzen eingereichte Klage rückt die brutale Unterdrückung einer kritischen Stimme erneut ins internationale Rampenlicht und könnte den Thronfolger direkt belasten.

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Frankreich hat Ermittlungen gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Zusammenhang mit dem Mord an dem Washington-Post-Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 eingeleitet. Die Untersuchung folgt auf eine Beschwerde von Menschenrechtsorganisationen und wurde möglich, nachdem ein Berufungsgericht die Einwände der Staatsanwaltschaft verworfen hatte. US-Geheimdienste hatten zuvor auf die direkte Verantwortung des Prinzen hingewiesen.

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