
Pentagon beziffert Kosten des Iran-Kriegs auf 25 Milliarden Dollar – Hegseth unter Beschuss
Zum ersten Mal seit Beginn der Militäroffensive gegen Iran hat das US-Verteidigungsministerium eine offizielle Kostenschätzung vorgelegt. Vor dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses bezifferte der kommissarische Pentagon-Controller Jules Hurst die Ausgaben für die Operation „Epic Fury“ auf rund 25 Milliarden Dollar. Der Großteil entfalle auf Munition, ein weiterer Teil auf Betrieb und Ersatzbeschaffungen. Die Zahl markiert den bisher präzisesten öffentlichen Einblick in die finanzielle Dimension eines Konflikts, der ohne Zustimmung des Kongresses begonnen wurde.
Aus Washingtoner Sicht stand die Anhörung unter einem doppelten Vorzeichen: formal ging es um den Rekord-Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar für 2027, faktisch jedoch um die politische Verantwortung für einen Krieg, der nach zwei Monaten bereits 13 amerikanische Soldaten das Leben gekostet hat. Demokratische Abgeordnete warfen Verteidigungsminister Pete Hegseth vor, die Öffentlichkeit über Ziele und Fortschritt zu täuschen. Hegseth konterte scharf und nannte die „defätistischen Worte“ der Demokraten und einiger Republikaner die größte Herausforderung. Die angespannte Atmosphäre erstreckte sich über fast sechs Stunden; für Donnerstag war eine weitere Befragung im Senat angesetzt.
Beobachter in Teheran dürften die Kostenschätzung als Bestätigung ihrer Annahme werten, dass die USA in einen langwierigen und teuren Konflikt verwickelt sind. Die Islamische Republik hält trotz einer instabilen Waffenruhe und einer US-Marineblockade an ihren Positionen fest. Präsident Trump forderte Iran ultimativ auf, sich den US-Forderungen zur Kontrolle seines Atomprogramms zu beugen – doch von einer Kapitulation ist die Führung in Teheran weit entfernt.
Aus europäischer, insbesondere deutschsprachiger Perspektive sind die Folgen des Konflikts unmittelbar spürbar. Die Schließung der Straße von Hormuz hat die Energiepreise für Rohöl und Erdgas in die Höhe getrieben, was Industrie und Haushalte in Deutschland, Österreich und der Schweiz belastet. Zudem wächst die Sorge, dass die Bindung amerikanischer Militärressourcen im Nahen Osten die Verteidigungsfähigkeit der NATO in Osteuropa schwächt. Berlin und Wien haben wiederholt zur Deeskalation gemahnt, bisher ohne erkennbare Wirkung.
Unabhängige Experten, darunter auch ehemalige Pentagon-Planer, bezweifeln, dass die offizielle Zahl von 25 Milliarden Dollar die tatsächlichen Kosten abbildet. Nicht eingerechnet seien etwa langfristige Ausgaben für verwundete Soldaten, Wiederbeschaffung zerstörter Ausrüstung und die makroökonomischen Folgen. Senator Angus King sprach von einer „deutlichen Untertreibung“. Da die Demokraten die Anhörungen nutzen, um den Krieg mit Blick auf die Halbzeitwahlen im November zu einem zentralen Thema zu machen, könnte die Kostendebatte politisches Gewicht bekommen. Wie lange der Konflikt noch andauert und wie hoch die finale Rechnung ausfällt, ist völlig offen – nicht zuletzt, weil die Administration selbst noch keine umfassende Ergänzungsanforderung vorgelegt hat.
Erweitere deinen Horizont
Trump setzt geplante Großangriffe auf Iran aus und knüpft Bedingungen an rasche Einigung
2 Sprachen · 74 Quellen
Aus Economy & MarketsGIIAS 2026: Chery Q verschärft mit Einführungspreis von 239,9 Millionen Rupiah den Wettbewerb
1 Sprache · 11 Quellen
Aus TechnologyChery Q erhält auf der GIIAS 2026 über 6.000 Vorbestellungen
1 Sprache · 15 Quellen